Zöliakie – Glutenunverträglichkeit


apotheken-wissen.de: Glutenunverträglichkeit

apotheken-wissen.de: Glutenunverträglichkeit *

Die Zöliakie oder einfacher ausgedrückt die Glutenunverträglichkeit ist eine angeborene und derzeit nicht komplett therapierbare Krankheit. Sie führt zu einer fortwährenden, chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut und beeinträchtigt somit die eigentliche Funktion des Dünndarms. Die Darmepipithelzellen werden oftmals weitgehend zerstört und können durch Entzündung oder Zerstörung die Nährstoffe der Nahrung nicht mehr aufnehmen. Nur eine glutenfreie Nahrung (Verzicht auf das Mehl der meisten Getreidesorten, siehe unten) kann den Betroffenen der Glutenunverträglichkeit derzeit helfen.

Was ist Gluten?

Das Gluten ist innerhalb des Getreides ein Klebereiweiß, das vor allem beim Vermischen des Mehls mit Wasser erkennbar wird und damit für den Teig von wichtiger Bedeutung ist.

Symptome und Folgen der Glutenunverträglichkeit

Die Betroffenen sind gegen eben dieses Gluten genetisch und chronisch überempfindlich und leiden nicht nur unter der direkten Wirkung der Glutenunverträglichkeit. Weitere Folgen und Symptome können Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Depressionen sein. Da die Glutenunverträglichkeit angeboren ist und damit bereits Babys mit dem ersten Zufüttern nach der Muttermichphase betreffen kann, sind Wachstums- und Entwicklungsstörungen durch eine mangelnde Nährstoffaufnahme des Dünndarms nicht selten.

Eine unentdeckte / unbehandelte Glutenunverträglichkeit kann durch die andauernde Darmentzündung das Risiko erhöhen, an Diabetes (Diabetes mellitus Typ 1), Lymphknoten-Krebs, Karzinomen des Verdauungstrakts sowie Darmkrebs zu erkranken.

Glutenunverträglichkeit: die zu vermeidenden Getreidesorten

Zu den glutenhaltigen Getreidesorten gehören:

  • Weizen
  • Roggen
  • Gerste
  • Hafer,
  • Grünkern
  • Dinkel
  • verwandte Getreidearten und Urkornarten wie Kamut, Einkorn

Dementsprechend ist die Liste der Nahrungsmittel, die glutenhaltige Getreidesorten bzw. deren Gluten / Klebereiweiß enthalten lang: Mehl, Grieß, Graupen, Stärke, Flocken, Müsli, Paniermehl, alle Sorten von Teigwaren, Brot, Brötchen, Baguette, Gnocchi, paniertes Fleisch, panierter Fisch, Pizza, Nudeln, Knödel, Kuchen, Torten, Blätterteigteilchen, Hefestückchen, Kekse, Müsliriegel, Eiswaffeln, Salzstangen und anderes Knabbergebäck und sogar in Bier und Malzbier. Ebenso kann es in gebundenen Saucen, Suppen, Fertiggerichten, Pudding, Pommes Frites, Kroketten, Kartoffelpuffern, Wurst, Würstchen, Frischkäsezubereitungen mit Kräutern, Nuss-Nougat-Cremes, Milchprodukten mit Frucht, fettreduzierten Produkten, Chips, Flips, Ketchup, Senf, Schokolade und Gewürzmischungen enthalten sein.

Glutenunverträglichkeit: die passenden Getreidesorten

Die glutenfreien Getreidesorten sind:

  • Reis
  • Mais
  • Wildreis
  • Hirse
  • Buchweizen
  • Amaranth
  • Quinoa

Dementsprechend sind bei der Weiterverarbeitung dieser Getreidesorten bzw. ihres Mehls durch das fehlende Gluten andere Vorgehensweisen zu beachten.

apotheken-wissen.de: Symbol für glutenfreie Nahrungsmittel

apotheken-wissen.de: Symbol für glutenfreie Nahrungsmittel

Glutenfreie Nahrung wird offiziell wie folgt definiert: Weisen Lebensmittel beim Verkauf an den Endverbraucher einen Glutengehalt von höchstens 20 mg/kg (= 20 ppm) auf, können sie mit der Bezeichnung „glutenfrei“ versehen werden. Sie dürfen mit dem nebenstehenden Symbol ausgezeichnet werden.

Hinweis und Vergleich: Bereits 0,125 Gramm Weizenmehl kann die Zöliakie auslösen.

Dementsprechend sind Nahrungsmittel, die sehr zweifelsfrei kein Getreidemehl enthalten, zu bevorzugen. Auch diese Liste ist glücklicherweise lang: alle Obst und Gemüsesorten, Kartoffeln, Salate, Milch, Naturjoghurt, Buttermilch, Quark, Butter, Frischkäse natur, Naturkäse, Pflanzenöle, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Zucker, Honig, Konfitüre, Marmelade, Ahornsirup, Nüsse, Hülsenfrüchte, reine Gewürze und Kräuter, Eie, Tofu, Sojamilch, Mozarella in Salzlake, reine Fruchtsäfte, Wasser, Wein und Sekt.

Weitere Informationen online bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e.V.. Hier auch unser Hinweis auf den jährlichen Welt-Zöliakie-Tag.

 

Aktuelles Inhaltsverzeichnis - Nahrungsmittelintoleranzen von A bis Z

Diese Übersichtsseite gibt erste Informationen und Grundlagen zum Thema Nahrungsmittelintoleranz / Lebensmittelintoleranz. Sie erläutert die Symptome, die Ursachen, stellt die vornehmlichen Verursacher, die Diagnosemöglichkeiten und Therapie dar ..... mehr dazu in diesem Bericht

  • Erdnuss-Allergie

Sind bereits Kinder von einer Nuss-Allergie betroffen, ist das Allergen der Erdnuss der Übeltäter, im Gegensatz von Allergien, die im Erwachsenenalter auftreten und auf die Baumnuss zurückzuführen sind. Siehe dazu das Kapitel "Was tun, wenn die Nuss-Allergie bereits im Kindesalter auftritt?" in unserem Beitrag über die Nuss-Allergie.

Fast alle Obstsorten und Gemüsesorten enthalten Fruchtzucker, die sogenannte Fruktose. Der Fruchtzucker wird im Normalfall vom Dünndarm aufgenommen und weitergeleitet. Wenn diese Aufnahme gestört oder blockiert ist (durch eine Fehlfunktion des für den Fruchtzuckertransport zuständigen Proteins GLUT-5), wird der Fruchtzucker weiter in den Dickdarm geleitet und verursacht dort Schmerzen, Blähungen und Durchfall. In westlichen Ländern liegt der Anteil der von Fruchtzuckerunverträglichkeit betroffenen Personen bei 30%! ... mehr dazu in diesem Bericht

Histamine sind biogene Amine, die bei wichtigen Körperfunktionen wie Regulierung des Bludrucks, Produktion von Magensäure, oder den Darmbewegungen eine Rolle spielen. Überschüssige oder verbrauchte Histamine werden mit Hilfe eines bestimmten Enzyms (Diamonioxidase (DAO)) abgebaut. Bei einer Histaminunverträglichkeit liegt im Körper ein Missverhältnis zwischen Aufnahme und Abbau der Histamine vor. ... mehr dazu in diesem Bericht

  • Hühnerei-Allergie

Eine Hühnereiunverträglichkeit ist bei Jugendlichen und Erwachsenen eher selten, häufiger bei Säuglingen und Kleinkinder bis zum 2. oder 3. Lebensjahr. Die Proteine des Hühnereis (sowohl im Eigelb als auch im Eiweiß, wenn auch in jeweils unterschiedlichen Anteilen) wirken hier allergen.

Kuhmilch ist in der Regel nach der Muttermilch ein Hauptbestandteil der ersten Zufütterung. Und somit ist Kuhmilch auch das erste Fremdeiweiß, mit dem der Körper in Berührung kommt. Von daher sind besonders Säuglinge und Kleinkinder betroffen - jedoch mit einer guten Chance, dass sie die Kuhmilchunverträglichkeit mit den Jahren verflüchtigt. Aber: Milch und Milchprodukte gehören vor diesem Hintergrund zu den allergenträchtigsten Nahrungsmitteln. ..... mehr dazu in diesem Bericht

Bei der Laktoseintoleranz handelt sich um eine allergene Reaktion auf den Milchzucker. Mit dem umgangssprachlichen Milchzucker ist die Laktose bzw. noch genauer: es sind die Kohlehydrate in der Milch gemeint. Durch das Verdauuungsenzym Laktase werden die Kohlehydrate zunächst aufgspaltet, denn dann erst können sie über die Darmschleimhaut aufgenommen werden. Erfolgt dieser Vorgang nur mangelhaft oder gar nicht vergären die Kohlehydrate im Darm mit den unangenehmen Folgen von Völlegefühl, Krämpfen und Blähungen. ..... mehr dazu in diesem Bericht

Nüsse sind eigentlich "gut": durch ihren hohen Gehalt an Eiweiß, Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen (Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor) unterstützen sie zum Beispiel die Nervenfunktionen oder helfen durch ihren hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren dabei, den Cholesterinwert natürlich zu senken. Aber: die Nuss-Allergie gehört gleichzeitig zu den häufigeren Nahrungsmittelintoleranzen, vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen in Verbindung mit einer Pollenallergie (Kreuzallergie). ..... mehr dazu in diesem Bericht

Soja (Sojaeiweiß) kann in Lezithin, Emulgatoren, Bindemitteln, pflanzlichem Eiweiß und Fett, Stabilisatoren etc. enthalten sein. Sie werden häufig in der nahrungsmittelherstellenden Industrie und in der Lebensmitteltechnik sowie zunehmend als Fleischersatz eingesetzt - und kommen somit vor allem als verstecke Allergene in Nahrungsmitteln vor. Die Sojabohne ist weltweit als Grundnahrungsmittel die wichtigste Hülsenfrucht und ist ein recht preiswert zu erzeugender Nährstoff. Somit steigt die Sojaverwendung stetig an. ..... mehr dazu in diesem Bericht

  • Sorbitunverträglichkeit

In vielen industriell hergestellten Lebensmitteln wird Sorbit eingesetzt. Sorbit dient als Zuckerersatzstoff und ist als Lebensmittelzusatzstoff E 420 gekennzeichnet. Sorbit steht somit bei Lebensmitteln für Diabetiker und vor allem bei den Diät-, den "Light"- und den "Zuckerfrei"-Lebensmitteln ganz hoch im Kurs! Ebenso ist Sorbit in manchen Obstsorten (Aprikosen, Pflaumen, Pfirsichen) enthalten. Bei Menschen, die an einer Sorbitunverträglichkeit / Sorbit-Intoleranz leiden, kann das Sorbit im Dünndarm nicht aufgenommen werden.

  • Weizen-Allergie

Eine Weizen-Allergie wird durch unterschiedliche Eiweißbestandteile im Weizen (Albumin, Globulin, Klebereiweiß) ausgelöst. Vor allem im Bäckerhandwerk ist die Weizen-Allergie weit verbreitet, denn der umfangreiche dortige Einsatz von Weizenmehl wirkt durch Einatmen bereits allergen - deshalb wird bei der Weizen-Allergie auch von einem "Bäckerasthma" gesprochen.

Die Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit führt zu einer fortwährenden, chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut und beeinträchtigt somit die eigentliche Funktion des Dünndarms. Zu den glutenhaltigen Getreidesorten gehören: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern, Dinkel und verwandte Getreidearten und Urkornarten wie Kamut oder Einkorn sowie alle daraus hergestellten Produkte (Brot, Brötchen, Gebäck, Kuchen etc.) ..... mehr dazu in diesem Bericht

Intoleranzen gegen Nahrungsbestandteile sind heute keine Seltenheit mehr. Bereits im Jahr 2014 beklagten laut spiegel.de ca. 23% der Deutschen entsprechende Intoleranzen gegen Laktose, Histamin, Fruktose, Gluten oder Erdnüsse. Doch was steckt eigentlich dahinter und wie können Betroffene damit umgehen? In unserem Interview haben wir den Ernährungswissenschaftler Frank Kaiser dazu befragt ..... mehr dazu in diesem Bericht

 

Buchtipps zum Thema Glutenunverträglichkeit

* Bildquelle: s.media / pixelio.de

Pin It

Ein Kommentar zu “Zöliakie – Glutenunverträglichkeit

  1. Schöne knappe Zusammenfassung.
    Soweit ich weiß, ist eine Glutenunverträglichkeit nicht immer gleichzusetzen mit einer Zöliakie. Die geschilderten Symptome treten oft, aber nicht immer auf: Schlagwort silente (schleichende, stillschweigende) Zöliakie,
    latente (potentielle) Zöliakie und
    atypische (untypische) Zöliakie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte lösen Sie die Rechenaufgabe: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.