Gesunde Eier und ihre Kennzeichnungen


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Gesunde Eier und ihre Kennzeichnungen. Aber: Kein Ei mit dieser 3! *

apotheken-wissen.de berichtete bereits in dem Artikel „Gesunde Eier nicht nur zu Ostern unbedenklich genießen!„, dass und warum Eier ein tatsächlich sehr gesundes Nahrungsmittel sind. Besonders in der Vorosterzeit wird viel über gesunde Eier berichtet, da Ostern fest mit dem Osterei verknüpft ist. Übrigens: es gibt sehr viele Theorien, warum Ostern und das Osterei so untrennbar zusammen gehören. Das Ei als Symbol für Geburt und Auferstehung, gefärbte Eier als Ostergeschenk, das Ei und Eierspeisen nach der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern oder gar ein österliches Überangebot an Eiern, da die Hühner ja keine Fastenpause beim Eierlegen machten. Welcher Hintergrund es jedoch genau war, bleibt weiterhin ungeklärt.

Neben immer wieder bekannt werdenden Lebensmittel-Skandalen wie beispielsweise dem berühmt-berüchtigten Pferdefleisch-Skandal ist auch das Ei nicht immer außen vor, vor allem in Sachen Diskussionen über das echte oder angebliche Bio-Ei oder gleich auch einem Bio-Eier-Skandal. Für ein Bio-Ei werden im Verbraucherpreis ca. 50% mehr erwirtschaftet: statt knapp 20 Cent pro Ei aus einer „konventionellen“ Haltung sind es beim Bio-Ei knapp 30 Cent, die der Kunde im Geschäft bereit ist, für ein Bio-Ei auszugeben. Und das scheinbar lockt schwarze Schafe an … apotheken-wissen.de informiert in diesem Artikel über die Einzelkennzeichung und die anerkannten Biosiegel und ihre jeweiligen Anforderungen.

Warum Eier gesund sind

Durch ihren hohen Gehalt zum Beispiel an Kalzium, Eisen, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Zink, Jod, Vitamin A und Vitamin B sind Eier reich ein Proteinen, Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Und ihre Wirkung ist dementsprechend umfangreich und vielfältig: im Ei sind fast alle lebenswichtigen Vitamine und Nährstoffe enthalten, die unser Körper als Energiequellen braucht – für Muskeln, Knochen, Immunsystem, Konzentration, Schlankheit und Schönheit – denn sie fördern den Fettabbau, vitalisieren die  Haut, beugen einem Haarausfall vor und vieles mehr. Mehr dazu, und ob weiße Eier gesünder sind als braune Eier, finden Sie in unserem Bericht „Gesunde Eier nicht nur zu Ostern unbedenklich genießen!

Gesunde Eier und ihre Einzel-Ei-Kennzeichnung / ihr Eierstempel

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Gesunde Eier und der Eierstempel *

Neben der vielleicht wichtigsten, aber allseits bekannten Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) auf der Eierverpackung: Auch jedes einzelne Ei in der Verpackung, das in Deutschland über den Handel seinen Weg zum Verbraucher findet, ist mit einem Stempel gekennzeichnet. Dies ist seit 2004 durch eine EU-Richtlinie verpflichtend und wird in Deutschland entsprechend umgesetzt. Über den Eierstempel erhält der Verbraucher sehr weitreichende Informationen über das jeweilige Ei.

Die erste Ziffer gibt an, aus welcher Hühner-Haltung das Ei stammt.

  • Die Ziffer 0 steht dabei für eine ökologische Haltung, also das sogenannte Bio-Ei. Diese Ziffer steht für einen Stall, in dem sich maximal 6 Hennen einen Quadratmeter teilen, eine Freilandhaltung unter anderem mit 4 qm Fläche pro Henne und vor allem für ein Hühnerfutter, das aus möglichst eigenem und ausschließlich ökologischem Anbau kommt. Bislang sind erst unter 10% der Legehennen in dieser Haltung.
  • Die Ziffer 1 steht für Freilandhaltung und weist darauf hin, dass die Legehennen neben ihrem Stall, in dem sich 9 Hennen einen Quadratmeter teilen, einen Freilandbereich haben, der unter anderem mindestens 4 qm Fläche pro Legehenne vorsieht. Bei der Freilandhaltung wird konventionelles Hühnerfutter verabreicht, ca. 15% der Legehennen werden aktuell in der Freilandhaltung gehalten.
  • Die Ziffer 2 steht für eine Bodenhaltung und heißt, dass sie ausschließlich im Stall stattfindet. Maximal neun Hennen steht ein Quadratmeter zur Verfügung. Aktuell fast zwei Drittel der Legehennen in Deutschland werden in den Bodenhaltung gehalten.
  • Die Ziffer 3 steht für Käfighaltung und Kleingruppenhaltung. Die „konventionelle“ Art der Legebatterie, die mit Blick auf die nicht artgerechte Haltung der Hühner immer wieder in der Diskussion war, ist in Deutschland seit 2010 und in der EU seit 2012 verboten. Umgestellt wurde auf die Kleingruppenhaltung. Zwar ist es nicht zwangsläufig der Fall ist, dass diese Eier nicht gesund wären, aber bedenklich mit Blick auf die Legehennen ist auch diese Kleingruppenhaltung. 15% der Legehennen in Deutschland müssen weiterhin diese Haltungsart ertragen. Von daher rät bspw. der BUND: „Kein Ei mit 3„.

Die nachfolgende Buchstabenkombination gibt an, aus welchem Land das Ei stammt. Zum Beispiel AT für Österreich, BE für Belgien, DE für Deutschland, DK für Dänemark, FR für Frankreich, IT für Italien, NL für Niederlande.

Es folgen sieben Ziffern, die ersten beiden zeigen das Bundesland an: hier steht die 01 für Schleswig-Holstein
, die 02 für Hamburg, die 
03 für Niedersachsen, die 
04 für Bremen, die 05 für Nordrhein-Westfalen, die 
06 für Hessen, die 
07 für Rheinland-Pfalz
, die 08 für Baden-Württemberg, die 09 für Bayern, die 
10 für das Saarland, die 
11 für Berlin, die 
12 für Brandenburg, die 13 für Mecklenburg-Vorpommern
, die 14 für Sachsen, die 
15 für Sachsen-Anhalt und die 
16 für Thüringen. Die weiteren Ziffern definieren den landwirtschaftlichen Betrieb und den dortigen Stall.

Biosiegel für gesunde Eier und gesunde Legehennen

Die anerkannten Biosiegel rund um ein gesundes Ei, eine gesunde und möglichst artgerecht gehaltene Legehenne und was sie (auszugsweise) bedeuten:

Verschiedene Bio-Siegel - Gesunde Eier - apotheken-wissen.de

Gesunde Eier und verschiedene Bio-Siegel. Beispiele von links nach rechts: 1. Staatliches Bio-Siegel, 2. Bioland, 3. Naturland, 4. demeter

  1. Das staatliche Bio-Siegel nach EG-Öko-Verordnung steht für eine Erzeugung und Verarbeitung nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. Es bedeutet für ein gesundes Ei, dass maximal 230 Legehennen pro Hektar erlaubt sind, das Futter aus dem ökologischen Landbau stammen muss und dabei möglichst aus der eigenen Bewirtschaft sowie dass sich der Erzeuger den vorgeschriebenen Kontrollen unterzieht. Siehe auch: www.bio-siegel.de
  2. Bioland ist ein führender ökologischer Anbauverband in Deutschland, in dem in Deutschland knapp 6.000 Bio-Bauern organisiert sind. Mindestens 50% des Futters muss aus dem eigenen Betrieb stammen, es sind maximal nur 140 Hennen pro Hektar Betriebsfläche erlaubt und es gelten viele weitere Regeln für Herdenobergrenzen, Ställe und Auslauf. Siehe auch: Bioland
    Verband für organisch-biologischen Landbau e.V. oder www.bioland.de
  3. Naturland Bauern und Verarbeiter arbeiten mit höchsten ökologischen Standards, die oftmals strenger sind als die gesetzlichen Anforderungen der EG-Öko-Verordnung. In Deutschland gibt es knapp 3.000 Naturland Betriebe. Auch hier wird u.a. festgelegt, dass mindestens 50% des Futters aus dem eigenen Betrieb stammen muss und maximal nur 140 Hennen pro Hektar Betriebsfläche erlaubt sind. Siehe auch: Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V. oder www.naturland.de
  4. Demeter steht für Produkte der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise. Auch sind maximal 140 Legehennen pro Hektar Betriebsgröße vorgegeben und das Futter muss zu mindestens zwei Dritteln aus Demeter-Betrieben stammen. Siehe auch: Demeter e.V. oder www.demeter.de

* Bildquelle: apotheken-wissen.de

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