Muskel- und Gelenkschmerzen: Was hilft bei Arthrose?


Arthrose im Knie - apotheken-wissen.de

Das Knie ist vor Hüften, Knöcheln, Schultern, Ellenbogen, Handgelenken und Fingern am häufigsten von Arthrose betroffen *

Es beginnt meist harmlos. Oft schmerzen bei ungewohnten oder besonders hohen Belastungen die Gelenke. Diese Muskel- und Gelenkschmerzen können jedoch nur die Anfänge und Vorboten einer Verschleißerkrankung sein, die mit fortschreitendem Alter immer wahrscheinlicher wird: Arthrose. Zu häufigen Auslösern der Krankheit können neben Fehlbelastungen oder Verletzungen ebenfalls angeborene Knorpeldefekte gehören.

Grundsätzliches zur Arthrose

Betroffen sind meist einzelne Gelenke, wobei sowohl Schmerz als auch die Art der Symptome je nach betroffener Region variieren kann. Es ist möglich, dass der Patient noch jahrelang beschwerdefrei bleibt, obwohl die Schäden bereits angerichtet sind. Durch regelmäßige Bewegung sowie gezieltes Muskeltraining kann einer Arthrose wirkungsvoll vorgebeugt werden. Sind die Symptome der Erkrankung erst einmal spürbar, können Therapien vor allem darauf abzielen, die Lebensqualität wieder zu steigern. Dabei wird der Schmerz gelindert, werden Entzündungen bekämpft und somit dem Betroffenen wieder zu mehr Beweglichkeit verholfen.

Welche Formen der Arthrose gibt es?

Sind die Muskel- und Gelenkschmerzen erst einmal aufgetreten, müssen diese lokalisiert werden. Die Symptome äußern sich anfangs in Form eines Belastungsschmerzes. Diese können beispielsweise durch schweres Tragen, erste Laufeinheiten bei Trainingsbeginn oder längeres Klettern oder Wandern auftauchen und ebenfalls in die umliegenden Muskeln ausstrahlen. Viele berichten von einem Gefühl, als seien die Sehnen zu kurz, andere klagen über Schwellungen oder eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Zu weiteren Symptomen im Anfangsstadium der Krankheit gehören Wetterfühligkeit, Knacken oder ein Spannungsgefühl in den Gelenken. Bei fortschreitender Erkrankung wechselt der Belastungsschmerz in einen sogenannten Bewegungsschmerz. Dieser tritt bereits häufiger und für den Patienten oft vorhersehbar auf. In dieser Phase unterscheidet man zwischen Anlaufschmerz (wenn sich der Betroffene nach längerem Liegen oder Sitzen wieder bewegen muss) und Ermüdungsschmerz (hierbei treten die Beschwerden bei längeren bzw. höheren Belastungen auf).

Im Spätstadium der Arthroseerkrankung spricht man hingegen vom Ruheschmerz. Dieser wird häufig permanent beklagt und belastet die Patienten vor allem in der Nacht, wenn eigentlich eine Ruhestellung eingenommen werden soll. In dieser Phase kann sich die Wirbelsäule immer mehr versteifen und bereits vorhandene X- oder O-Beinstellungen werden nicht selten verschlimmert. Im Laufe der Erkrankung verändert sich die Gelenkstruktur und es findet eine Schrumpfung der Gelenkkapsel statt während ebenfalls die Zusammenarbeit der Muskeln nicht mehr richtig funktioniert. Des weiteren kann es vorkommen, dass das Gelenk immer instabiler wird und plötzlich einknicken kann, Experten sprechen hierbei vom Giving–Way Phänomen.

Arthrose kann in verschiedenen Gelenken vorkommen, am häufigsten tritt die Krankheit jedoch im Knie (Gonarthrose) sowie in der Hüfte (Coxarthrose) auf, da diese durch das Körpergewicht am meisten belastet werden. Ebenfalls häufige Regionen, in denen eine Arthrose auftreten kann, sind die Gelenke an den Händen, ebenso wie die kleinen Wirbelgelenke.

Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten der Muskel- und Gelenkschmerzen

Liegt der Verdacht einer Arthrose vor, ist es wichtig, so schnell wie möglich mit der Therapie zu beginnen, um einen optimalen Erfolg zu erzielen sowie Folgeschäden zu vermeiden. Meistens ist es dem Arzt bereits anhand der Beschwerden und der erkennbaren Gelenkeigenschaften möglich, diesen zu bestätigen. Um eine genaue Diagnose stellen zu können werden jedoch zusätzlich anhand einer körperlichen Untersuchung, einer Röntgenuntersuchung sowie einer Blutuntersuchung, in der weitere Erkrankungen ausgeschlossen werden, die Merkmale der Arthrose noch bestätigt.

Was hilft bei Arthrose?

Eine darauffolgende Therapie erfolgt in einer Kombination aus Beratung und Medikationen, wobei die Beratung helfen soll, den bisherigen Lebensstil zu bewerten und den negativen Einflüssen von beispielsweise Übergewicht, Bewegungsmangel oder eine schwach ausgebildete Muskulatur entgegenzuwirken. Ebenfalls wird der natürliche Verlauf der Krankheit im alltäglichen Leben dargestellt. Mit Hilfe der Medikamente sollen Entzündungen gehemmt sowie Schmerzen gelindert und damit nach und nach die Beweglichkeit wiederhergestellt werden. Dies geschieht normalerweise in einer Kombination aus Schmerztabletten und Injektionen. Zusätzlich können durch die Wirkstoffe Chondroitin und Glucosamin ggf. die Knorpeleigenschaften verbessert und ebenfalls die Schmerzen gelindert werden. Weitere physikalische oder orthopädische Therapien wie Physio- bzw. Wärmetherapie, Elektrotherapie, Ultraschall oder die Verwendung von Pufferabsätzen, Keilkissen sowie spezielle Bandagen können dazu dienen, die Beschwerden zu lindern.

Zeigen diese sogenannten konservativen Therapien keinen entscheidenden Erfolg gibt es als nächsten Schritt die Möglichkeit einer Operation. Hierbei wird normalerweise zwischen einem künstlichen Gelenk (TEP) oder einer Gelenkversteifung (Arthrodese) gewählt.

Prognose einer Arthrosetherapie

Leider ist eine schwere Arthrose mit entsprechenden Schädigungen des Knochens nicht heilbar, da es nicht möglich ist, den Ursprungszustand komplett wiederherzustellen. Es kann daher nur versucht werden, die Krankheit am Fortschreiten zu hindern sowie die Beweglichkeit des Patienten zu verbessern bzw. zu erhalten. Das beste Mittel, um ein solches Krankheitsbild zu verhindern, ist daher frühzeitig für ausreichend Training zu sorgen, um die Gelenke und Muskeln beweglich zu halten. Auch ein moderates Körpergewicht hilft, die Gelenke zu entlasten und Schädigungen vorzubeugen, es ist also in vielerlei Hinsicht sinnvoll, auf die Figur und die Gesundheit zu achten.

* Bildquelle: Stasique – fotolia.com

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