Peyronie-Studie: Therapeutische Alternative zur Operation


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Gibt es Alternativen zur medikamentösen oder operativen Peyronie-Behandlung? *

Die Behandlung der erworbenen Penisverkrümmung oder Peyronie entsprechend der Schulmedizin zeigt nur begrenzte Erfolge. Medikamentöse Therapien schlagen nur eingeschränkt und nicht bei allen Patienten an. Letzter Ausweg bei starken Verkrümmungen ist ein chirurgischer Eingriff, der erhebliche Risiken birgt und in der Regel zu einer deutlichen Verkürzung des Penisschafts führt. Die Penile Traction Therapy (PTT) besitzt das Potenzial, die Peyronie effektiv und ohne gefährliche Nebeneffekte zu bekämpfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, die 2018 im Fachmagazin BJU International veröffentlicht wurde.

Behandlung in der stabilen Phase bewirkt deutlichen Rückgang der Peyronie

Die Studie beobachtete eine Gruppe von 93 Männern über einen Zeitraum von 12 Wochen, von denen 47 mit dem medizinischen Gerät PeniMaster PRO behandelt wurden und 46 als Kontrollgruppe dienten. Alle Beteiligten litten unter einer Peyronie mit einer unidirektionalen Krümmung von mehr als 45° – im Durchschnitt waren es rund 70°. Bereits nach vier Wochen – inklusive einer 15tägigen Eingewöhnungsphase – zeigte sich ein deutlicher Effekt der Therapie. Während bei der Versuchsgruppe der Winkel im Durchschnitt um 12° Grad abnahm, stagnierte er in der Vergleichsgruppe mit leichten Schwankungen um den ursprünglichen Wert.

Im Zeitraum zwischen vier und acht Wochen setzte sich der Effekt kontinuierlich fort – bei der Untersuchung Ende des zweiten Monats lag die durchschnittlich gemessene Abweichung mit lediglich noch 47.2° nur noch knapp über den Voraussetzungen für die Studienteilnahme. Zwischen der neunten Woche und dem Studienende sank ihr Wert auf 41.1°. Anhand der gewonnenen Daten zeigt sich, dass die Therapie bei stark ausgeprägter Peyronie – also gerade bei Fällen, bei denen eine Operation in Erwägung gezogen würde – ihre größten Erfolge zeigt. Dies erklärt auch die rasche Verbesserung des Zustands zu Anfang des Untersuchungszeitraums.

Dauer der täglichen Applikation beeinflusst den Erfolg maßgeblich

Den Teilnehmern war es freigestellt, den PeniMaster PRO zwischen drei Stunden und acht Stunden täglich zu verwenden. Über die genauen Zeiten mussten die Beteiligten ein exaktes Protokoll erstellen, um einen Zusammenhang außerhalb des statistischen Zufalls feststellen zu können.

Wenig überraschend entschieden sich Betroffene mit einer überdurchschnittlich schweren Peyronie oft für längere – solch mit unterdurchschnittlicher Krümmung hingegen für kürzere Tragezeiten. Schon nach vier Wochen sanken die Werte bei einer Applikation von mehr als sechs Stunden mit 59.1° signifikant unter denen bei vier Stunden täglich (62.1°). Bei Studienende hatte sich die Peyronie bei ersterer auf 36.2°, bei letzterer auf 41.1° zurückgebildet.

Wissenschaftler empfehlen breite Anwendung und weitere Studien

Anhand ihrer Ergebnisse kommen die beteiligten Mediziner aus drei Kontinenten zu dem Schluss, dass der Einsatz des PeniMaster PRO effizient und risikolos ist. Lediglich drei Teilnehmer brachen die Studie wegen Nebenerscheinungen ab, bei allen verschwanden die negativen Symptome vollständig. Die Autoren empfehlen insbesondere, weitergehend auch einen präoperativen Einsatz zu untersuchen, um die zu entnehmende Gewebemenge und die daraus resultierenden Begleiterscheinungen zu minimieren.

* Bildquelle: derneuemann / pixabay.com

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