Sildenafil – ein Alleskönner?


Wirkung von Sildenafil - apotheken-wissen.de

Ein Ratgeber über die Wirkung von Sildenafil *

Sildenafil als Wirkstoff ist wohl den meisten bekannt als Potenzprothese. Keine Pille – vielleicht mal abgesehen von Aspirin – ist bekannter als die kleine blaue. Seit es Viagra® gibt, ist es in aller Munde. Wer Potenzprobleme hat, greift zum blauen Wundermittel. Auch, wenn es seit Ablauf des Patentschutzes zahlreiche Generika gibt, ist Viagra® immer noch das Synonym für Potenzpillen und ein Verkaufsschlager.

Viagra® für Potenzprobleme

Wer das Potenzmittel Sildenafil kaufen möchte, braucht zunächst ein Rezept. Das dient nicht dazu, die betreffende Person zu outen, sondern hat einen ernsten Hintergrund. Die Ursachen der erektilen Dysfunktion, wie sie offiziell heißt, können körperlicher Natur sein. Eine vorübergehende Potenzschwäche kommt bei den gestandensten Männern vor. Wann sie jedoch temporär ist oder etwa mit Herz-Kreislauf-Problemen einhergeht, untersucht der Arzt. Erst, wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind, verschreibt der Arzt das Medikament.

Wirkungsweise von Viagra®

Der Wirkstoff Sildenafil in Viagra® ist ein sogenannter PDE-5-Hemmer. Das Enzym PDE-5 verhindert eine Erektion. Der Penis des Mannes bleibt schlaff. Indem Viagra® das Enzym ausschaltet, durchblutet der Penis und schwillt an. So ist er wieder voll einsatzfähig. Damit Viagra® seine volle Wirkung entfalten kann, sollte es etwa eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Wie bei jedem Medikament, sind auch bei der blauen Potenzpille Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen. Nach etwa 4 Stunden lässt die Wirkung der Tablette nach. Sildenafil wird aber nicht nur bei Potenzschwäche eingesetzt.

Sildenafil mehr als eine Potenzprothese

Zwar ist Sildenafil hauptsächlich in der Potenzpille Viagra® bekannt, entwickelt wurde es allerdings als Mittel gegen Bluthochdruck.

Aber auch in der Behandlung der pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck) wird der Wirkstoff erfolgreich eingesetzt. Da Sildenafil gefäßerweiternd wirkt, erzielt es überall dort positive Effekte, wo Gefäßverengungen bestehen. Der Wirkstoff wird über die Leber abgebaut. Zu beachten sind daher auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, wie Ritonavir. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Sildenafil auch das Befinden von Patienten mit Herzinsuffizienz signifikant verbessert.

Sildenafil – mögliche Anwendungsgebiete

In erster Linie wird Sildenafil noch zur Behandlung der Erektilen Dysfunktion eingesetzt. Trotz zahlreicher Generika auf dem Markt, gehört Viagra® immer noch zu den meistverkauften Potenzpillen. Verschiedene Studien zeigen jedoch vielversprechende Ergebnisse zu weiteren Anwendungsgebieten. So scheint Sildenafil auch positiv auf rote Blutkörperchen zu wirken. Damit wäre die Behandlung einer Malaria Infektion möglich. Auch im frühen Stadium einer Lebersepsis (Blutvergiftung) kann Sildenafil erfolgreich eingesetzt werden. Freigegeben ist der PDE-5-Hemmer allerdings noch nicht für die Behandlung weiterer Indikationen. Die langfristige Wirkung muss erst noch durch umfangreichere Studien belegt werden. Erst, wenn das Nutzen-Risiko-Verhältnis passt, darf der Wirkstoff für weitere Anwendungsgebiete eingesetzt werden.

* Bildquelle: feelphotoartzm / stock.adobe.com

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