Erfüllte Kinderwünsche: Jahresbericht Deutsches IVF-Register


Titelbild DIR-Jahrbuch 2015 - apotheken-wissen.de

Neu erschienen: das Jahrbuch 2015 des Deutschen IVF-Registers *

Die Aufgaben des Deutschen IVF-Registers sind vielfältig und haben sich seit der Gründung des Registers im Jahr 1982 so rasch gewandelt wie das Gebiet der Humanen Reproduktionsmedizin selbst. Unerfüllte Kinderwünsche sind zunehmend kein gesellschaftliches Tabuthema mehr und die Arbeit und Ergebnisse der Kinderwunschzentren in Deutschland gehören zu den führenden in der Welt. Das Deutsche IVF-Register, kurz D·I·R, veröffentlicht jährlich das sogenannte D·I·R-Jahrbuch mit den jüngsten Ergebnissen, Trends und Sonderanalysen aus den über 130 Kinderwunschzentren in Deutschland.

Das Jahrbuch 2015 des Deutschen IVF-Registers (D·I·R)

Wie jedes Jahr bietet das Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers viele Auswertungen und Analysen sowie die Kontaktdaten aller Zentren, die Mitglieder des Deutschen IVF-Registers sind und damit das Register und seine Auswertungsmöglichkeiten tragen.

Deutsches IVF-Register: geborene Kinder in Deutschland 1997-2014

Erfüllte Kinderwünsche der Reproduktionsmedizin: Geborene Kinder in Deutschland 1997-2014 *

Das Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers ist dabei aber nicht nur für die Reproduktionsmediziner und -biologen eine stets hochinteressante Lektüre und Wissenserweiterung.

Das Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers bietet auch betroffenen Paaren, die einen unerfüllten Kinderwunsch zu einem erfüllten Kinderwunsch machen möchten, die wichtigsten Informationen und Erkenntnissen. Wir haben die interessantesten und wichtigsten Informationen hier nachfolgend einmal zusammengefasst.

  • Jedes 6. bis 7. Paar hat Schwierigkeiten, ohne ärztliche Unterstützung schwanger zu werden. Quelle Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Kinderlose Frauen uns Männer: Ungewollte und gewollte Kinderlosigkeit im Lebenslauf und Nutzung von Unterstützungsangeboten.
  • Im Jahr 2015 wurden in 134 Behandlungszentren insgesamt 97.796 Behandlungen durchgeführt. 57.998 Frauen wurden im Jahr 2015 behandelt.
  • Über 2,5% aller lebendgeborenen Kinder des Jahres 2014 wurden nach einer Befruchtung außerhalb des Körpers geboren. Das heißt: In einer großen Schulklasse sitzt (statistisch) ein Kind, das sein Leben einer „künstlichen Befruchtung“ verdankt.
  • Die Schwangerschaftsrate nach IVF oder ICSI betrug pro Embryotransfer im Jahr 2015 über alles Altersgruppen hinweg 31,9%.
  • Die Schwangerschaftsrate für eine Frau unter 35 Jahren lag bei 35,6% pro Punktion. Aber nur 21,6% der behandelten 40-jährigen Frauen erlangten eine Schwangerschaft. Das bedeutet eine altersabhängige Reduktion um knapp 40%.
  • 72,7% der entstandenen Schwangerschaften führten zur Geburt. Das entspricht einer Geburtenrate von 20,5% pro begonnenem Behandlungszyklus und 23,5% pro durchgeführtem Embryotransfer.
  • Die Fehlgeburtenrate lag bei 20%. Bei 6% der Schwangerschaften ist der weitere Verlauf noch nicht bekannt.
  • Bei Frauen bis 39 Jahren ist die Schwangerschaftsrate nicht niedriger, wenn zwei statt drei Embryonen transferiert werden.
  • Insgesamt wurden in Deutschland im Betrachtungszeitraum 1.1.2014 – 31.12.2014 9.140 Kinder nach IVF, ICSI und Auftauzyklen geboren.
  • Die Wahrscheinlichkeit, im ersten Zyklus OHNE medizinische Unterstützung eine Schwangerschaft zu erlangen, liegt bei der 25-jährigen Frau bei durchschnittlich 23% und bei einer 35-jährigen Frau bei 16% (Bundesgesundheitsbl. 2013; 56:1633-1641).
  • Im gleichen Maß wie die Eizellqualität und -anzahl abnimmt, steigt die Fehlgeburtenrate altersabhängig an: Bei Frauen unter 35 Jahren liegt sie bei 17%, nach dem 40. Geburtstag ist sie bereits doppelt so hoch.

Weitere Informationen finden hier online: Deutsches IVF-Register.

Über das Deutsche IVF-Register

Das Deutsche IVF-Register (D·I·R) dient der Förderung und Unterstützung von Wissenschaft und Forschung auf dem sich rasant entwickelnden Gebiet der Humanen Reproduktionsmedizin und -biologie in Deutschland, Europa und der Welt.

Die Forderung der Öffentlichkeit nach Information und Transparenz auf dem hochsensiblen Gebiet der humanen Reproduktionsmedizin ist mehr als gerechtfertigt. Nur die zuverlässige und kontinuierliche Auswertung der Behandlungsergebnisse kann einerseits zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und damit verbundenen Verbesserungen der medizinischen Versorgung und Ergebnisse führen. Auf der anderen Seite können allein zuverlässige statistische Erhebungen die objektive öffentliche Diskussion unterstützen. Und auch bei der Beratung und letztlich Entscheidungsfindung der ungewollt kinderlosen Paare sind die Auswertungen des Deutschen IVF-Registers von elementarer Bedeutung.

Diese weitreichenden Aufgaben zu erfüllen ist das Kernziel und die Kernkompetenz des Deutschen IVF-Registers.

* Bildquellen: Auszug aus der Titelseite und der Seite 35 des Jahrbuchs 2015 des Deutschen IVF-Registers (D·I·R). Erschienen: Krause und Pachernegg GmbH, Verlag für Medizin und Wirtschaft. Graphik: Kim Soo-Hee.

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