Soja-Bohne: Grundnahrungsmittel mit Allergie-Risiko?


Soja-Bohnen, Soja-Allergie - apotheken-wissen.de

In der Küche gesund und etabliert, Vorsicht aber vor einer Soja-Allergie *

Sie gehört zur Familie der Hülsenfrüchte und hat in vielen Kulturen eine lange Tradition: Die Sojabohne. Gerade für Vegetarier hat sie sich mittlerweile in den Küchen etabliert und ist damit zu einem modernen Grundnahrungsmittel auf den Speiseplänen für gesunde Ernährung entwickelt. Heutzutage wundert sich niemand mehr über Sojamilch im Morgenkaffee und auch Tofu, Flocken, Mehl und andere Zutaten aus Soja haben sich nach und nach den Weg in Töpfe und auf den Grill gebahnt. Jedoch kann dieser Trend auch ganz schnell im Krankenwagen enden, da mit dem Vormarsch der Sojaliebhaber auch die Gefahr einer Allergie empfindlich gestiegen ist.

Arten und Symptome einer Soja-Allergie

Man unterscheidet hierbei zwischen einer sogenannten primären und sekundären Allergie. Der Unterschied liegt in der Art, auf die der Körper mit den Allergieauslösern in Kontakt kommt. Liegt eine primäre Allergie gegen Soja vor, so handelt es sich um eine Nahrungsmittelallergie. Hierbei wird die Allergie durch den direkten Verzehr von Sojaprodukten ausgelöst und kommt häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen vor. Um eine sekundäre Soja-Allergie handelt es sich, wenn die Betroffenen in Form einer Inhalationsallergie reagieren. Diese Reaktion kann entweder auf Sojastaub (beispielsweise in Produktionshallen) erfolgen oder auch auf Blütenpollen von Erle, Birke oder Hasel, dessen Allergene von der Struktur her einem Sojaallergen ähneln. In einem solchen Fall spricht man von einer sogenannten pollenassoziierte Sojaallergie. Eine besondere Gefahr stellen ebenfalls Kreuzallergien dar, bei denen die Betroffenen allergisch auf Bohnen oder Erdnüsse reagieren, die ebenfalls den Allergenen in Soja gleichen.

Die ersten Anzeichen einer Soja-Allergie stellen häufig Schwellungen im Mund- und Rachenraum dar, die mit einem kribbelnden oder tauben Gefühl einher gehen und bis zur Atemnot führen können. Weitere Auswirkungen können Ekzeme, Kreislaufprobleme, Hautausschläge, Durchfall oder Erbrechen sein, im schlimmsten Fall kann es zu einem anaphylaktischen Schock mit Organversagen kommen, daher sollte bei Allergikern höchste Vorsicht geboten sein. Viele sind sich der Gefahr nicht bewusst, dass jeder Bissen einen Zustand höchster Lebensgefahr bedeuten kann.

Welche Möglichkeiten der Diagnose gibt es und wie sehen die Therapiemöglichkeiten aus?

Die genaue Diagnose einer Soja-Allergie gestaltet sich nicht immer ganz einfach, da die Symptome oft sehr unspezifisch sind und zudem erst bis zu einigen Stunden nach dem Kontakt oder Verzehr auftreten können. Aus diesem Grunde führt der behandelnde Arzt zuerst ein Vorgespräch, in dem er unter anderem erfragt, wie die letzte Mahlzeit ausgesehen hat bzw. welche Aktivitäten oder Ereignisse den Beschwerden voran gegangen sind.

Besteht daraufhin der Verdacht auf eine Allergie, liefern sowohl der sogenannte Pricktest, bei dem entsprechende Allergene auf die Haut gebracht und diese leicht angeritzt wird, als auch eine Blutuntersuchung Klarheit, ob sich der Verdacht bestätigt. Liegt die untermauerte Diagnose Soja-Allergie vor, bietet eine Nahrungsumstellung die bestmögliche Therapie. Im Idealfall kann im Gespräch mit dem jeweiligen Allergologen ein genauer Ernährungsplan erstellt werden, um den Verzehr von Sojaprodukten in Zukunft zuverlässig meiden zu können.

Auf welche Lebensmittel müssen Allergiker achten?

Es ist ein erster wichtiger Schritt für Allergiker, bei jedem Einkauf genau die Zutatenliste zu studieren. Jedoch ist ein Sojaprodukt längst nicht immer auf den ersten Blick als solches zu erkennen. Erste Alarmglocken sollten grundsätzlich bei den Begriffen angehen, in denen das Wort Soja in den Zutaten enthalten ist wie zum Beispiel bei Sojaprotein, Sojamilch, Sojasoße oder Sojaeiweiß. Schwieriger wird es dagegen bei traditionellen Sojaprodukten wie Tofu, Miso, Natto, Tempeh und Yuba, diese sollte man daher immer im Gedächtnis oder auf einem Zettel notiert haben.

Eine weitere Gefahr geht von den Produkten, Pflanzenöl, pflanzlichem Protein, pflanzlichem Fett, dem Emulgator Lecithin oder auch Leguminosenmehl, da es sich hierbei um weiterverarbeitetes Soja handeln kann. Um endgültige Klarheit über die Inhaltsstoffe zu gewinnen besteht außerdem die Möglichkeit, den jeweiligen Händler zu kontaktieren, im Zweifelsfall ist es jedoch empfehlenswert, ein Alternativprodukt zu wählen, um jeglichem Risiko aus dem Weg zu gehen.

Gibt es Alternativen für Vegetarier?

Die gute Nachricht ist: Es gibt zahlreiche Alternativen für Veganer oder Vegetarier, die kein Soja vertragen. Beispielsweise wird an Stelle von Sojamilch auch unter anderem Dinkel-, Haselnuss-, Mandel- oder Hanfmilch empfohlen, Sojapudding lässt sich dagegen optimal durch Reispudding ersetzen. Wer im Sommer nicht auf ein leckeres Eis verzichten möchte kann statt auf Sojaeis auch hervorragend auf Cashew-, Pekannuss- oder Cocosnuss-Eis zurück greifen. Als Alternative zum Ei kann anstatt Sojamehl auch Stärkemehl oder gemahlener Leinsamen verwendet werden. Im Netz können sich Betroffene noch weitere Tipps und Anregungen einholen, wie sie es schaffen, aus Ersatzprodukten leckere Gerichte zu zaubern.

Aktuelles Inhaltsverzeichnis - Nahrungsmittelintoleranzen von A bis Z

 

Diese Übersichtsseite gibt erste Informationen und Grundlagen zum Thema Nahrungsmittelintoleranz / Lebensmittelintoleranz. Sie erläutert die Symptome, die Ursachen, stellt die vornehmlichen Verursacher, die Diagnosemöglichkeiten und Therapie dar ..... mehr dazu in diesem Bericht

 

  • Erdnuss-Allergie

Sind bereits Kinder von einer Nuss-Allergie betroffen, ist das Allergen der Erdnuss der Übeltäter, im Gegensatz von Allergien, die im Erwachsenenalter auftreten und auf die Baumnuss zurückzuführen sind. Siehe dazu das Kapitel "Was tun, wenn die Nuss-Allergie bereits im Kindesalter auftritt?" in unserem Beitrag über die Nuss-Allergie.

 

Fast alle Obstsorten und Gemüsesorten enthalten Fruchtzucker, die sogenannte Fruktose. Der Fruchtzucker wird im Normalfall vom Dünndarm aufgenommen und weitergeleitet. Wenn diese Aufnahme gestört oder blockiert ist (durch eine Fehlfunktion des für den Fruchtzuckertransport zuständigen Proteins GLUT-5), wird der Fruchtzucker weiter in den Dickdarm geleitet und verursacht dort Schmerzen, Blähungen und Durchfall. In westlichen Ländern liegt der Anteil der von Fruchtzuckerunverträglichkeit betroffenen Personen bei 30%! ... mehr dazu in diesem Bericht

 

Histamine sind biogene Amine, die bei wichtigen Körperfunktionen wie Regulierung des Bludrucks, Produktion von Magensäure, oder den Darmbewegungen eine Rolle spielen. Überschüssige oder verbrauchte Histamine werden mit Hilfe eines bestimmten Enzyms (Diamonioxidase (DAO)) abgebaut. Bei einer Histaminunverträglichkeit liegt im Körper ein Missverhältnis zwischen Aufnahme und Abbau der Histamine vor. ... mehr dazu in diesem Bericht

 

  • Hühnerei-Allergie

Eine Hühnereiunverträglichkeit ist bei Jugendlichen und Erwachsenen eher selten, häufiger bei Säuglingen und Kleinkinder bis zum 2. oder 3. Lebensjahr. Die Proteine des Hühnereis (sowohl im Eigelb als auch im Eiweiß, wenn auch in jeweils unterschiedlichen Anteilen) wirken hier allergen.

 

Kuhmilch ist in der Regel nach der Muttermilch ein Hauptbestandteil der ersten Zufütterung. Und somit ist Kuhmilch auch das erste Fremdeiweiß, mit dem der Körper in Berührung kommt. Von daher sind besonders Säuglinge und Kleinkinder betroffen - jedoch mit einer guten Chance, dass sie die Kuhmilchunverträglichkeit mit den Jahren verflüchtigt. Aber: Milch und Milchprodukte gehören vor diesem Hintergrund zu den allergenträchtigsten Nahrungsmitteln. ..... mehr dazu in diesem Bericht

 

Bei der Laktoseintoleranz handelt sich um eine allergene Reaktion auf den Milchzucker. Mit dem umgangssprachlichen Milchzucker ist die Laktose bzw. noch genauer: es sind die Kohlehydrate in der Milch gemeint. Durch das Verdauuungsenzym Laktase werden die Kohlehydrate zunächst aufgspaltet, denn dann erst können sie über die Darmschleimhaut aufgenommen werden. Erfolgt dieser Vorgang nur mangelhaft oder gar nicht vergären die Kohlehydrate im Darm mit den unangenehmen Folgen von Völlegefühl, Krämpfen und Blähungen. ..... mehr dazu in diesem Bericht

 

Nüsse sind eigentlich "gut": durch ihren hohen Gehalt an Eiweiß, Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen (Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor) unterstützen sie zum Beispiel die Nervenfunktionen oder helfen durch ihren hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren dabei, den Cholesterinwert natürlich zu senken. Aber: die Nuss-Allergie gehört gleichzeitig zu den häufigeren Nahrungsmittelintoleranzen, vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen in Verbindung mit einer Pollenallergie (Kreuzallergie). ..... mehr dazu in diesem Bericht

 

Soja (Sojaeiweiß) kann in Lezithin, Emulgatoren, Bindemitteln, pflanzlichem Eiweiß und Fett, Stabilisatoren etc. enthalten sein. Sie werden häufig in der nahrungsmittelherstellenden Industrie und in der Lebensmitteltechnik sowie zunehmend als Fleischersatz eingesetzt - und kommen somit vor allem als verstecke Allergene in Nahrungsmitteln vor. Die Sojabohne ist weltweit als Grundnahrungsmittel die wichtigste Hülsenfrucht und ist ein recht preiswert zu erzeugender Nährstoff. Somit steigt die Sojaverwendung stetig an. ..... mehr dazu in diesem Bericht

 

  • Sorbitunverträglichkeit

In vielen industriell hergestellten Lebensmitteln wird Sorbit eingesetzt. Sorbit dient als Zuckerersatzstoff und ist als Lebensmittelzusatzstoff E 420 gekennzeichnet. Sorbit steht somit bei Lebensmitteln für Diabetiker und vor allem bei den Diät-, den "Light"- und den "Zuckerfrei"-Lebensmitteln ganz hoch im Kurs! Ebenso ist Sorbit in manchen Obstsorten (Aprikosen, Pflaumen, Pfirsichen) enthalten. Bei Menschen, die an einer Sorbitunverträglichkeit / Sorbit-Intoleranz leiden, kann das Sorbit im Dünndarm nicht aufgenommen werden.

 

  • Weizen-Allergie

Eine Weizen-Allergie wird durch unterschiedliche Eiweißbestandteile im Weizen (Albumin, Globulin, Klebereiweiß) ausgelöst. Vor allem im Bäckerhandwerk ist die Weizen-Allergie weit verbreitet, denn der umfangreiche dortige Einsatz von Weizenmehl wirkt durch Einatmen bereits allergen - deshalb wird bei der Weizen-Allergie auch von einem "Bäckerasthma" gesprochen.

 

Die Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit führt zu einer fortwährenden, chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut und beeinträchtigt somit die eigentliche Funktion des Dünndarms. Zu den glutenhaltigen Getreidesorten gehören: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern, Dinkel und verwandte Getreidearten und Urkornarten wie Kamut oder Einkorn sowie alle daraus hergestellten Produkte (Brot, Brötchen, Gebäck, Kuchen etc.) ..... mehr dazu in diesem Bericht

* Bildquelle: Jing – pixabay.com

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