Antibiotikum – Ja oder Nein?


Antbiotikum und Fieberthermometer - apotheken-wissen.de

Antbiotika: wann ist ihr Einsatz richtig? *

Mit Beginn der dunkler werdenden Jahreszeit und im gesamten Winter stellen sie sich auch wieder die grippalen Infekte, die tatsächliche Grippe, die akuten Atemwegsinfektionen ein: Schnupfen, Nebenhöhlenentzündungen, Husten, Bronchitis, Mandelentszündungen, Fieber. Und damit beginnt auch wieder eine Gretchenfrage in Sachen Medikamente: Behandlung mit oder ohne Antibiotikum? Wir wollen in diesem Gesundheitsratgeber betrachten, wann ein Einsatz von Antibiotikum sinnvoll ist und wann Antibiotika überhaupt nichts nützen. Und bereits hier vorab gesagt: Bei einer Atemwegsinfektion, die durch Viren verursacht wurde, sind Antibiotika nicht angebracht. Denn Antibiotika richten sich ausschließlich gegen bakterielle Infektionen.

Was ist eine akute Atemwegsinfektionen?

Eine akute Atemwegsinfektion entsteht, wenn der Atemtrakt durch Krankheitserreger befallen wird. In der Folge entzündet sich die Atemwegsschleimhaut, was zu den typischen Beschwerden führt. Es können dabei sowohl die oberen Atemwege (Nase, Rachen, Mandeln) als auch die unteren Atemwege (Luftröhre, Bronchien) betroffen sein. Die Infektion löst Husten, Schnupfen und Halsschmerzen raus. In manchen Fällen kommt dann auch noch Fieber hinzu.

Auslöser und Antibiotika richtig und gezielt einsetzen

Etwa 90 % aller Atemwegsinfektionen werden durch Viren verursacht. Der Einsatz von Antibiotika ist hier nicht sinnvoll, den Antibiotika wirken nur gegen bakterielle Infektionen. Viren dagegen können nicht mit Antibiotika bekämpft werden! Sie lindern daher beim Großteil der Atemwegsinfektionen weder die Symptome, noch wirken sie gegen die Ursache!

Antibiotika sind dennoch wichtige Medikamente. Sie können bei schweren Erkrankungen, die durch Bakterium ausgelöst werden, Leben retten. Werden sie jedoch häufig oder bei viralen Infektionen unnötigerweise eingesetzt, erhöht sich das Risiko von Antibiotika-Resistenzen. Das heißt die Bakterien werden unempfindlich gegen bestimmte Antibiotika. Damit Antibiotika aber auch weiterhin wirksame Medikamente im Kampf gegen (auch lebensbedrohliche) bakteriell verursachte Krankheiten bleiben, ist es wichtig, diese Präparate verantwortungsbewusst und gezielt einzusetzen.

Was also hilft bei Husten und Schnupfen? Bei der Behandlung viraler Infektionen steht die Linderung der Krankheitssymptome im Vordergrund. Dafür stehen Ihrem Arzt zahlreiche wirksame Medikamente zur Verfügung – zum Beispiel auch pflanzliche Heilmittel, die sich hier seit Jahren bewährt haben. Zu beachten ist aber: wenn sich ihr gesundheitlicher Zustand verschlechtert oder sich nach zwei Wochen nicht deutlich verbessert hat, sollten Sie Ihren Arzt erneut aufsuchen.

Infektionen der oberen Atemwege

Bei den Infektionen der oberen Atemwege sprechen wir normalerweise von Nasennebenhöhlenentzündung mit Schnupfen. Schnupfen und Erkältung werden meist durch Viren hervorgerufen. Über 200 verschiedene Schnupfenviren sind bekannt. Ihre Vielzahl und ihre Wandlungsfähigkeit verhindern die Möglichkeit ebenso eine sinnvolle Impfung gegen grippale Infekte als auch eine erfolgreiche Behandlung mit Antibiotika.

Haben die Viren die Schleimhaut gefahren, entzündet sich diese und in der Nase wird vermehrt zäher Schleim produziert. Nun heißt es schnell einzugreifen, damit sich der harmlose Schnupfen nicht zu einer schmerzhaften und tiefsitzen Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt. Wichtig ist dabei, bereits bei verstopfter Nase den festsitzenden Schleim zu lösen. Dadurch wird die Entzündung eingedämmt und die Krankheitserreger bekämpft, um eine Verschlimmerung zu verhindern.

Infektionen der unteren Atemwege

Husten und Bronchitis sind Infektionen der unteren Atemwege. Husten ist dabei keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom. Er dient als natürlicher Schutzreflex gegen eingedrungene Fremdkörper, kann aber auch ein Ref ich die ich die ich Reflex / eine Begleiterscheinung von Erkrankungen bei beispielsweise einer akuten Bronchitis sein.

Bei einer akuten Bronchitis entsteht ein besonders heftiger Hustenreiz. Dieser Hustenreiz wird durch sehr festsitzenden Schleim, die Schwellung der Bronchialschleimhäute und die entsprechenden Entzündungsreaktionen ausgelöst. Um schnell die Beschwerden zu lindern ist es ratsam, nicht nur den Husten zu beruhigen, sondern zusätzlich die Hauptursache des Hustens anzugehen: Die Entzündung. Gleichzeitig ist eine schleimlösende Wirkung wichtig, damit der zähe Schleim leichter abgehustet werden kann.

Generelle Tipps bei Erkältungen

Regelmäßiges Händewaschen

Krankheitserreger sind mit bloßem Auge nicht erkennbar. Daher sollte man auch nicht sichtbar verschmutzte Hände regelmäßig mit Seife waschen, um Krankheitserreger zu entfernen.

Gutes Raumklima

Erhöhen Sie in Innenräumen die Luftfeuchtigkeit, indem Sie zum Beispiel feuchte Tücher über die Heizung hängen. Niedrige Luftfeuchtigkeit trocknet die Schleimhäute der Atemwege aus. Bakterien und Viren haben dein leichtes Spiel. Lüften Sie regelmäßig. So halten sie die Erregermenge in der Raumluft gering.

Hausapotheke kontrollieren

Nasentropfen, Hustentropfen, Hustensäfte, schleimlösende Medikamente: All das sollte besonders nun in Richtung Herbst- und Winterzeit in ihrer normalen Hausapotheke und in Ihrer ggf. homöophatischen Hausapotheke vorhanden sein. Und hier finden Sie einen Gesundheitsratgeber speziell zur Hausapotheke im Winter.

Weiterführende Links

Auf apotheken-wissen.de finden Sie ein Vielzahl weiterer Gesundheitsrageber zu den Stichworten Erkältung, Husten, Grippe, Infektionen.

* Bildquelle: stevepb / pixabay.com

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