Phosphate in Lebensmitteln – gefährliche Konservierungsstoffe


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Speziell für Nierenkranke kann ein schneller Zwischensnack gefährliche Nebenwirkungen haben *

Sie sehen lecker aus und laden zum Reinbeißen ein, Burger, Hotdog oder andere Gerichte, die aus Zutaten hergestellt werden, die über eine längere Zeit gelagert und hierfür haltbar gemacht wurden. Doch was genau sorgt für die Haltbarkeit und wo liegen die Risiken wenn wir diese Lebensmittel verzehren? Kann man etwas vorbeugend tun, was kann man beachten? Konservierungsstoffe und Phosphate in Lebensmitteln: Hintergründe, Informationen und Tipps finden sich in diesem kleinen Gesundheitsratgeber.

Hintergrund der Diskussion um Konservierungsstoffe und Phosphate in Lebensmitteln

Künstliche Phosphate sind in der Zutatenliste von Cola, Käse und Co. ordnungsgemäß aufgeführt und tragen wenig klangvolle Namen wie  E339, E340, E341, E450, E451 und E452. Eine erste Hürde besteht darin, diese überhaupt als Phosphate zu identifizieren.

Das kritische hierbei ist: Künstliche Phosphate in Lebensmitteln schaffen genau den Spagat zwischen noch erlaubt und gesundheitlich fragwürdig. Sie sind durch die EU-Gesetzgebung grundsätzlich erlaubt, es wäre jedoch mehr als fahrlässig, sie als harmlos zu bezeichnen, da der Verzehr bei Menschen beispielsweise mit einer Nierenerkrankung durchaus lebensbedrohlich enden kann.

Unterschiede zwischen natürlichen und künstlichen Phosphaten

Dabei wird oft vergessen, dass Phosphate nicht generell „böse“ sind. Im Gegenteil: unser Körper benötigt natürliches Phosphat dringend, sei es  zur Energiebereitstellung für die Muskeln oder auch zur Informationsübertragung bei der RNS (Ribonukleinsäure) und auch der DNS (Desoxyribonukleinsäure). Nehmen wir, beispielsweise aus Milchprodukten, Nüssen, Fleisch, Eiern oder Getreide, natürliche Phosphate zu uns, nimmt sich der Körper genau die Menge, die er braucht und verarbeiten kann (im Normalfall sind dies 2,5 bis 4,5 mg) und scheidet den Rest über die Nieren wieder aus ohne dass er irgendwelche Probleme bereitet.

Im Fall von künstlich hergestellten Phosphaten sieht dieses leider anders aus. Durch die Aufnahme sogenannter freier Phosphate wird der Ausscheidungsprozess der Nieren überfordert und das führt zu einem langfristigen Ungleichgewicht des Organismus aufgrund eines zu hohen Phosphatspiegels im Blutkreislauf. Das Problem liegt vor allem in einer teilweise verwirrenden und auch unzureichenden Kennzeichnung der Lebensmittel. Zwar wissen Patienten mit einer Niereninsuffizienz theoretisch, dass sie eine tägliche Phosphatzufuhr von etwa 1000 mg nicht überschreiten sollen, können dieses jedoch nicht immer ausreichend kontrollieren, da künstliche Phosphate in der Auflistung beispielsweise auch als Verdickungsmittel oder Säureregulator auftauchen können, als Hilfsstoff bei der Herstellung von Wurstwaren müssen sie dagegen gar nicht genannt werden.

Welche gesundheitlichen Risiken können drohen?

Doch nicht nur bei bereits erkrankten Menschen können künstliche Phosphate in Lebensmitteln zu Gesundheitsschäden führen. Studien haben gezeigt, dass Phosphate in Fastfood, Fertiggerichten, Getränken und Co. auch bei gesunden Menschen gesundheitliche Probleme erzeugen können. Im Gegensatz zu natürlichen Phosphaten, die quasi eine natürliche Sperre mitbringen, die verhindert, dass mehr aufgenommen wird als gut für den Menschen ist, sind künstliche hergestellte Phosphate frei löslich und werden daher fast komplett vom Körper aufgenommen.

Ursprung und Hintergründe der Verwendung von künstlichen Phosphaten: Allein in den letzten Jahren hat sich die tägliche Aufnahme von künstlichen Phosphaten durch den wachsenden Konsum von Fastfood nahezu verdoppelt. Waren es in den neunziger Jahren noch 500mg täglich so nehmen wir heutzutage durchschnittlich unglaubliche 1000mg zu uns, von denen allein 700mg in einem Liter Cola stecken. Abgesehen von den typischen Nierenerkrankungen sorgt die erhöhte Aufnahme von Phosphaten unter anderem für eine erhöhte Gefahr, an Knochenschwund oder Osteoporose zu erkranken. Auch das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, steigt durch die vermehrte Ablagerung von Kalziumphosphat in den Gefäßwänden an. Auch Haut und Muskeln könnten durch einen zu hohen Phosphatspiegel angegriffen werden.

Phosphate in Lebensmitteln: wie kann man vorbeugen?

Künstliche Phosphate werden in Lebensmitteln als Stabilisatoren, Geschmacksverstärker, Säureregulatoren, Rieselhilfsmittel, Konservierungsstoff und auch als Dickungs-, Gelier- und Bindemittel beigemischt. Sie bewahren außerdem die Farbe in Trendgetränken wie Cola und Verhindern das Verklumpen von Milch-, Pudding- und Breipulver. Da man diese Zusatzstoffe aufgrund ihrer Verbreitung nicht wirklich verhindern kann ist es schwierig bis unmöglich, hier vorzubeugen. Vielmehr hat der Nierenexperte Prof. Kuhlmann ein sogenanntes Phosphat-Einheiten-Programm entwickelt, bei dem, ähnlich wie bei Diabetikern die Broteinheiten, der aufgenommene Phosphatgehalt geschätzt und im Nachhinein durch Medikamente wieder ausgeglichen wird. Diese Medikamente sorgen dafür, dass das überschüssige Phosphat wieder ausgeschieden wird. Es empfiehlt sich außerdem, möglichst auf Limo, Fertiggerichte und Fastfood zu verzichten und statt dessen gesund selber zu kochen und auf Alternativen zurück zu greifen, um die Aufnahme von Phosphaten besser kontrollieren zu können.

* Bildquelle: Meditations / pixabay.com

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