Benigne Prostatahyperplasie (BPH)


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Benigne Prostatahyperplasie (BPH): gutartige Prostatavergrößerung *

Nächtliches Wasserlassen, Harndrang und gesteigertes Wasserlassen, ein schwacher Harnstrahl, eine nur mit Verzögerung einsetzende Blasenentleerung, Harnstottern, Nachtropfen oder eine nur unvollständige Blasenentleerung: all das deutet auf benigne Prostatahyperplasie hin. Die benigne Prostatahyperplasie wird mit BPH abgekürzt und bedeutet „übersetzt“ eine gutartige Prostatavergrößerung. Doch auch wenn sie zu den gutartigen Gewebeanomalien gehört: ein Ausschlussverfahren sollte sicherstellen, dass es sich nicht um einen gefährlichen Prostatakrebs handelt. Und auch die benigne Prostatahyperplasie stört eben zunehmend beim Wasserlassen, deshalb kann und sollte sie frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Benigne Prostatahyperplasie (BPH): Hintergrund der gutartigen Prostatavergrößerung

Eine mögliche Veränderung der Prostata geht mit dem natürlichen Alterungsprozess eines Mannes einher und beginnt ca. mit dem 40. Lebensjahr. Manche können die Veränderung spüren, andere nicht oder werden erst durch ihre Folgen darauf aufmerksam: Sehr typisch sind dabei nächtliches Wasserlassen, Harndrang und gesteigertes Wasserlassen, ein schwacher Harnstrahl, eine nur mit Verzögerung einsetzende Blasenentleerung, Harnstottern, Nachtropfen oder eine nur unvollständige Blasenentleerung. Was kann passiert sein? Unterhalb der Harnblase des Mannes befindet sich die Prostatadrüse. Normalerweise ist sie etwa so groß wie eine Kastanie, ab dem 40. Lebensjahr kann sie aber mit einer Veränderung beginnen, in dem sie anfängt zu wachsen. Durch ihr Wachstum beginnt sie zunehmend, die Harnröhre einzuengen, was zwangsläufig zu den oben genannten Folgen und Symptomen einer Benignen Prostatahyperplasie (BPH) führt. Bei der Benignen Prostatahyperplasie (BPH) handelt es sich um eine gutartige Prostatavergrößerung, auch wenn ihre Folgen unangenehm sind.

Kann ich selber vorsorgen?


Ja, es gibt einige Aspekte, die zwar durchaus allgemeingültig sind, aber darüber hinaus auch besonders „Prostata-freundlich“ sind. Ein insgesamt gesunder Lebensstil hilft also nicht nur, aber auch, Prostata-Erkrankungen vorzubeugen. Dazu zählen insbesondere eine abwechslungsreiche, ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung mit viel Vollkorngetreide, Obst, Gemüse oder auch dem Green Drink, einem aktuellen Trendgetränk in Sachen Vitaminbombe. Außerdem und sehr naheliegend im Bereich der Blase und der Harnwege: viel und richtig Trinken! Eineinhalb bis zwei Liter sollten es am Tag sein, gut über den Tag verteilt und natürlich mit nicht-alkoholischen Getränken.

Sport und Bewegung sind ebenso Balsam nicht nur für den gesamten Körper, sondern auch für die Prostata. Langes Sitzen im Büro oder lange Autofahrten sollten immer einmal wieder mit kleinen Bewegungspausen unterbrochen werden. Entspannungsübungen unterstützen die Organe, darunter auch die Prostata.

Diagnose einer Benignen Prostatahyperplasie

Unabhängig von ersten, selbst festgestellten Anzeichen wird empfohlen, dass Männer ab 40, spätestens ab dem 45. Lebensjahr, einmal jährlich im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung die Größe und mögliche Veränderungen der Prostata untersuchen lassen. Der Arzt tastet die Prostata dabei vom Mastdarm aus ab – die Untersuchung ist unkompliziert, schnell und i.d.R. schmerzlos, sprich nicht so, wie es sich spontan anhört oder wie es auch der Volksmund gerne berichtet.

Warum ist eine regelmäßige Prostatauntersuchung ab dem „Risikoalter“ beim Mann sinnvoll und wichtig? Wichtig vor allem, um den sich hier auch gerne bildenden, gefährlichen Prostatakrebs zu erkennen und wenn, dann möglichst früh. Aber auch das frühe Erkennen der gutartigen Benigne Prostatahyperplasie ist wichtig: ihre Folgen sind nicht wirklich gefährlich, aber unangenehm – und je eher sie erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Aussichten, sie wieder einzudämmen.

Krankheits-Stadien einer Benignen Prostatahyperplasie

Im Verlauf einer Benignen Prostatahyperplasie werden drei Stadien unterschieden. Je nach Stadium wählt der behandelnde Arzt auch die entsprechende Medikation und/oder Therapie.

  • Benigne Prostatahyperplasie Stadium 1 = Reizstadium

Die Beschwerden und Auswirkungen beschränken sich in diesem Stadium auf einen verzögerten Beginn der Blasenentleerung, eine Abschwächung des Harnstrahls, häufigen Harndrang und nächtliches Wasserlassen. Obwohl man hier „nur“ von einem Reizstadium spricht, ist eine Verengung der Harnröhre als erste Folge der gutartigen Prostatavergrößerung bereits offensichtlich.

  • Benigne Prostatahyperplasie Stadium 2 = Restharnstadium

In diesem Stadium kann sich die Blase nicht mehr vollständig entleeren. Zusätzlich also zu den Folgen des oben beschriebenen Stadiums 1 wird das Stadium 2 dadurch gekennzeichnet, dass stets eine Restharnmenge in der Blase zurück bleibt und sie somit sehr viel anfälliger und häufiger von Blasen- und Harnwegsentzündungen und/oder Blasensteinen betroffen ist.

  • Benigne Prostatahyperplasie Stadium 3 = Dekompensationsstadium

Wurde der Harn lange und ständig gestaut, kommt es zu einer Dekompensation. Grundsätzlich, und nicht nur auf die Benigne Prostatahyperplasie bezogen, bedeutet Dekompensation, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, die bisherigen Fehlfunktionen auszugleichen – also bspw. hier die Fehlfunktionen aus den Stadien 1 und 2. Es kommt zu einer Überlaufblase, die sich in ständigem Harnträufeln und in Nierenschäden manifestiert. Vor allem dieses Stadium gilt es durch eine frühzeitige Erkennung und Behandlung zu verhindern!

Benigne Prostatahyperplasie: Therapie

Die gutartige Prostatavergrößerung kann medikamentös gut behandelt werden. Was dabei zum Einsatz kommt, entscheidet unter anderem auch das Krankheitsstadium (siehe vorangegangenen Absatz), in dem sich der Betroffene befindet.

In den beiden frühen Stadien haben sich pflanzliche Medikamente bewährt. Die abschwellende, entzündungshemmende und Blasenfunktion stärkende Wirkung beispielsweise von Arzneikürbissamen, Roggenpollen, Sägepalmfrüchten oder Brennesselwurzeln wird hier geschätzt. Zudem ist die Verträglichkeit dieser heilpflanzlichen Substanzen sehr hoch, sei es einzeln oder in Kombination eingesetzt.

Sind die Beschwerden und Folgen einer Benignen Prostatahyperlasie weiter fortgeschritten, werden verschreibungspflichtige Medikamente eingesetzt. Sie sollen vor allem die Muskulatur der Prostata und Harnröhre entspannen. Alpha-1-Rezeptorenblocker gehören bspw. zu diesen Medikamenten, benötigen aber mehrere Wochen, um eine nachhaltige Beschwerdelinderung zu erreichen.

Schwieriger wird es, wenn die bereits erreichte Größe der Prostata verringert werden muss. Hier kommen bspw. 5-Alpha-Reduktasehemmer zum Einsatz, die aber oftmals einige Monate brauchen, um Wirkung zu zeigen. Dementsprechend kann bei diesem Befund auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich werden. Bei dieser Operation wird der vergrößerte Teil der Prostatadrüse herausgeschält und entfernt.

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* Bildquelle: gemeinfrei, Benign_Prostatic_Hyperplasia_nci-vol-7137-300.jpg, US National Institute of Health via Wikipedia

 

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