Gelenkerkrankungen vorbeugen, erkennen und behandeln


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Gelenkerkrankungen vorbeugen, erkennen und behandeln. *

Gelenke verbinden zwei oder auch mehrere Knochen miteinander. Sie sind dafür zuständig, die Knochen schmerzfrei ineinander gleiten zu lassen. Bänder und Sehnen sorgen zusätzlich dafür, dass die Gelenke funktionsfähig bleiben und besser halten. Doch die mehr als 300 verschiedenen Gelenke können sich in bestimmten Situationen verletzen oder entzünden. Beschwerden und Verletzungen treten beim Sport auf, aber auch andere Ursachen kommen in Betracht. Wenn die Gelenkerkrankung korrekt behandelt wird, bleiben meist keine ernsthaften Schäden zurück. Diese Übersicht hilft, Erkrankungen an den Gelenken zu erkennen, korrekt zu behandeln sowie diesen vorzubeugen.

Welche Personengruppen sind anfällig für Beschwerden an den Gelenken?

Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens von einer solchen Erkrankung betroffen sein. Dabei bestehen Personengruppen, die besonders gefährdet sind:

  • Sportler belasten die Sehnen, Bänder und Gelenke mit regelmäßigen und anstrengenden Trainingseinheiten. Sie haben oft mit Knorpelverletzungen oder Bänderrissen zu kämpfen.
  • Ältere Menschen sind anfällig für Beschwerden, die unabhängig von sportlichen Aktivitäten auftreten. Grund dafür sind die altersbedingten Prozesse, die im Körper ablaufen. Die Gelenke sind nicht so stabil wie in jungen Jahren und halten hohen Belastungen nicht mehr stand, sie „verschleißen“ leichter.
  • Personen, die übergewichtig sind, leiden öfter unter Gelenkproblemen als Menschen, die normalgewichtig sind. Die zusätzlichen Pfunde drücken auf die Gelenke, die aufgrund der zusätzlichen Belastung nicht in der Lage sind, normal zu funktionieren.
  • Weiterhin sind Personen betroffen, die viel und hart körperlich arbeiten. Dies ist beispielsweise bei Handwerkern oder Gärtnern der Fall.
  • Schwangere können ebenfalls vermehrt Probleme mit ihren Gelenken haben. Es handelt sich hierbei um temporäre sowie zeitlich begrenzte Beschwerden, die nach der Geburt zurückgehen oder verschwinden.

Schmerzmittel – wenn überhaupt eine kurzfristige Lösung

Schmerzmittel sind bei allen Beschwerden, die an den Bewegungsapparaten auftreten, eher eine kurzfristige Lösung. Betroffene, die aufgrund von beruflichen oder privaten Terminen nicht sofort einen Arzt aufsuchen, nehmen die Schmerzmittel einige Tage lang. Sie lösen damit das Problem nicht, sondern unterdrücken lediglich den auftretenden Schmerz. Setzen sie das Medikament ab, tritt der Schmerz unverzüglich erneut auf.

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Mit natürlichen Hausmitteln wie Ingwer lassen sich Gelenkschmerzen gut behandeln. *

Es ist sinnvoller, zunächst bei Bursitis und anderen Entzündungen auf natürliche Hausmittel zu vertrauen: Kalte und warme Kompressen, Massagen und verschiedene Öle, Ingwer und Essig wirken entzündungshemmend und lindern die Beschwerden. Sobald die Schmerzen länger anhalten, sollte der behandelnde Arzt über das weitere Vorgehen entscheiden.

Diese Ursachen sind für die Gelenkschmerzen verantwortlich

Gelenkverschleiß: Gelenke nutzen sich im Laufe des Lebens ab und ziehen irgendwann Verschleißerscheinungen nach sich. Bei Erwachsenen tritt, wie das Robert Koch-Institut mitteilt, die sogenannte Arthrose am häufigsten auf. Die Arthrose tritt auf, sobald der Knorpel fast oder völlig zerstört ist und die Knochen unmittelbar auf die umliegenden Knochen reiben. Arthrose betrifft vor allem stark belastete Gelenke an den Füßen, im Knie oder im Hüftbereich. Auch die Schulter-, Finger- und Handgelenke können betroffen sein. Schwere körperliche Arbeit, bei der die Gelenke überlastet werden, sowie eine angeborene Fehlstellung der Gelenke begünstigen das Auftreten der Arthrose. Betroffene erkennen eine Arthrose an den sogenannten „Belastungsschmerzen“, die auftreten, wenn sie die Gelenke stark beanspruchen. Je weiter die Krankheit unbehandelt fortschreitet, umso eingeschränkter verlaufen die Bewegungen der Patienten. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielseitig, doch ist die Arthrose nicht heilbar. Ärzte setzen zunächst auf nicht-operative Maßnahmen wie Physiotherapie, entzündungshemmende Medikamente, Hausmittel sowie spezielle physikalische Therapien. Eine Operation kommt infrage, wenn die anderen therapeutischen Maßnahmen ausgeschöpft sind und die Schmerzen chronisch werden.

Verletzte Gelenke: Gelenke verletzen sich beispielsweise nach sportlichen Aktivitäten oder infolge von Unfällen und Stürzen. Es bestehen verschiedene Arten von Gelenkverletzungen, die entweder die Bänder, Kapseln oder Sehnen schädigen. Kontusionen treten oft bei Sportlern auf, die Ballsportarten oder Kampfsport ausüben.

Das betreffende Gelenk kann entweder geprellt und geschwollen oder verstaucht sein. Die Flächen sind dabei nicht vollständig „ausgehebelt“, aber befinden sich nicht mehr in ihrer ursprünglichen Position. Gelenkbänder verursachen dann Schmerzen, wenn sie gezerrt, überdehnt oder gerissen sind. Starke Schmerzen verursacht ein Gelenkbruch. Dieser Bruch geht oft mit einer starken Schwellung einher, die Gelenke stehen unnatürlich ab. Erhöhte Vorsicht ist bei den sogenannten Knorpelödemen geboten: Diese feinen oder größeren Risse im Knorpel verursachen zunächst keine Beschwerden und setzen die Durchblutung herab – unbehandelt gehen sie nach einer gewissen Zeit in eine Arthrose über. Menschen verletzten sich oft an den Gelenkknorpeln, wenn sie sich durch sportliche Übungen oder Stürze die Kniescheibe verrenken.

Entzündete Gelenke: Im menschlichen Körper entzünden sich, je nachdem, welche Krankheit vorliegt, eines oder mehrere Gelenke. Zu den häufigsten entzündlichen Krankheiten zählt die sogenannte Arthritis, die akut oder chronisch auftritt. Eine Arthritis führt zu Schmerzen, entzündlichen oder geschwollenen roten Stellen und Flüssigkeits- oder Eiteransammlungen im betroffenen Gelenk. Oftmals ist eine Arthritis die Folge einer (unbehandelten) Infektion oder tritt bei einem gestörten Stoffwechsel auf (beispielsweise infolge einer Autoimmunerkrankung). Viele Menschen leiden unter der chronischen Polyarthritis, bei der die innere Kapselschicht angegriffen ist. Es gibt ebenso Fälle von Arthritis, die durch Bakterien, zu denen Chlamydien gehören, entstehen. Zu den weiteren entzündlichen Krankheiten zählen die Gicht, die Schleimbeutelentzündung (Bursitis) oder Morbus Bechterew, im Rahmen dessen vor allem der Rücken betroffen ist. Sehr selten ist inzwischen das rheumatische Fieber, das innere Organe wie das Herz oder die Leber befällt und infolge von Streptokokken-Infektionen entsteht.

Nützliche Tipps, um Gelenkschmerzen vorzubeugen

Einige nützliche Tipps helfen, Gelenkschmerzen gezielt vorzubeugen.

  • Wer einmal oder regelmäßig Schmerzen an den Gelenken verspürt, sollte nicht rasten, sondern sich ausreichend bewegen. Für Hobbysportler ist es ideal, schwimmen zu gehen oder Rad zu fahren, da diese Sportarten gelenkschonender sind als Jogging oder Laufen.
  • Fußballer und andere Ballspieler mindern die Gefahr, sich an den Gelenken zu verletzen, indem sie geeignetes Equipment verwenden und sich vor dem Training intensiv aufwärmen.
  • Übergewichtige Menschen wirken möglichen Beschwerden an den Gelenken entgegen, wenn sie ihre Ernährung umstellen, sich regelmäßig bewegen und ihr Körpergewicht reduzieren.
  • Es gibt Lebensmittel, die entzündliche Prozesse in den Gelenken begünstigen. Wer später keine Gelenkschmerzen haben möchte, verzichtet besser teilweise auf tierische Nahrungsmittel, die Arachidonsäure enthalten.
  • Stattdessen lohnt es sich, Nahrungsmittel aufzunehmen, die entzündlichen Prozessen entgegenwirken. Dies sind beispielsweise Oliven- und Rapsöl, Milchprodukte, Fisch, Nüsse und sekundäre Pflanzenstoffe in vielen Gemüse- und Obstsorten.
  • Der Zigaretten- und Nikotinkonsum sollte eingeschränkt in Maßen stattfinden oder unterbleiben. Rauchen ist ein möglicher risikoreicher Faktor, der zu Arthrose führt.
  • Fehlstellungen setzen den Gelenken zu. Es empfiehlt sich, diese durch orthopädische Einlagen oder andere Therapien rechtzeitig zu korrigieren.

Sich (auch) im Alter ausreichend zu bewegen, beugt Gelenk-Krankheiten vor.

* Bildquelle: Pixabay.com © Antranias (CC0 Creative Commons)
** Bildquelle: Pixabay.com © congerdesign (CC0 Creative Commons)

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