Schleudertrauma Symptome, Auslöser und Behandlung


Schleudertrauma-Symptome - apotheken-wissen.de

Häufig führt die ruckartige Vor- und Zurückbewegung des Kopfes bei einem Unfall zu heftigen, aber nicht gefährlichen Beschwerden.*

Das sogenannte Schleudertrauma gehört zu den häufigsten Komplikationen nach Unfällen im allgemeinen bzw. Autounfällen im besonderen. Es bezeichnet eine Kombination von Beschwerden wie Zerrungen, Überdehnungen und Stauchungen, die durch eine ruckartigen Überstrapazierung der Bänder und Muskeln im Bereich der Halswirbelsäule hervorgerufen werden. Die Schleudertrauma Symptome treten meist innerhalb der ersten drei Tage nach dem Unfall auf und ein Schleudertrtauma klingt nach einigen Wochen beschwerdefrei wieder ab. 

Unfallhergang und Schleudertrauma Symptome

Die Gefahr bei einem Autounfall liegt vor allem darin, dass zwar der übrige Körper durch den Sicherheitsgurt fixiert und im Sitz gehalten wird, jedoch nicht der Kopf. Dieser wird also infolge eines Aufpralls ungebremst nach vorne geschleudert, während der Rest des Körpers nahezu unbeweglich bleibt und die Bänder und Muskeln haben die schwere Aufgabe, diese heftige Vorwärtsbewegung im Nackenbereich abzufangen. Durch die hohen Kräfte, die in diesem Moment auf sie einwirken, werden die schmerzhaften Verletzungen verursacht, die die sich vor allem in Zerrungen und Rissen, nicht selten außerdem noch in Gelenkt- oder Knochenbrüchen äußern.

Im Übrigen stellt ein Autounfall nicht die einzige Situation dar, in der dies passieren kann, ebenso prädestiniert für solcherlei Unfälle sind beispielsweise Kampfsportarten oder auch andere Aktivitäten wie Reiten oder Klettern. Auch hier sollen die Muskeln im Fall eines Sturzes dafür sorgen, den Sturz abzufangen.

Typische Schleudertrauma Symptome können im Normalfall Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, Übelkeit oder Schwindel sein. Sie erreichen erfahrungsgemäß rund um den dritten Tag ihren Höhepunkt und beginnen dann wieder abzuklingen. In einigen Fällen kommen im Laufe der Zeit noch  Schlafstörungen und depressive Verstimmungen als späte Schleudertrauma Symptome hinzu. Diese klingen im Normalfall jedoch im Verlauf des Heilungsprozesses wieder ab.

Begünstigende Faktoren für ein Schleudertrauma

Begünstig wird ein eventuelles Schleudertrauma – wodurch sich auch die Schleudertrauma Symtome deutlich potenzieren – durch Vorschädigungen wie verengte Nervenkanäle oder Bandscheibenvorfälle. Auch eine zu schwache Nackenmuskulatur kann hierbei eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Behandlung und Krankheitsverlauf

Liegt der Verdacht eines Schleudertraumas vor sollte grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden,  um einen schnellen Heilungsverlauf nicht zu gefährden. Dieser kann anhand von Röntgenaufnahmen sowie einer Computertomographie oder Magnetresonanztomograph (MRT) schnell feststellen, inwiefern der Verdacht bestätigt werden kann. In der Regel genügen bei einem normalen Schleudertrauma eine Schmerzbehandlung durch Medikamente sowie eine Reihe von Lockerungsübungen, um den Verspannungen entgegen zu wirken. Eine Halskrause wird generell nicht mehr empfohlen, um eine gewisse Mobilität zu erhalten.

Im Normalfall ist ein operativer Eingriff lediglich im Fall von Knochenbrüchen vonnöten, in weiteren Fällen liegt keine Notwendigkeit vor. Um chronischen Beschwerden vorzubeugen ist es häufig sinnvoll, den Patienten schnell zu beruhigen und darüber in Kenntnis zu setzen, dass es sich um keine schwerwiegenden oder gefährlichen Verletzungen handelt. So gelingt es, weiteren Verspannungen durch Panik vorzubeugen und die Heilung kann schneller einsetzen. Eine leichte unterstützende Krankengymnastik kann ebenfalls helfen, den Heilungsprozess zu unterstützen, hierbei sollten jedoch keine zu intensiven Übungen durchgeführt werden, die den Zustand verschlimmern könnten.

Wenn ein Schleudertrauma chronisch wird

Nur in einigen wenigen Ausnahmefällen kann es zu chronischen Beschwerden kommen. Die ärztliche Diagnose gestaltet sich hier häufig unkompliziert, da die vorangegangenen Ereignisse oft ausreichen, um in Kombination mit den bestehenden Beschwerden schnell und effektiv die entsprechenden Rückschlüsse zu ziehen.

Kann man einem Schleudertrauma vorbeugen?

Um einem Schleudertrauma vorzubeugen gehört die richtige Einstellung der Kopfstütze zu den wichtigsten Maßnahmen. Um die Halswirbelsäule effektiv zu schützen sollte die Oberkante des Kopfes mit der Oberkante der Kopfstütze auf einer Höhe sein, die Entfernung des Kopfes zur Kopfstütze wird als Faustregel mit 4 Zentimetern angegeben. Vor allem bei fremden Fahrzeugen sollte auf die richtige Einstellung der Kopfstütze geachtet werden, da dies beim Einsteigen in den meisten Fällen unbeachtet bleibt.

Zwar kann eine Kräftigungsübung keine Unfallfolgen verhindern, jedoch kann eine gekräftigte Nackenmuskulatur im Zweifelsfall helfen, die Symptome infolge eines Unfalls in Grenzen zu halten. Zur besseren Regeneration nach einem Schleudertrauma wird empfohlen, den Nacken bald wieder leicht zu belasten um Schonhaltungen zu vermeiden und damit die Gefahr zu mindern, die Beschwerden chronisch werden zu lassen.

* Bildquelle: Pixel-mixer / pixabay.com

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