Was tun gegen Reisekrankheit?


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Reisekrankheit: damit es dazu gar nicht erst kommt oder was im Falle eine Falles getan werden kann … *

Vielen Reisenden und Urlaubern macht sie zu schaffen und damit die Reise zum Ziel oder zum ersehnten Urlaubsort zur Qual: die Reisekrankheit, auch unter ihrem Fachbegriff Kinetose bekannt. Warum Babys und ältere Menschen weniger betroffen sind und warum es die Zwei- bis Zwölfjährigen besonders betrifft … Wie sie entsteht, wie man vorbeugen kann, was im Falle eines Falles dagegen hilft und egal ob im Auto, im Flugzeug oder auf dem Schiff: viele Hintergründe, Tipps und Ratschläge liefert dieser Gesundheitsratgeber – für eine bereits erholsame Anreise oder auch für eine stressfreie Rückreise.

Reisekrankheit: Ursachen und Entstehung

Die Reisekrankheit ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne. Sie entsteht, wenn das Gehirn von den Sinnesorganen widersprüchliche Meldungen über eine Bewegung erhält. Das passiert zum Beispiel im fahrenden Auto oder in der Bahn. Das Gleichgewichtsorgan im Ohr meldet eine Erschütterung oder Beschleunigung. Die Augen nehmen dagegen im Innenraum keine Bewegung wahr. Druckrezeptoren an der Fußsohle oder Sensoren in der Haut, das sogenannte propriozeptive System, melden ebenfalls „Stillstand“. Diese gegensätzlichen Informationen verwirren das Gehirn und versetzen es in Alarmbereitschaft. Der Körper wehrt sich dagegen und reagiert mit Übelkeit, Schwindel oder Erbrechen, den typischen Symptomen einer Reisekrankheit.

Wer besonders von der Reisekrankheit betroffen ist

Nicht alle Menschen leiden gleichermaßen an der Reisekrankheit. Säuglinge bleiben gewöhnlich von der Kinetose verschont. Das liegt daran, dass ihr Gleichgewichtsorgan im Innenohr noch nicht vollständig ausgebildet ist. Menschen über 50 sind ebenfalls weniger anfällig. Ihr Gleichgewichtssinn ist nicht mehr so präzise. Die Zwei- bis Zwölfjährigen trifft es hingegen am häufigsten. Warum gerade sie?

Das liegt daran, dass sich ihre Sinneswahrnehmungen noch entwickeln. Dabei kommt es vermehrt zu Fehlmeldungen im Gehirn. Ebenso spielt die Erwartungshaltung der Reisenden eine wichtige Rolle: Wer sich in die Vorstellung einer Reisekrankheit hineinsteigert, wartet in der Regel nicht lange auf die ersten Symptome. Einige andere Umstände wie etwa Angst, Schwangerschaft, Alkoholkonsum oder Krankheiten wie Migräne begünstigen zudem eine verstärkte Anfälligkeit.

Typische Symptome einer Reisekrankheit

Die Reisekrankheit kündigt sich allmählich an. Betroffene fühlen sich zunächst leicht unwohl und haben ein flaues Gefühl im Magen. Außerdem gähnen sie häufiger, produzieren mehr Speichel und bekommen möglicherweise leichte Kopfschmerzen. Dies kann in Schweißausbrüche, Erbrechen oder Kreislaufstörungen übergehen. In den meisten Fällen verbessert sich der Zustand der Betroffenen relativ schnell von selbst wieder – wenn sie die verschiedenen Sinneseindrücke koordinieren können. Ernst nehmen sollten Reisekranke ihren Zustand, wenn sie länger an Übelkeit und Erbrechen leiden. Sie verlieren dadurch große Mengen an Flüssigkeit und damit auch wichtige Salze, sogenannte Elektrolyte. In seltenen Fällen kann das sogar zum Kreislaufkollaps führen.

Tipps zur Vorbeugung

Wer von seiner Reisekrankheit weiß, sollte sich gut auf die Reise vorbereiten. Es empfiehlt sich, vorher gut auszuschlafen und etwas Leichtes, Fettarmes zu essen. Irrtümlicherweise denken Betroffene, mit einem leeren Magen die Reisekrankheit verhindern zu können – doch genau das Gegenteil ist der Fall. Denn der Magen ist dadurch anfälliger für Übelkeit. Sich auf einen festen Punkt am Horizont zu konzentrieren oder im Flugzeug oder der Bahn im Gang auf- und abzugehen, kann ebenfalls dem Unwohlsein entgegenwirken. Auf keinen Fall sollten die Betroffenen lesen oder sich mit dem Handy beschäftigen. Bei Autoreisen empfiehlt es sich, vorne auf dem Beifahrersitz oder – noch besser – selbst am Steuer zu sitzen, denn beim Fahrer tritt die Reisekrankheit in der Regel nicht auf.

Im Falle eines Falles: Reisekrankheit mildern

Tritt die Reisekrankheit akut auf, hilft es, den Kopf ruhig zu halten, sich möglichst hinzulegen und die Augen zu schließen. Das schaltet optische Reize ab. Des Weiteren haben sich rezeptfreie Medikamente mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat bewährt. Sie sind in der Apotheke beispielsweise als Kaugummi erhältlich. Sollen Kinder die Medikamente einnehmen, ist ein vorheriges Gespräch mit dem Kinderarzt ratsam. Für länger andauernde Reisen können bei Erwachsenen Pflaster mit dem verschreibungspflichtigen Wirkstoff Scopolamin helfen. Die Wirkung setzt erst einige Stunden nach der Anwendung ein, hält aber dafür bis zu drei Tage an. Anwender sollten das Pflaster deshalb bereits am Abend vor der Abreise anbringen. Zu beachten ist jedoch, dass beide Medikamente müde machen und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Wer aktiv am Verkehr teilnimmt, ist daher mit Ingwer-Tee oder -Kapseln besser beraten. Die Wurzel lindert Übelkeit und hat keinerlei Nebenwirkungen.

* Bildquelle und Textquelle: ERGO Versicherung – www.ergo.de
Weitere Verbraucherthemen – www.ergo.com/verbraucher

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