Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene: welche sind wann sinnvoll?


Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene - apotheken-wissen.de

Vorsorgeuntersuchungen: ein wichtiger Aspekt *

Ein oft entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Abwehr, Therapie und Heilung ist vor allem dann gewährleistet, wenn Risiken und Krankheiten frühzeitig erkannt werden. Dazu tragen maßgeblich regelmäßige allgemeine und darüber hinaus auch generelle Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene bei. Und jeder Lebensabschnitt eines Menschen kennt etliche Empfehlungen dazu, welche Vorsorgeuntersuchungen man ab welchem Alter ins Auge fassen sollte. apotheken-wissen.de möchte mit diesem Gesundheitsbeitrag rund um das Thema Check-Up und Vorsorgeuntersuchungen einige Empfehlungen auflisten.

Sind Vorsorgeuntersuchungen wirklich sinnvoll?

Wie schon aus der Einleitung zu diesem Gesundheitsratgeber hervorgeht ist dies eine suggestive Frage, die sich sofort selbst beantwortet: jeder weiß, dass beispielsweise je eher eine Krebserkrankung gleich welcher Art erkannt wird, desto höher sind die Chancen auf frühzeitige Abwehrmaßnahmen, Therapien und Heilung. Oder jeder kennt die Erkrankungen wie Diabetes oder im Herz-Kreislauf-System, die man als solche gar nicht spürt oder deren erste, kleine Zeichen man auf andere Gründe zurückführt, die aber langfristig sehr große Schäden und Auswirkungen mit sich bringen. Insofern: Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig! Sie helfen, Risikofaktoren für eine Krankheit zu erkennen, bevor diese entsteht. Findet der Arzt solche Faktoren – beispielsweise verdächtige Zellen bei der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge – kann er diese behandeln oder gegebenenfalls entfernen. Das heißt, eine frühzeitige Diagnose erhöht bei vielen Krankheiten die Heilungschancen und kann den Verlauf günstig beeinflussen. Dennoch bedeuten Vorsorgeuntersuchungen keine hundertprozentige Sicherheit: Auch der beste Test kann irrtümlich etwas Verdächtiges feststellen oder Risikofaktoren übersehen. Daher sollten Patienten auch nach einer Vorsorgeuntersuchung Beschwerden ernst nehmen und beim Arzt abklären.

Wann welche Vorsorgeuntersuchungen?

Jeder Lebensabschnitt – vom Baby bis zum Erwachsenen – bringt Veränderungen, gesundheitliche Gefahren und manchmal auch altersbedingte Erkrankungen mit sich. Daher hängt es auch vom Alter des Patienten ab, welche Vorsorgeuntersuchung er wann durchführen sollte. Generell gilt: Im Erwachsenenalter dienen Vorsorgeuntersuchungen der Erkennung von Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Krebs. Ein grober Vorsorge-„Fahrplan“ sollte daher für Männer und Frauen ab 35 alle zwei Jahre einen sogenannten Gesundheits-Check-up vorsehen. Dieser überprüft Cholesterinwerte und Blutdruck, um Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und somit Schlaganfälle oder Herzinfarkte zu vermeiden. Wer jedoch bereits Beschwerden oder familiäre Vorbelastungen hat, sollte natürlich auch außerhalb dieses Fahrplans unbedingt ärztlichen Rat einholen!

Check-up: Die Gesundheits-Vorsorgeuntersuchung ab 35

Ab einem Alter von 35 Jahren und dann alle zwei Jahre übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten eine Gesundheitsvorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Erkrankungen. Die Schwerpunkte sind bei dieser Vorsorgeuntersuchung, auch Check-Up genannt, sind das Herz-Kreislauf-System, die Nieren und der Blutzucker. Die Untersuchungen sind einfach und wenig belastend, aber machen bereits auf potentielle  Risikofaktoren oder gar bereits bestehende Krankheiten aufmerksam. Ein typischer Ablauf für diesen Check-Up:

  • Anamnese: In einem ausführlichen Gespräch werden aktuelle Erkrankungen  und auch Erkrankungen aufgenommen und analysiert.
  • Zur Ermittlung des aktuellen Gesundheitszustands erfolgen eine Ganzkörperuntersuchung inklusive einer Blutdruckmessung.
  • Blutproben werden genommen und geben Aufschluss über die Werte des Blutzuckers und Cholesterins, die vornehmliche Ursachen oder Risiken für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein können.
  • Mögliche Nierenkrankheiten werden mittels einer Urinuntersuchung überprüft.
  • Alle Ergebnisse und Befunde der Untersuchungen werden ausführlich besprochen, ebenso wie eventuell erforderliche oder sinnvolle Maßnahmen.
  • Es empfiehlt sich, im Rahmen dieser Vorsorgeuntersuchung auch ein Hautkrebs-Screening durchgeführen zu lassen.

Weiterführende Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene

Es gibt unzählige Vorsorgeuntersuchungen – welche davon sind wirklich notwendig? Das hängt von dem einzelnen Patienten, seiner Konstitution sowie seiner gesundheitlichen und familiären Krankheitsgeschichte ab. Dennoch empfehlen sich ein paar Untersuchungen für alle Erwachsenen: Bei Frauen sollte bereits ab dem 20. Lebensjahr eine jährliche Krebsvorsorge beim Gynäkologen im Terminkalender stehen. Männern ab 45 empfehlen Ärzte eine Prostatakrebsfrüherkennung, am besten beim Urologen. Wichtig ist auch die Früherkennung von Hautveränderungen – beim sogenannten „Haut-Screening“, das ab 35 alle zwei Jahre angeboten wird. Mit eine der besten Vorsorgeuntersuchungen ist die Darmspiegelung ab dem 55. Lebensjahr. Mit ihr kann der Arzt Veränderungen im Darm erkennen und entfernen, bevor der Krebs überhaupt ausbricht. Wenn der Arzt nichts findet, kann man wirklich über Jahre sicher sein, keinen Darmkrebs zu bekommen. Auch wenn es im nachfolgenden Fall Individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGel, sind: Jährliche Grüner Star (Glaukom) – Vorsorgetermine ab 40 sind eigentlich ein Muss bei einem Augenarzt. Über-55-Jährige sollten sich zusätzlich auf Makuladegeneration (AMD) untersuchen lassen. Wer bereits Glaukom-Patienten in der Familie hat, geht besser schon ab dem 30. Lebensjahr zur Früherkennung.

Für eine individuelle Planung der notwendigen Vorsorgeuntersuchungen sollten Patienten am besten ihren Hausarzt aufsuchen. Er kennt die persönliche Krankheitsgeschichte und kann gegebenenfalls an einen Facharzt überweisen.

Linktipps Vorsorgeuntersuchungen

An dieser Stelle finden Sie einen weiteren Gesundheitsratgeber, der sich speziell mit den Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene im Rahmen der Krebsfrüherkennung beschäftigt. Einen Sonderartikel findet sich hier über die Stärken und Schwächen der Tastuntersuchungen und PSA-Werte im Rahmen der dennoch sehr wichtigen Prostatakrebs-Vorsorge.

Hier finden Sie einen Sonderratgeber über Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt.

* Bildquelle und Teile des Textes: ERGO Versicherungsgruppe

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