Psychedelika – Forschungsobjekt und medizinische Hoffnungsträger?


Psychedelika sind eine Untergruppe der Halluzinogene

Psychedelika gehören zu den Halluzinogenen *

Psychedelika sind der Menschheit seit Jahrtausenden bekannt. Ihre Wirkung wurde besonders im Laufe des 20. Jahrhunderts auf die einer Partydroge für Hippies und soziale Absteiger reduziert.

Dieses Bild muss aber grundlegend revidiert werden. In den letzten Jahren hat sich die Forschung an den psychedelischen Wirkstoffen intensiviert und ihr Potenzial scheint riesig zu sein.

Was sind Psychedelika?

Psychedelika sind eine Untergruppe der Halluzinogene. Die bekanntesten Vertreter sind Mescalin, Psilocybin und LSD beziehungsweise Derivate von LSD wie etwa 1V-LSD. Die Wirkung der Psychedelika wird durch die Stimulation der sogenannten 5-HT2A-mGlu2 Rezeptoren ausgelöst. Mit Hilfe dieser Stimulation werden durch Psychedelika bestimmte bewusstseinsbeeinflussende Reaktionen ausgelöst. So kommt es nach der Einnahme einer wirksamen Dosis eines Psychedelika wie LSD zu Veränderungen in der Sinneswahrnehmung. Diese äußern sich durch Pseudohalluzinationen und Illusionen.

Besonders wichtig ist dabei zu verstehen, dass es sich bei Pseudohalluzinationen um eine Form der Halluzination handelt, die dem Konsumenten als solche bewusst sind. Das heißt, dass die Halluzination zwar deutlich wahrgenommen und erlebt wird, aber die Rauschsituation permanent präsent ist. Man kann dadurch mit dem Halluzinierenden arbeiten, da dieser seine Erlebnisse während des Rauschs schildern kann. Eine Gefahr körperlicher Abhängigkeit besteht bei der Einnahme von psychedelischen Substanzen nicht.

Psychedelika in der Forschung

Eine der bekanntesten Substanzen, die auch immer ein bevorzugtes Forschungsobjekt war, ist LSD.

Diese Substanz wurde erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entdeckt und seitdem mehr oder weniger intensiv erforscht. Bereits relativ kurz nach der Entdeckung wurde bereits vermutet, dass LSD innerhalb medizinischer Einsatzfelder durchaus Potenzial haben könnte. Im Laufe der 60er und 70er Jahre wurde aber durch die gemeinsame Verteufelung aller psychoaktiver Substanzen auch LSD nur noch als Droge wahrgenommen. Erst kürzlich intensivierte sich die Forschung wieder und wird nun immer stärker vorangetrieben.

Psychedelika in der modernen Forschung

Ein Problem, dem sich die Forschung an Psychedelika immer noch in vielen Nationen stellen muss, ist die Tatsache, dass der Einsatz an menschlichen Probanden verboten ist. Daher stellt sich vor der Konzeption jedes Forschungsvorhabens die Frage: Ist LSD legal?

Auch die Verwendung von legalen Derivaten wie 1V-LSD konnte nur kurz Abhilfe schaffen. Die Forschung an Psychedelika ist folglich besonders in den Ländern stark, in denen es möglich ist, diese auch an Menschen zu erproben. Die Schweiz ist aus diesem Grund eine der führenden Nationen auf dem Gebiet. Aber auch an der Charité wird den psychedelischen Substanzen inzwischen die Aufmerksamkeit zuteil, die sie verdient haben.

Forschungsgebiete

Das Hauptaugenmerk bei der Erforschung der Psychedelika liegt auf den therapeutischen Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Depressionen und der Suchterkrankungen. Das Interesse der Forschung erklärt sich zunächst dadurch, dass die bisher zur Verfügung stehenden medikamentösen Therapiemöglichkeiten in den genannten Bereichen, gelinde gesagt, unzureichend sind.

Viele Nebenwirkungen und teilweise starkes Suchtpotenzial haben den psychopharmakologischen Erzeugnissen einen fragwürdigen Ruf beschert. Die Psychedelika stoßen daher in eine Lücke vor, die besonders viel Nachholbedarf hat. Innerhalb der bisherigen Forschung konnte man vor allem Effekte feststellen, die den Probanden helfen konnten, eingefahrene Denkmuster zu realisieren und zu verändern. Dies kann gerade bei depressiven Erkrankungen und Suchtverhalten eine große Unterstützung anderer therapeutischer Ansätze darstellen. Die dahingehende Forschung konnte noch keine endgültigen Ergebnisse hervorbringen. Das Potenzial ist aber unstrittig riesig.

Hoffnung auf eine intensivierte Erforschung

Die bisherigen Ergebnisse der Forschung zu psychedelischen Substanzen wie LSD lassen auf viele weitere Erkenntnisse hoffen. Um den Erkenntnisgewinn weiter zu beschleunigen, bleibt zu hoffen, dass künftig noch mehr Nationen den Forschern die Möglichkeiten an die Hand geben, die sie benötigen.

* Bildquelle: Teslariu Mihai / unsplash.com

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