Senkung des Blutdrucks und der Blutgerinnung mit Nattokinase


Natto, Nattokinase

Das traditionelle japanische Gericht Natto: Ausgangspunkt der Nattokinase als natürlicher Blutgerinnungs- und Blutdrucksenker *

Schlaganfälle, Herzinfarkte, schwerwiegende Gefäßerkrankungen und Embolien gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Dabei ausschlaggebenden Momente sind der Bluthochdruck und der Blutgerinnungsfaktor: Evolutionsbedingt soll der Gerinnungsfaktor hoch sein, um auch große Wunden schnell zu schließen. In der heutigen Zivilisation mit wenig Verletzungen, wenig Bewegung, nicht immer gesunder Ernährung etc. wirkt er kontraproduktiv, denn er verschließt Gefäße und als Zeichen dessen dann der Blutdruck steigt. Dann werden sogenannte Blutverdünner eingenommen, wobei sie richtigerweise als Blutgerinnungssenker zu bezeichnen sind. Die Ratgeber beschreibt die natürliche Form eines Blutgerinnungssenkers, nämlich das Enzym Nattokinase.

Historie der Nattokinase

Das Prinzip der Nattokinase wird schon seit mehr als 1.000 Jahren genutzt, vornehmlich in Asien und speziell in Japan. Dort wird traditionell die Natto zubereitet und gegessen und sie gilt dabei auch als Heilmittel für Gefäß- und Herzerkrankungen. Die Natto ist eine Sojaspeise aus fermentierten Sojabohnen: nach gründlicher Reinigung werden die Sojabohnen  (über Nacht) in Wasser eingeweicht, dann gekocht und getrocknet. Die Fermentierung (Gärung) sorgt dabei für die entsprechenden Wandlungsprozesse. Durch diesen Prozess verändern die Sojabohnen ihre Konsistenz und ihren Geschmack deutlich.

Die erstmalige Beschreibung des Enzyms Nattokinase geht auf den japanischen Forscher Dr. Hiroyuki Sumi zurück: 1987 beschrieb er es erstmals. Dr. Hiroyuki Sumi war bei seinen Forschungen auf die natürlichen Wirkstoffe im Natto gestoßen, weil sich durch dieses Gericht Blutgerinnsel auflösen ließen und drohende Embolien ausblieben. So erhielt die Nattokinase auch seinen Namen: Nattokinase bedeutet übersetzt das „Enzym von Natto“.

Dass dieses Enzym sogar besser als chemische Medikamente wirken soll und seine Wirkung über acht Stunden anhält sei darin begründet, dass dieses Enzym die Produktion verschiedener körpereigener gerinnungshemmender Substanzen anschiebt.

Heutzutage wird Natto mit Hilfe der Zugabe des Bakteriums Bacillus subtilis ssp. natto zu gekochten Sojabohnen und anschließender Bedampfung hergestellt. Dabei produzieren die Bakterien das Enzym Nattokinase, um die Sojabohnen zu verdauen. Bei anderen Sojaprodukten werden ebenfalls Enzyme verwendet, jedoch konnte die Nattokinase ausschließlich  in Natto gefunden werden. Nattokinase wird heute sowohl rekombinant (biotechnologisch hergestellt) als auch aus Bakterienkulturen extrahiert. Auf diesen Wegen kann Nattokinase gewonnen und zur Lebensmittelproduktion eingesetzt werden, ohne die gewünschten Lebensmittel mit Bakterien versetzen zu müssen oder sie auf dem weit umständlicheren Weg über die Extraktion aus dem fertigem Natto gewinnen zu müssen.

Wirkungsweise der Nattokinase

Die Nattokinase wird besonders im alternativmedizinischen Bereich als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Die gesundheitsfördernde Wirkung von Natto basiert auf seinem besonderen Stoffspektrum, das reich an Lecithin, Saponinen, Selen als sehr effektives Antioxidans und vor allem an Vitamin K, das maßgeblich an der Blutgerinnung beteiligt ist. Das hier in großer Menge vorhandene Vitamin K2 fördert sehr stark das Knochenwachstum durch die Bildung von Polyglutaminsäuren (Polymere, die nur aus der Aminosäure Glutaminsäure aufgebaut sind), die wiederum die Bindung von Kalzium verbessern.

Grundsätzlich hat die Nattokinase nicht nur einen vorbeugenden oder bereits therapeutischen Nutzen gegen Blutgerinnsel und den daraus resultierenden Bluthochdruck: Die blutverdünnende Wirkung des Enzyms sorgt generell für eine verbesserte Blutzirkulation bis in die kleinsten Gefäße. Alle Organe werden somit besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, zugleich findet dementsprechend auch eine bessere Entsorgung von Stoffwechselprodukten statt. An jeder Stelle des Körpers steht also mehr Energie zur Verfügung, was sich im Alltag zum Beispiel auch als verbesserte Konzentrationsfähigkeit zeigen kann.

Im therapeutischen Bereich wird Nattokinase zur Senkung der Blutgerinnung eingesetzt, um vorhandene Blutgerinnsel aufzulösen. Hier sind die Indikationen Gefahr eines Schlaganfalls, eines Herzinfarktes, anderer schwerwiegende Gefäßerkrankungen und Embolien ebenso zu nennen wie auch sein Einsatz in der Behandlung von Alzheimer und Krebs.

Nattokinase wird als Nahrungsergänzungsmittel angeboten und es wird weitestgehend im Sinne eines Nahrungsmittels verdaut. Soll heißen: Seine Wirkungen kann das Enzym also erst dann zeigen, wenn es voll funktionsfähig vom Körper aufgenommen wird.

Nebenwirkungen und Beachtenswertes

Bei den heute vielfach aus der phamazeutisch-technischen Herstellung eingesetzten Wirkstoffen haben sich die Cumarine durchgesetzt. Es sind Vitamin-K-Antagonisten, weil sie die Wirkung des Vitamins K hemmen. Bekannt ist hier vor allem das Marcumar. Heparine werden ebenso als Blutgerinnungshemmer als Injektion oder Infusion eingesetzt. Heparin aktiviert die körpereigenen Gerinnungshemmer (Antithrombine).

Acetylsalicylsäure (ASS) findet ebenso häufige Anwendnung. Sie unterdrückt eine der Funktionen der Blutplättchen, das Blut zu verklumpen. Junge blutverdünnenden und blutgerinnungssenkende Medikamenten sind die direkten oralen Antikoagulanzien: Sie hemmen in direkter Weise die Gerinnungsfaktoren.

Was hier sofort deutlich wird: Die zusätzliche Eigenanwendung von Nattokinase bei Personen, die bereits blutverdünnende Medikamente (bspw. Marcumar, ASS etc.) einnehmen, muss unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. „Viel hilft viel“ ist hier auf keinen Fall angeraten – und auch ohne sich bereits in einer blutgerinnungssenkenden Therapie zu befinden schadet es nicht, Ihren Arzt in Sachen Nattokinase, Einnahme und Dosierung vorher zu befragen.

Durch die Herkunft der Nattokinase aus Soja-Produkten ist ihre Anwendung ebenso bei Personen nicht angezeigt, die unter einer Soja-Allergie leiden.

* Bildquelle: whui1818 / pixabay.com

Pin It

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte lösen Sie die Rechenaufgabe: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.