Wie verhütet man mit Kondom? Alles zur richtigen Anwendung


Liebespaar

Damit Krankheiten und Schwangerschaften verhindert werden: wie benutzt man ein Kondom richtig? *

Extra groß, genoppt, mit Duft oder gefühlsecht – Kondome gibt es in allerlei Variationen. Ganz nach dem Motto „Safety first“ sollten sie Bestandteil von jedem Liebesspiel sein. Sie dienen nicht nur der Verhütung, sondern sind auch sehr wichtig, um sich und den Partner vor Geschlechtskrankheiten zu schützen. Doch gerade Jugendliche, die kurz vor dem ersten Mal stehen, sind sich mit der richtigen Anwendung eines Kondoms oft unsicher. Wir klären auf!

Warum überhaupt mit Kondom verhüten?

Das Kondom, das auch gerne als Gummi, Pariser oder Präservativ bezeichnet wird, liegt auf Platz zwei der liebsten Verhütungsmittel in Deutschland.[i] Schon seit vielen Jahren setzen Menschen auf den Schutz der Kondome, lediglich das Material des Verhütungsmittels hat sich geändert. So bestanden sie im Mittelalter aus Schafsdarm und heute hauptsächlich aus Naturkautschuklatex. Zwei bedeutsame Funktionen werden erfüllt, wenn Paare mit Kondom verhüten. Sie halten in erster Linie Sperma davon ab, in die Scheide zu gelangen und können so vor einer Schwangerschaft schützen. Zusätzlich bieten Kondome den einzigen Schutz vor Geschlechtskrankheiten wie HIV oder Syphilis. Sie verhindern die Übertragung von Viren oder Bakterien zwischen den Geschlechtspartnern.

Schon gewusst? Blasenentzündung und Verhütung können zusammenhängen

Beschichtete, spermienabtötende Kondome können die Entstehung einer Blasenentzündung begünstigen. Sie stören durch chemische Zusatzstoffe unter Umständen das Gleichgewicht der Scheidenflora (mikrobielle Besiedlung der Scheide), wodurch Darmbakterien leichteres Spiel haben, in die Harnröhre einzudringen. Kondome aus Naturkautschuklatex oder latexfreie Gummis sind in dem Zusammenhang oft schonender zum weiblichen Intimbereich. Frauen, die häufiger unter einer sogenannten Honeymoon-Zystitis (durch Sex verursachte Blasenentzündung) leiden, sollten sich über die verschiedenen Varianten der Verhütung beim Frauenarzt informieren.

Sie wissen nicht, wie Sie die Anzeichen der Blasenentzündung erkennen? Zu den häufigsten Symptomen gehören häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen im Unterleib.

Zieh dir was über! Die richtige Anwendung eines Kondoms

Damit ein Kondom den gewünschten Zweck erfüllt, ist die richtige Anwendung unerlässlich. Mit Kondom verhüten – so geht’s:

  • Bevor es zum Sex kommt, ist es wichtig, die Kondome auf Ablaufdatum und mögliche Schäden zu überprüfen. Nur haltbare und unversehrte Gummis sollten verwendet werden.
  • Die Verpackung des Kondoms ist nun an der vorgesehenen Stelle aufzureißen. Vorsicht ist geboten, wenn die Frau zum Beispiel lange Fingernägel hat oder Schmuck trägt. Spitze Dinge können das Präservativ beschädigen.
  • Das Kondom kann nur über einen erigierten Penis gestülpt werden.
  • Vor dem Überziehen sollte der Mann oder die Frau prüfen, ob das Kondom richtig herum ist. Der Rollrand des Gummis muss dafür nach außen gestülpt sein.
  • Diejenige Person, die das Kondom überzieht, achtet darauf, dass sich in der Spitze des Gummis (Reservoir) keine Luft Dafür drückt sie das Reservoir sanft mit Daumen und Zeigefinger zusammen.
  • Mit der anderen Hand wird das Kondom nun bei zurückgezogener Vorhaut nach unten Richtung Penisschaft ausgerollt. Es sollte so fest sitzen, dass es nicht mehr von selbst nach oben rollt.
  • Nach dem Sex muss der Mann den Penis im noch erigierten Zustand aus der Vagina ziehen – so kann ein vorzeitiges Abrutschen des Kondoms verhindert werden. Zudem sollte er dabei den Gummi am Penisansatz mit den Fingern festhalten.
  • Das benutzte Kondom gehört nun zugebunden in den Mülleimer, in der Toilette hat es nichts verloren. Jeder Gummi ist für den Einmalgebrauch vorgesehen. Steht also eine längere Nacht bevor, sollte ein Vorrat an Kondomen bereitliegen.

Ist es richtig herum?

Zur richtigen Anwendung eines Kondoms gehört auch, es richtig herum überzuziehen. Mit einem kleinen Kniff kann man dies schnell herausfinden. Durch Hineinpusten in den Gummi, lässt sich der Rollrand besser erkennen. Er muss nach außen gerichtet sein.

Do´s and Dont´s beim Verhüten mit Kondom

Zur richtigen Anwendung eines Kondoms gehört auch, gewisse Dinge zu meiden.

Babyöle, Vaseline oder Massageöle sollten zum Beispiel nicht zusammen mit Kondomen verwendet werden, da sie das Material beschädigen könnten. Besser: Gleitgele, die für den Gebrauch mit Kondomen zugelassen sind.

Beim Gebrauch von Medikamenten, die im Intimbereich angewendet werden (Salben, Gele) sollten Paare vor der Verhütung mit einem Kondom ihren Arzt oder Apotheker fragen. Er kann mitteilen, ob das Präservativ dadurch Schaden nehmen kann.

Besitzt Mann oder Frau Intimschmuck, ist ebenso erhöhte Vorsicht bei der richtigen Anwendung eines Kondoms geboten. Durch Piercings an Penis oder Scheide sind Risse im Gummi möglich, die ein Austreten von Sperma oder das Übertragen von Sexkrankheiten wahrscheinlich machen.

* Bildquelle: StockSnap / pixabay.com


[i] Frauenärzte im Netz: Kondom. URL: https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/kondom/ (06.04.2020).

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Ein Kommentar zu “Wie verhütet man mit Kondom? Alles zur richtigen Anwendung

  1. Mir war nicht bewusst, dass Kondome den einzigen Schutz vor Geschlechtskrankheiten wie HIV oder Syphilis bieten. Wir haben uns vor Kurzem in einem Erotikhandel einige Regenbogenartikel, darunter bunte Kondome besorgt. Gut zu wissen, dass wir zeitgleich keine Massageöle einsetzen sollten, da diese das Material beschädigen können.

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