Tag der Rückengesundheit


Tag der Rückengesundheit 2014 - apotheken-wissen.de

Tag der Rückengesundheit 2014: Tu’s für Dich! *

Unter dem Motto „Tu’s für Dich!“ findet am 15. März 2014 der 13. bundesweite Tag der Rückengesundheit statt. Unter der Organisation des Bundesverbandes der deutschen Rückenschulen (BdR) e. V. und der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. werden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen, Vorträge, Schnupperkurse und Aktionen rund um das Thema Prävention und Therapie von Rückenleiden sowie Genusstraining angeboten.

apotheken-wissen.de unterstützt diesen Aktionstag … denn jeden Tag kann und sollte man etwas für seine Rückengesundheit tun.

Warum ein Tag der Rückengesundheit?

Eine Umfrage ergab, dass zum Beispiel 71,8 Prozent der Mitarbeiter an Bildschirmarbeitsplätzen über körperliche Beschwerden klagen. Und der Körper rechnet in Summe: Rund 20 Mio. PC-Arbeitsplätze gibt es in Deutschland, an denen rund 30 Mrd. Stunden jährlich sitzend gearbeitet wird. Das summiert sich auf rund zehn Jahre sitzender Tätigkeit im Lauf eines Arbeitslebens. Erfahrungen zeigen, dass über 95 Prozent der Bürostühle falsch eingestellt sind. Daraus resultieren Fehlhaltungen und Fehlbelastungen. Durch den Summationseffekt werden dabei oft aus leichten Anfangsbeschwerden behandlungsbedürftige Leiden.

Der Tag der Rückengesundheit soll aber nicht nur die an Schreibtischen und Bildschirmarbeitsplätzen arbeitende Bevölkerung ansprechen: denn natürlich gibt es sehr viele Menschen in Berufen, in denen der Rücken ganz anders und intensiv belastet wird: in den Pflegeberufen beispielsweise, im Bauhandwerk oder am industriellen Fließband. Der Tag der Rückengesundheit soll ermuntern, aktiv zu bleiben oder aktiv zu werden. Viele kleine Aspekte – Spazierengehen, Gartenarbeit, Freizeitsport, Gymnastik, Tanzen, Entspannen, Massage, gemeinsames Essen – können für den Rücken positiv sein. Im Mittelpunkt stehen dabei Begriffe wie Lebensfreude, Wohlbefinden, Genießen, Achtsamkeit, Gelassenheit, soziale Beziehungen, Aktivität und Erlebnis.

Der Tag der Rückengesundheit wurde im Jahr 2002 durch das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz eingeführt. Mit dem Aktionstag wird zur aktiven Prävention von Rückenbeschwerden aufgerufen.

Wer viel am Schreibtisch sitzt … kann und muss für Bewegung sorgen


Prof. Dr. Froböse, Leiter des Kölner Zentrums für Gesundheit und Experte bei www.tag-der-rueckengesundheit.de empfiehlt: „Ist man bei der Arbeit hauptsächlich sitzend tätig, so ist es umso wichtiger, entsprechende Bewegungsreize zu setzen, um die Systeme zu entlasten, zu aktivieren und damit gleichzeitig Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-System anzukurbeln. Praktische Tipps hierfür können sein: Mal pro Stunde aufstehen, regelmäßige Veränderung der Sitzposition, andere Organisation der Arbeit (bspw. Drucker oder Kaffeemaschine im Nachbarraum), statt im Nachbarbüro anzurufen oder eine Mail zu schreiben: Besser zu Fuß rüber gehen und möglichst viele Dinge sollten im Stehen erledigen wie zum Beispiel Telefonate.“

Über die Wichtigkeit der Bewegung erklärt Froböse: „Unsere gesamten Strukturen hängen am Tropf der Bewegung. Gerade die Systeme, die nicht durchblutet sind, wie beispielsweise unsere Bandscheibe, sind darauf angewiesen durch ein Walken und Quetschen, welches wir mit Hilfe von Bewegung, bewirken, mit Nährstoffen und Wasser versorgt zu werden. Auch unsere Bänder wollen gefordert werden, sie freuen sich über ausgiebige Dehnungen. Aktiv werden lohnt sich also! Denn wer sich keine Zeit für seine Bewegung nimmt, der muss sich später einmal sehr viel Zeit für seine Krankheiten nehmen. Nur Strukturen, die auch gefordert werden, entwickeln sich und lassen sich stärken. Tut man dies nicht verkümmern sie.“

Tag der Rückengesundheit: Gesunder Rücken im Büro

Der durchschnittliche Büromensch sitzt während seines Arbeitslebens etwa 80.000 Stunden am Schreibtisch; die Schulzeit, auf oft dürftigen Stühlen, inbegriffen. Und ein Ende des „Vielsitzens“ ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Zahl von Sitzarbeitsplätzen nimmt weiter zu. In Deutschland gibt es allein mehr als 24 Millionen Bildschirmar- beitsplätze, die seit dem Jahr 2000 bestimmten, in einer EU-Richtlinie festgelegten, Mindestanforderungen unterliegen. Darin wird genau geregelt, wie der Arbeitsplatz mit Tisch und Stuhl, Hard- ware und anderen Arbeitsmitteln aussehen muss, um Gesundheitsgefährdungen vorzubeugen. Sogar die Arbeitsplatzumgebung wird beschrieben. Dies war angesichts hoher Krankheitszahlen dringend notwendig. Arbeitsmediziner und Ergonomiefachleute konnten in wissenschaftlichen Untersuchungen nachweisen, dass die Belastung der Rückenmuskulatur und der Bandscheiben entscheidend von der Ergonomie-Qualität des Arbeitsplatzes abhängt. Der Stuhl – aber nicht nur er – ist dabei ein zentrales Arbeitsgerät. Auch darauf weist der Tag der Rückengesundheit hin.

Ergonomie am Schreibtischarbeitsplatz

Zum Tag der Rückengesundheit haben Petra Stehle und Dr. Christian Erhard (www.ruecken-tag.de, www.gute-ergonomie.de) jetzt einen Leitfaden publiziert, der erklärt, wie man in wenigen Schritten seinen PC-Arbeitsplatz an die individuellen Erfordernisse anpasst und so wirkungsvolle Prävention betreibt.

Stuhl, Tisch und Arbeitsmittel müssen in der richtigen Reihenfolge an die individuellen Bedürfnisse des Benutzers angepasst werden, also an Größe und Gewicht, aber auch an die zu erledigenden Aufgaben. „Die meisten Fehler werden gemacht, weil nicht systematisch vorgegangen wird“, weiß die Autorin Petra Stehle, die sich als Physiotherapeutin und Ergonomie-Expertin seit Jahrzehnten mit dem Thema Ergonomie beschäftigt und Unternehmen bei der Einrichtung von Arbeitsplätzen berät. Erst muss der Stuhl angepasst werden, dann die Tischhöhe. Zuletzt werden die Arbeitsmittel wie Maus, Tastatur, Bildschirm und Telefon korrekt ausgerichtet und angeordnet.

„Das Thema Ergonomie ist weder in den Köpfen der Betroffenen noch in denen der Verantwortlichen richtig angekommen“, so die Autorin. „Zu viele Mittel werden für kostspielige Therapien aufgewendet. Die Prävention hingegen ist unterfinanziert.“ Und das obwohl mit über 23% aller Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland 2012 der Ausfallgrund Skelett / Muskeln die Nummer 1 der Krankmeldungsgründe ist: durch bewegungsarme Tätigkeiten, Fehlhaltungen und schlechte Ergonmie vor allem bei Büroarbeitsplätzen.

Nach dem Büro ist vor dem Büro: gesunder Schlaf auf einer gesunden Matratze

Welche Rolle der Schlaf und eine gute Matratze spielen erläutert Prof. Dr. Froböse: „Schlaf ist für unsere Regeneration überaus wichtig. Aber nicht nur für unseren Körper, auch Geist und Kopf profitieren von erholsamer Ruhe. In diesen Phasen der Regeneration widmet sich unser Körperinneres vornehmlich dem Aufbau von Muskeln und anderen Strukturen. Eine Matratze kann den Mehrwert einer Nachtruhe unterstützen, wenn sie verschiedene Kriterien erfüllt. So sollte sie nicht zu weich sein und eine uneingeschränkte Bewegung erlauben. Wichtig zu beachten ist auch: Sind Rückenschmerzen einmal vorhanden, so gilt es diese zu beheben – eine Matratze ist nicht die Lösung des Problems.“

Entspannung und Bewegung. Ein Widerspruch? Nein: richtig!

Aus dem Vorgesagten sehen wir, dass sowohl das Stichwort Bewegung als auch das Stichwort Entspannung die richtigen Mittel für einen gesunden Rücken oder bei Rückenschmerzen sein können. apotheken-wissen.de hat dies auch in diesem beitrag festgehalten: Entspannung und Bewegung bei Rückenschmerzen.

Exkurs zum Tag der Rückengesundheit: die Wirbelsäule

Die menschliche Wirbelsäule ist eine faszinierende Konstruktion und die Achse des Körpers. Das harmonische Zusammenspiel der einzelnen Körperteile untereinander ermöglicht dem Menschen seine Bewegungs- und Aktivitätsfreiheit im täglichen Leben. Die Wirbelsäule ist dabei die zentrale Achse unseres Körpers. Sie muss zwei völlig unterschiedliche, mechanische Funktionen erfüllen. Sie muss einerseits unsere aufrechte Kör- perhaltung gewährleisten, andererseits biegsam genug sein, um Bewegungen wie Drehen, Beugen oder Heben zu ermöglichen. Diese gegensätzlichen Anforderungen hat die Natur auf geniale Weise durch ein feinmechanisches Wunderwerk aus Knochen, Bändern, Sehnen, Nerven und Muskeln gelöst.

Von hinten sieht die Wirbelsäule aus wie ein gerader Stab. Erst von der Seite zeigt sie ihre charakteristischen Krümmungen, die einem doppelten S ähneln. Die Krümmung im Bereich des Nackens wird als Lordose bezeichnet, die im Bereich der Brust als Kyphose und im Lendenbereich findet sich wieder eine Lordose. Auf Grund dieser harmonischen Schwingungen ist die Wirbelsäule in der Lage, Stöße abzufedern. Bei einer geraden Wirbelsäule würden Stöße zu Schäden führen. Ein zu stark gekrümmtes Achsenorgan wäre dagegen enormen Biegekräften ausgesetzt und könnte vorzeitig verschleißen.

Exkurs zum Tag der Rückengesundheit: die Bandscheiben

Die Stoßdämpfer des Rückens: Zwischen zwei Wirbelkörpern der Wirbelsäule liegt die Bandscheibe. Sie dient neben einer gelenkigen Verbindung vor allem als Puffer oder Stoßdämpfer. Alle auftretenden statischen und dynamischen Kräfte, die auf die Wirbelsäule wirken, werden durch die Bandscheiben gleichmäßig über den Wirbelkörperquerschnitt verteilt. Dadurch werden schädliche Belastungsspitzen vermieden.

Die Bandscheiben bestehen aus einem gallertartigen, wasserreichen Kern, der von einem Ring aus Faserknorpel umgeben ist. Diese „Wasserkissenkonstruktion“ sorgt dafür, dass Stöße oder anderer Druck auf die Wirbelsäule gut abgefedert werden können. Rutscht der Gallertkern in den Wirbelkanal, spricht man von einem Bandscheibenvorfall. Da die Bandscheiben tagsüber im Stehen und Sitzen einem hohen Druck ausgesetzt sind, verlieren sie an Flüssigkeit. Messen Sie doch einmal morgens und abends Ihre Körpergröße. Sie werden feststellen, dass Sie abends bis zu drei Zentimeter kleiner sind. Das liegt vor allem am Wasserverlust der Bandscheiben. Erfolgt eine Entlastung, zum Beispiel im Liegen, nimmt die Bandscheibe wieder Wasser auf. Ähnlich einem Schwamm, der auf Druck Flüssigkeit abgibt und bei Entlastung wieder Wasser aufnimmt, wird die Bandscheibe durch einen ständigen Wechsel von Belastung und Entlastung ernährt.

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* Bild und Textquellen: tag-der-rueckengesundheit.de, ruecken-tag.de, gute-ergonomie.de, Exkurse Wirbelsäule und Bandscheiben: DKV

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