Aus Winterschlaf und Wintertief ins Frühlingserwachen


Gegen Frühjahrsmüdigkeit und für das Frühlingserwachen - apotheken-wissen.deGegen Frühjahrsmüdigkeit und für das Frühlingserwachen - apotheken-wissen.de

Mit allen Sinnen ins Frühlingserwachen *

Sogar dann, wenn draußen wieder alles zu blühen beginnt, fällt es manchen Menschen schwer, sich darüber zu freuen. Sie fühlen sich niedergeschlagen, haben zu nichts Lust, kommen kaum noch aus dem Bett. Oft helfen jedoch schon ein paar einfache Tricks, um wieder in Schwung zu kommen – schließlich ist nicht jedes Tief gleich eine Depression. Wenn die trübe Stimmung dagegen länger anhält, sollten die Symptome unbedingt ernst genommen werden. apotheken-wissen.de berichtet in diesem Gesundheitsratgeber, woran sich erkennen lässt, ob man nur traurig oder schon krank ist und wie der Kampf gegen die Frühjahrsmüdigkeit gelingt.

Was bedeutet Frühjahrsmüdigkeit?

Oft beginnt es mit Gefühlen von Hoffnungslosigkeit, Leere und Selbstzweifeln. Ein möglicher Winterblues setzt sich einfach fort. Bleierne Müdigkeit lähmt den Körper, dumpfe Traurigkeit schleicht sich in die Seele: jeder fünfte Deutsche erkrankt einmal im Leben an einer Depression. Allerdings hat natürlich nicht jeder, der sich zwei oder drei Tage lang niedergeschlagen fühlt, gleich einen Grund, sich Sorgen zu machen. Gerade in den Monaten März und April würden sich viele Menschen am liebsten im Bett verkriechen. Frühjahrsmüdigkeit ist eine ganz normale Reaktion auf die Umstellung der Jahreszeiten – kein unbedingtes Symptom also für eine psychische Erkrankung. Der Körper muss sich auf den veränderten Tag-Nacht-Rhythmus einstellen, auch die Hormone pendeln sich neu ein. Dieser Umbruch strengt den Körper an – also werden wir müde und rutschen womöglich vorübergehend in ein Stimmungstief.

Frische Luft, Sonne und Bewegung

Man muss nicht unbedingt eine Sportskanone sein, um voller Elan in den Frühling zu starten. Es reicht schon, das schöne Wetter draußen in vollen Zügen zu genießen. Wer von Müdigkeit oder Lustlosigkeit geplagt ist, sollte so oft wie möglich an die Sonne gehen. Das senkt das stimmungsdämpfende Hormon Melatonin und beschleunigt die Ausschüttung des Gute-Laune-Machers Serotonin. Ein ausgiebiger Spaziergang, ein Ausflug in den Park oder ein Stadtbummel können wahre Wunder wirken. Die frische Luft stärkt die Abwehrkräfte, pumpt Sauerstoff ins Gehirn und gibt dem Herz-Kreislaufsystem einen tüchtigen Schubs. Dabei sollte man, wenn es geht, keine Sonnenbrille tragen: Sonst kann der Körper die Sonnenstrahlen nicht über die Netzhaut aufnehmen. Wer empfindlich ist, geht am besten nur vor- oder nachmittags raus, um sich nicht der intensiven Mittagssonne auszusetzen.

Kleidung und Mittagsschlaf

Außerdem empfiehlt es sich, schleunigst die dunklen Winterklamotten einzumotten: Kleidung in hellen, frischen Farben reizt die Sinne und macht munter. Auch ein kleines Mittagsschläfchen hilft meist wahre Wunder gegen akute Anfälle von Frühjahrsmüdigkeit – allerdings maximal 10 bis 30 Minuten – längere Nickerchen tagsüber sind nämlich kontraproduktiv.

Bewegung und Sport ja, aber richtig dosieren

Wem es schwer fiel, bei Kälte und Schnee Sport zu treiben, der hat nun keine Ausrede mehr: Also raus aus den Puschen und rein in die Joggingschuhe. Doch gerade am Anfang darf man sich nicht überfordern. Zwar ist Sport ideal gegen Frühjahrsmüdigkeit, denn Bewegung setzt Glückshormone frei und verbrennt den Winterspeck. Wer nach einer Winterpause aktiv werden möchte, sollte es jedoch unbedingt langsam angehen lassen. Dabei gilt: Es kommt auf Regelmäßigkeit an. Am besten ist, drei bis vier Mal pro Woche Sport zu treiben. Dafür reichen 30 Minuten am Tag: Schon etwas Gymnastik am offenen Fenster bringt den Kreislauf in Schwung und versorgt das Gehirn mit Sauerstoff. Das Aufwärmen vor dem Sport und auch Dehnübungen im Anschluss nicht vergessen. Mit der Zeit kann man das Pensum langsam steigern.

Frühjahrskost: frisches Obst und Gemüse

Nach festlichen Braten und deftigen Wintergerichten: Eine ausgewogene, fettarme Ernährung ist die Grundlage für einen gesunden Start in den Frühling. Die vitaminarme und deftige Winterkost ist für das Verdauungssystem eine große Belastung – im Frühjahr sollten daher viel frisches Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen, um den Stoffwechsel anzuregen. Kohlrabi, Rhabarber, Kräuter und Salate zum Beispiel tragen dazu bei, den Körper fit für den Frühling zu machen. Um alle Vitamine und Mineralien abzudecken, sollte man dabei besonders auf Vielfalt und Abwechslung achten; und auch frische Säfte vertreiben den Winterschlaf: Ein Cocktail aus Orangen- und Möhrensaft mit einem Tropfen Weizenkeimöl gibt dem Körper zum Beispiel schnell neue Energie. Ein Apfel vor dem Frühstück, ein paar Gurken-Sticks als Snack, abends ein Salat zum Käsebrot, das ist nicht schwer. Auch ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie Vollkornbrot oder Müsli sollten auf den Tisch kommen – das fördert die Darmflora und hilft, den Winterspeck loszuwerden. apotheken-wissen.de stellt hier den Spargel als Frühjahrsgemüse vor und gibt Tipps für ein gesundes Osteressen.

Was tun, wenn die Frühjahrsmüdigkeit anhält?

Müdigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen: Lassen die Beschwerden den Frühsommer über nicht allmählich nach, können die Ursachen unter Umständen doch tiefer sitzen. Die Grenze zwischen einer harmlosen Verstimmung und einer depressiven Erkrankung ist nicht selten fließend und die Symptome können äußerst vielfältig sein. Oft wird die Erkrankung nicht gleich erkannt. Verschiedene psychische Erkrankungen können zugrunde liegen, die sich in Verlauf, Schwere und Behandlung unterscheiden und krisenhafte Verläufe sollten durch eine geeignete Behandlung vermieden werden. Generell gilt: Wer sich länger als zwei Wochen lang antriebslos, schlapp und ohne bestimmten Anlass traurig fühlt, leidet wahrscheinlich an einer Depression. Weitere Alarmsignale sind Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche. Man hat keinen Spaß mehr an den Dingen, die man früher gern gemacht hat, verliert das Interesse an Hobbies, kapselt sich von Freunden ab und fühlt sich auch von einfachen Aufgaben überfordert. Der Hausarzt kann dann ein erster Ansprechpartner sein, besser aufgehoben sind Depressive aber bei einem Facharzt – also einem Psychiater, Psychologen oder Psychotherapeuten.

Ob Winter oder Frühjahr: Ausgeglichenheit ist die beste Strategie

Es ist nicht leicht, sich vor Depressionen zu schützen. Äußere Ereignisse, anhaltende Konfliktsituationen und körperliche Einflüsse können eine Rolle spielen. Persönliche Krisen wie der Tod eines geliebten Menschen, Arbeitslosigkeit oder Scheidung können die Krankheit auslösen. Solche Ereignisse sind jedoch nicht vorhersehbar – und wie man selbst darauf reagiert noch viel weniger. Die Seele zu kräftigen: Ein ausgeglichenes Leben sowie körperliche und geistige Fitness sind die beste Strategie gegen die Schwermut. Erwiesen ist, dass regelmäßiger Sport die Risiken senkt. Auch Lesen fördert die psychischen „Abwehrkräfte“. Der Tag sollte gut strukturiert sein, mit ausreichend Schlaf und Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse. Entspannungstechniken wie zum Beispiel Yoga sorgen ebenfalls für seelische Balance. In Fällen einer depressiven Erkrankung hilft dagegen nur noch eine fachärztliche Behandlung: Zur Anwendung kommen Psychotherapie, medikamentöse Behandlung oder eine Kombination beider Behandlungsansätze. Bekommt der Patient die passenden Behandlung, sind die Heilungschancen erfreulicherweise extrem gut: Ganze 70 bis 80 Prozent der Erkrankten schaffen es, ihre Depression dauerhaft zu überwinden.

* Bildquelle: © drubig-photo – Fotolia.com
Textquellen: DKV Deutsche Krankenversicherung – www.dkv.com, weitere Verbraucherthemen – www.ergo.com/verbraucher

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