Die Prostata gesund halten: Ernährung spielt eine Schlüsselrolle


Querschnittsgraphik der Prostata - apotheken-wissen.de

Querschnittsgraphik mit Schwerpunkt der Prostata *

Jüngere Männer nehmen sie oft kaum wahr, doch bereits in mittleren Jahren macht sie sich häufig bemerkbar: die Prostata (auch Vorsteherdrüse genannt). Beginnt dieses winzige Organ zu wachsen, dann führt das häufig zu Problemen. Es kommt zum Nachtröpfeln oder anderen Formen der Inkontinenz. Mitunter sind auch die sexuellen Funktionen gestört. Davon abgesehen ist die gutartige Vergrößerung der Prostata weitestgehend harmlos, wenn auch ihre Folgen für die Betroffenen oft unangenehm sind. Reduzieren lässt sich das Risiko einer Prostata-Erkrankung durch eine gesunde Lebensweise.

Änderung im Hormonhaushalt häufigste Ursache der Prostatavergrößerung

Die etwa walnussgroße Prostata gehört zu den innenliegenden Geschlechtsorganen des Mannes. Sie liegt zwischen Harnblase und Beckenboden und besteht unter anderem aus einer Vielzahl kleinerer Drüsen. Ihre Hauptfunktion ist es, ein Sekret zu produzieren, das Bestandteil des Ejakulats ist. Unter diesem Link erhalten Sie detailliertere Informationen über Aufbau und Funktion der Prostata.

Im Alter beginnt die Prostata meist zu wachsen – in der Regel ab dem 50. Lebensjahr, je nach Veranlagung und Lebensstil auch früher. Diese gutartige Vergrößerung der Prostata bezeichnet man als benigne Prostatahyperplasie. Sie ist an sich harmlos, doch aufgrund der Nähe zu Harnröhre und Samenleiter kann es zu Komplikationen kommen. Häufig engt die wachsende Prostata die Harnröhre ein, was zu Problemen beim Wasserlassen führt.

Ursächlich für das Wachsen der Prostata ist meist eine altersbedingte Veränderung im Hormonhaushalt. Allerdings kann auch ein Tumor zu einer Prostatavergrößerung führen. Da Prostatakrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern gehört (rund 60.000 Erkrankte jährlich), sollten Betroffene bei Symptomen unbedingt einen Arzt konsultieren.

Sport, ballaststoffreiche Ernährung, wenig Alkohol: Das hält die Prostata gesund

Im Grunde trägt all das zu einer gesunden Prostata bei, was auch allgemein als gesund gilt: Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Bewegung, Normalgewicht sowie der weitestgehende Verzicht auf Alkohol.

  • Pflanzliche und ballaststoffreiche Ernährung: Lebensmittel, die viele Ballaststoffe enthalten, sollen sich positiv auf die Gesundheit der Vorsteherdrüse auswirken. Also Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsen- sowie Trockenfrüchte. Dasselbe gilt für ungesättigte Fettsäuren, wie man sie in vielen Fischsorten findet. Einen besonderen Effekt haben das pflanzliche Hormon Phytoöstrogen (enthalten in Karotten, Tomaten, Zitronen und Zwiebeln) sowie die in Soja und Beerenobst enthaltenden Flavonoide. Die Erklärung ist einfach: Ein erhöhter DHT-Spiegel (DHT = Dihydrotestosteron, ein Abbauprodukt von Testosteron) kann das Prostatawachstum anregen. Phytoöstrogene hemmen die DHT-Bildung und damit auch das Prostatawachstum. Zudem wird vermutet, dass sie die Ausbreitung von Krebszellen mindern.
  • Ausreichend Bewegung, gesundes Körpergewicht: In den seltensten Fällen ist ein einzelner Faktor ursächlich für eine gutartige Prostatavergrößerung, doch bestimmte Merkmale erhöhen zumindest das Risiko – unter anderem Übergewicht. Ebenso erhöht Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) die Wahrscheinlichkeit einer Prostataerkrankung. Die Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2 wird allerdings ebenfalls durch Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigt. Inzwischen weisen Forschungen darauf hin, dass Übergewicht sogar die Wahrscheinlichkeit erhöht, an Prostatakrebs zu erkranken. Folglich tragen auch ein aktiver Lebensstil und das Halten des Normalgewichts dazu bei, die Prostata gesund zu halten.
  • Geringer Alkoholkonsum: Laut dem Krebsinformationsdienst sind die Entstehung von Prostatakrebs und Alkoholkonsum miteinander verknüpft. Allerdings käme dies statistisch erst bei starkem Konsum zum Tragen. Das hängt damit zusammen, dass der häufige Genuss von Alkohol sich auf den Hormonhaushalt auswirkt und so auch direkt auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron.

Und während Selbstbefriedigung früher tabuisiert wurde, deuten neuere Erkenntnisse darauf hin, dass sie (ebenso wie regelmäßiger Geschlechtsverkehr) tatsächlich eine positive Wirkung auf die Prostata hat.

Ein Erklärungsansatz ist, dass bei der Ejakulation krebserregende Stoffe aus dem Körper gespült werden – aber auch hormonelle Ursachen könnten eine Rolle spielen.

Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, Symptome abklären lassen

In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für Männer ab 45 Jahren die Kosten einer jährlichen Prostata-Untersuchung. Diese sollten sie auch unbedingt wahrnehmen, da sowohl die benigne Prostatahyperplasie als auch Prostatakrebs im Frühstadium am besten zu behandeln sind. Zudem sollten Männer bei Symptomen wie Inkontinenz unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen, statt ohne Diagnose mit eigenen Therapiemaßnahmen zu beginnen. Denn sowohl Prostatamittel als auch Beckenbodenübungen bringen nichts, wenn die Inkontinenz beispielsweise auf Verspannungen zurückzuführen ist. Der wichtigste Rat an Männer lautet daher: Bei Problemen die unbegründete Scham ablegen und den Urologen konsultieren!

* Bildquelle: Flickr Il punto G maschile: la prostata Gianni Puglisi CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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