Grundlagen der Homöopathie


apotheken-wissen.de: Grundlagen der Homöopathie / Globulis

apotheken-wissen.de: Grundlagen der Homöopathie / Globulis *

Die Homöopathie ist eine auf eine ganzheitliche Heilung ausgerichtete Heilmethode. Dabei liegt vor allem der Blick auf den Selbstheilungskräften des Körpers: hier setzt die Homöopathie an und aktiviert und trainiert diese Kräfte. Ein in ein Durcheinander geratenes Immunsystem lernt zum Beispiel wieder, sich zu ordnen, sich zu sortieren und sich aktiv gegen die Krankheit einzustellen. Durch den ganzheitlichen Ansatz und mit Blick auf die Gesamtheit aller Selbstheilungskräfte geht die Homöopathie oftmals über die Behandlung des eigentlichen Krankheitssymptoms hinaus und kann auch psychische oder seelische Beschwerden lindern.

Hier gemeinsam mit unserer Expertin Petra Cunitz, Diplom Biologin und Homeopathic Consultant / Heilpraktikerin der klassischen Homöopathie, einige Grundlageninformationen zur Homöopathie:

Was ist Homöopathie?

„Similia similibus currentur“: Ähnliches möge Ähnliches heilen – das war der gedankliche Ausgangspunkt der Homöopathie, die auf den deutschen Arzt und Chemiker Samuel Hahnemann (1755-1843) zurückgeht. Dabei wird durch die Arzneimittelgabe das Krankheitssymptom bewusst und dosiert verstärkt, damit der Körper seine Selbstheilungskräfte dagegen aktiviert, mobilisiert und organisiert. Das Wort Homöopathie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Ähnlich dem Leiden“. Der Gegensatz der Homöopathie ist die Allopathie, das Heilen mit dem Gegensätzlichen. Hier greifen die Arzneimittelgaben das Symptom bzw. seinen Erreger direkt an.

Das homöopathische Arzneimittelbild

Der ganzheitliche Ansatz der Homöopathie sorgt aber gleich auch für eine erste Komplexität: Denn die Diagnose durchforstet nicht nur das aktuelle Krankheitssymptom, sondern umfasst eine umfangreiche Symptom-Sammlung. Dazu gehört der gesamte Körper von Kopf bis Fuß inklusive aller Organe, darüber hinaus aber auch die allgemeinen, gemütsbedingten und seelischen Konstellationen. Daraus ergibt sich ein ganzheitliches Beschwerdebild, dem mit einem ebenso ganzheitlichen und genau passenden Arzneimittelbild begegnet wird. Somit werden viele Beschwerden und Symptome betrachtet und zusammengefasst, um mit dem passenden Arzneimittelbild den Weg zum oder in Schritten zu den richtigen homöopathischen Mitteln – aus einer Auswahl von ca. 1.500 Mitteln mit einem Kern von ca. 200 Mitteln – zu finden.

Die homöopathischen Arzneimittel


Die homöopathischen Arzneimittel entstammen zum einem den Bereichen der Pflanzen, Mineralien und Tieren. Zum anderen werden auch chemische Stoffe und Bakterienstämme eingesetzt, die zuvor einer homöopathischen Aufbereitung unterzogen werden. Landläufig bekannt ist mit Blick auf die Homöopathika vor allem ihre Potenzierung, die ein besonderes Merkmal des Herstellungsverfahrens und seines Ergebnisses ist. Dadurch werden eine sehr breite und tiefe Wirkungsmöglichkeit geschaffen. Die Urtinktur, die Ursubstanz, das Konzentrat – teilweise sogar unverdünnt als giftig / schädlich einzustufen – wird dabei in verschiedene Varianten zumeist im Verhältnis 1:10 verdünnt. Beispiel: ein Tropfen Urtinktur mit 9 Tropfen Alkohol ergibt die Potenzierung D1. Noch einmal im Verhältnis 1:10 verdünnt ergibt sich ein in zwei Schritten erzieltes Verhältnis von 1:100 oder eine Potenzierung D2. Die Potenzierung C1 steht für eine Verdünnung 1:100, die Potenzierung M1 steht für eine 1.000-fache Potenzierung und die Buchstaben LM oder Q stehen für Verdünnung von 1:50.000. Unterschiedliche Potenzen wirken auch unterschiedlich und erfahrene Homöopathen arbeiten sehr intensiv mit den jeweiligen Varianten.

Nach jeder Verdünnung wird die Substanz „verschüttelt“. Sie wird kräftig und rythmisch geschüttelt – und bis heute hat man den sehr positiven und wichtigen Aspekt im Herstellungsverfahren nicht wirklich erklären können. Außer, dass es ihn wirklich gibt. Denn:

Obwohl verdünnt und verschüttelt sind die Potenzen auch im Sinne des Worts Kraftentfaltung zu sehen. Ungewöhnlich klingend aber wahr: trotz eines stetig geringeren Anteils des Urstoffes im Verhältnis zur Verdünnungssubstanz steigt die Energie (Wirkstärke) des Mittels mit jeder Potenzierung an. Dabei gilt aber nicht „viel hilft viel“!

  • Tiefpotenzen (bis zur D12 und C12) sprechen eher auf die rein körperlichen Prozesse und Systeme an, sie wirken breit aber nicht intensiv.
  • Mittlere Potenzen (bis D30 und C30) sprechen sowohl die körperlichen als auch die energetischen / seelichen / geistigen Prozesse an.
  • Hochpotenzen (über D30 / C30) wirken fast ausschließlich auf der energetischen Ebene, sie wirkend entsprechend rasch und tiefgreifend – und sollten somit eher erfahrenen Homöopathen als der Selbstanwendung vorbehalten sein.

Die homöopathische Behandlung

Wie oben beschrieben setzt eine ganzheitliche Betrachtung und Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte eine umfassende Diagnose und Anamnese voraus. Die Aufgabe des Homöopathen ist es dann, in der Regel nur ein darauf passendes Mittel auszuwählen, das möglichst viele Punkte aus der Diagnose in seiner Wirkung und Potenz umfasst. Tatsächlich wird trotz eines breiten Spektrums an Symptomen und umgebenden Faktoren nur ein Mittel eingesetzt. Der Homöopath geht dabei sowohl gegen das akute Krankheitssymptom vor, beachtet jedoch auch Beschwerdebilder, die sich tief im Menschen – in seiner Konstitution – befinden. Deshalb spricht man bei einer klassischen homöopathischen Behandlung auch von einer Konstitutionsbehandlung.

Der Erfolg einer Behandlung wird nach 4 bis 8 Wochen vom Homöopathen überprüft und ggf. das Mittel wiederholt oder ein Folgemittel ausgewählt.

Homöopathika sollten nicht unmittelbar vor oder nach dem Essen eingenommen werden. Die Mundschleimhaut spielt bei der Aufnahme eine wichtige Rolle (das Homöopathikum am besten Munde zergehen lassen).

Umgang mit homöopathischen Arzneimitteln

Homöopathika gibt es in Tropfenform, als Globulis und als Tabletten. Eine Tablette entspricht dabei in der Regel fünf Tropfen oder Globulis. Durch den Träger Alkohol sind Tropfen für Babies, Kinder und Jugendliche ungeeignet und sie sollten mit Globulis oder Tabletten versorgt werden.

Homöopathische Arzneimittel werden von jeder Apotheke geführt und sie sind rezeptfrei durchaus sehr preiswert zu erhalten. Sie sollten dunkel, kühl und trocken aufbewahrt werden und sind so viele Jahre haltbar. Vorausgesetzt Sie haben sich mit der Homöopathie auseinandergesetzt, sollte ein gewisser Vorrat zu Hause vorhanden sein, um im Falle eines Falles darauf zugreifen zu können.

Eigene Kenntnisse und ein Vorrat sollten dementsprechend zu einer homöopathischen Hausapotheke führen, und auch unterwegs kann eine homöopathische Reiseapotheke wertvolle Dienste leisten.

Selbstbehandlung mit homöopathischen Mitteln

Akute Beschwerden und Erkrankungen können mit homöopathischen Mitteln natürlich und sanft behandelt werden. Eine Vorbedingung sollte sein, sich mit dem Wesen, den Erkennungs- und Wirkungsweisen der Homöopathie auseinandergesetzt zu haben. Obwohl es keine „klassische“ Nebenwirkungen (im Sinne von schulmedizinischen Medikamenten) durch die Natürlichkeit der Gaben gibt, sollten Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein: das breite Symptom- und Ursachenbild muss auf das Arzneimittelbild passen und die Potenzen richtig gesetzt werden. Achtsamkeit und Beobachtungsgabe, bestmöglich gepaart mit Vorerfahrungen, sind ebenso notwendig. Der Volksmund sagt, dass man nicht viel falsch machen kann und eine positive, eine ausbleibende oder eine negative Wirkung sehr schnell zu erkennen sind. Das ist im Grunde genommen auch richtig, nichtsdestotrotz setzt man durch die homöopathische Gabe gezielte Reize. Trifft man beispielsweise nicht den richtigen Reiz, kann man mit der Homöopathie einen Körper mit einer bereits vorhandenen Erkrankung einem vorübergehenden weiteren Reiz aussetzen. Auch deshalb sollte bei einer homöopathischen Selbstbehandlung immer nur ein Homöopathikum angewendet werden und bei Verschlimmerung der Symptome oder Neusymptomen keine weitere Einnahme des gleichen Mittels erfolgen.

Auch bei der Homöopathie, sobald die Symptome sehr heftig, sehr bedrohlich oder ungewöhnlich sind, Unsicherheit bei der Auswahl des Homöopathikums, keine Besserung oder gar eine Verschlechterung auftauchen oder die Symptome nach erster Besserung wieder oder regelmäßig wiederkehren: brechen Sie die Behandlung rechtzeitig ab und wenden Sie sich an einen professionellen Homöopathen, Arzt oder Apotheker.

Unsere Expertin für Klassische Homöopathie

Expertin für Homöopathie: Petra Cunitz, Diplom Biologin und Heilpraktikerin

Expertin der Homöopathie: Petra Cunitz

Petra Cunitz, Diplom Biologin und Homeopathic Consultant / Heilpraktikerin der klassischen Homöopathie, betreibt seit 2010 eine eigene Praxis für Klassische Homöopathie in Monheim am Rhein.
Nach ihrem Biologiestudium hat sie für einige Jahre als Beraterin in der Pharmaindustrie gearbeitet und beschäftigt sich nun seit mehr als 10 Jahren mit der Homöopathie. Ihr 4-jähriges Homöopathiestudium hat sie während eines 6- jährigen Aufenthalts in New York an der School of Homoeopathy, NY mit Erfolg absolviert. Siehe auch: www.petracunitz-homoeopathie.info

 

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* Bildquelle: Leonora Schwarz  / pixelio.de

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