Prostataerkrankungen: Arten, Diagnose und Behandlung


Prostataerkrankungen

Prostataerkrankungen: Erkennung und Behandlungen *

Erkrankungen an der Prostata werden meist erst recht spät wahrgenommen, können jedoch sehr schmerzhaft sein und schwerwiegende Folgen haben. Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein Organ des Mannes, welches sich unterhalb der Blase am Eingang der Harnröhre befindet. Sie hat ungefähr die Größe einer Kastanie und ist beteiligt an der Erstellung der Samenflüssigkeit. Kommt es in diesem Organ zu Störungen, kann das je nach Erkrankung mitunter unbemerkt bleiben oder sehr starke Beschwerden auslösen. Wir erklären, welche Prostataerkrankungen möglich sind, wie sie bemerkt und wie sie behandelt werden können.

Die häufigsten Arten von Prostataerkrankungen

Die häufigsten Erkrankungen an der Prostata sind die Prostatitis (Prostataentzündung) sowie eine gutartige oder bösartige Erkrankung. Die Prostatitis ist eine Entzündung der Vorsteherdrüse, die sowohl als bakterielle oder nicht-bakterielle Form auftritt. Spürbar wird eine Entzündung beim Männerorgan beispielsweise durch Brennen während dem Wasserlassen.

Bei der gutartigen Prostataerkrankung handelt es sich um eine Prostatavergrößerung, medizinisch benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt. Diese Vergrößerung entsteht bei fast jedem Mann mit dem steigenden Alter und ist erstmal nicht weiter problematisch. Das Volumen der Prostata nimmt dabei zu und es entstehen gutartige Knoten in den Innenzonen des Organs. Häufig spürt der Mann hiervon zunächst nichts. Erst wenn die Vergrößerung gegen die Harnröhre drückt werden Beschwerden deutlich: Störungen während des Urinierens sind als Folge möglich – in diesem Fall sprechen Mediziner von einem benignen Prostata-Syndrom (BPS).

Die bösartige Form – der Prostatakrebs (Prostatakarzinom) – ist eine weitere Art einer Prostataerkrankungen. Diese bösartige Gewebeveränderung, bemerkt ein Mann nicht selbst, da keine spürbaren Anzeichen eintreten. Es bestehen unterschiedliche Bösartigkeitsstufen dieser Krebsform. Die Wahrscheinlichkeit, einen Prostatakrebs zu bekommen, steigt mit dem Alter. Ein Urologe stellt die Diagnose, indem er den sogenannten PSA-Wert mithilfe eines Bluttests bestimmt. Ist dieser erhöht, kann das ein Anzeichen für die Erkrankung sein.

So wird eine Erkrankung der Prostata festgestellt

Je früher eine Krankheit an der Vorsteherdrüse erkannt wird, desto besser.

Denn nur, wer die richtige Diagnose hat, kann die Beschwerden auch bestmöglich behandeln – bevor sich Komplikationen entwickeln. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen der Prostata sind sinnvoll, da manche Arten der Prostataerkrankungen zunächst symptomlos sind. Der passende Ansprechpartner hierfür ist in der Regel der Urologe. Bei einem solchen Facharzt erwartet den Patienten zunächst ein Anamnesegespräch. Weitere Untersuchungen können darauf aufbauend folgen. Hierzu zählen:

  • Tastuntersuchung: Beim Abtasten der Prostata stellt der Urologe Auffälligkeiten fest. Ist die Vorsteherdrüse beispielsweise druck- und schmerzempfindlich oder liegt eine Schwellung vor? Die Tastuntersuchung dauert nur wenige Minuten und tut den Patienten in der Regel nicht weh.
  • Urinuntersuchung: Dieser Test lässt Aussagen darüber zu, ob Erreger im Urin enthalten sind. Bakterien können beispielsweise auf eine bakterielle Prostatitis hindeuten.
  • Blutuntersuchung: Die Blutabnahme ermöglicht einen sogenannten PSA-Test. Hiermit wird gemessen, wie viel des prostataspezifischen Antigens im Blut vorhanden ist. Hohe Werte können unter Umständen für einen Prostatakrebs (Prostatakarzinom) sprechen.
  • Biopsie (Gewebeentnahme): Mithilfe von feinen Nadeln entnimmt der Arzt dem Patienten Gewebeproben der Prostata, um diese zu untersuchen. Der Befund gibt Aufschluss darüber, ob die Prostataerkrankung gutartig oder bösartig ist.

Eine Ultraschalluntersuchung ist für die Diagnosestellung einer Prostataerkrankung wichtig, um zum Beispiel die Prostatagröße zu bestimmen. Der Urologe erklärt seinem Patienten die einzelnen Untersuchungsmethoden.

Behandlungsmaßnahmen bei Prostataerkrankungen

Je nach Art der Prostataerkrankung gibt es unterschiedliche Therapiemaßnahmen:

  • Bei der Prostatitis ist es entscheidend, ob Bakterien die Ursache sind oder nicht. Im Falle einer bakteriellen Entzündung kommt Antibiotika zum Einsatz. Andere Maßnahmen wie pflanzliche Schmerzlöser sind bei nicht-bakteriellen Formen hilfreich.
  • Männer mit einer gutartigen Erkrankung der Prostata brauchen ohne Symptome keine bestimmte Therapieform. Eine regelmäßige Kontrolluntersuchung ist dann aber unbedingt empfehlenswert. Sollten sich Beschwerden einstellen, verschreiben Ärzte ihren Patienten Medikamente wie pflanzliche Arzneimittel.
  • Ein Prostatakrebs wird je nach Stadium der Erkrankung operativ entfernt. Wenn sich der Krebs bereits im Körper ausgebreitet hat, finden bestimmte Bestrahlungsformen und Medikamente Anwendung.

Für viele Männer stellt der Gang zum Urologen eine hohe Hürde dar, doch es lohnt sich in jedem Fall! Denn dieser berät seine Patienten auch darüber, was bei leichten Prostataproblemen noch hilfreich ist. So gibt es beispielsweise Entspannungsübungen wie Massagen und weitere andere Hausmittel, die sich wohltuend auf das Organ auswirken können.

* Bildquelle: Henrie / stock.adobe.com

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