Hyaluron zur Behandlung von Gelenkbeschwerden


Behandlung von Gelenkbeschwerden

Behandlung von Gelenkbeschwerden: auch Hyaluron kann dabei helfen *

Gelenkbeschwerden können viele Ursachen haben. Zu den häufigsten zählt Arthrose, bei denen ein Gelenkverschleiß zugrunde liegt. Zudem können entzündliche Prozesse die Beschwerden auslösen. Hierbei ist die rheumatoide Arthritis das Stichwort. Die Art der Behandlung von Gelenkbeschwerden wird je nach Ursache und Ausprägung der Schmerzen gewählt. Neben einer ausgeglichenen Lebensweise kann auch die körpereigene Substanz Hyaluronsäure dazu beitragen, Gelenkbeschwerden zu bekämpfen.

Hyaluronsäure: Welche Rolle spielt sie bei der Gelenkgesundheit?

Hyaluronsäure wird überwiegend mit der Kosmetikindustrie in Verbindung gebracht, dabei ist sie auch ein unverzichtbarer Teil der Gelenkgesundheit. Bei Hyaluronsäure handelt es sich um eine körpereigene Substanz, die aus Polysacchariden besteht. Da sie in der Lage ist, große Mengen Wasser zu binden, übernimmt sie eine wichtige Rolle bei der Schmierung der Gelenke. In der Arthrosetherapie ist Hyaluronsäure ein gängiges Mittel, um Gelenkbeschwerden zu behandeln. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) zählt die Systemic Slow Acting Drugs, wozu auch Hyaluronsäure gehört, zu jenen Substanzen, die die herkömmliche Therapie erweitern können. Hierbei steht das zu injizierende Hyaluron im Mittelpunkt, welches mithilfe von Spritzen üblicherweise in das Kniegelenk verabreicht wird.

Hyaluronsäure – Injektionen in das Kniegelenk

Die moderne Medizin setzt auf Hyaluronsäure, um Gelenkbeschwerden zu bekämpfen. Dabei machen sich Ärzte die positiven Eigenschaften der körpereigenen Substanz zunutze. Verabreicht mit einer Spritze kann sie mit ihrem wasserbindenden Potenzial und den Polymeren die Gelenkflüssigkeit zäh gestalten. Durch die Injektion unterstützt Hyaluronsäure damit die reibungslose Gleitfähigkeit der Gelenkflächen. Entzündungen und Verletzungen können dazu führen, dass die Verfügbarkeit von Hyaluronsäure im Gelenk negativ beeinflusst wird. Mit einer Injektion sollen die Gelenke die fehlende Hyaluronsäure zurückerhalten. Die Mediziner erhoffen sich dadurch, dass die erhöhte Reibung der Gelenkflächen gelindert und somit weiterem Gelenkverschleiß vorgebeugt wird. Zudem soll Hyaluronsäure dazu beitragen, Schmerzen von Menschen, mit fortgeschrittener Arthrose, zu reduzieren.

Wie lange die verabreichte Hyaluronsäure im Körper zu einer Verbesserung beiträgt, kann nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden. Verschiedene Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass Hyaluronsäure ihre Wirkung über wenige Monate bis mehrere Jahre entfalten kann. Erfahrungsberichte zeugen davon, dass Patienten nach der Injektion ihre Gelenke wieder besser bewegen können und unter weniger Schmerzen leiden. Die Injektionen können übrigens nicht nur in die Knie, sondern auch in die Ellbogen, Schultern und Finger verabreicht werden. Zu den Nebenwirkungen der Injektionen zählen Schwellungen an der Einstichstelle. Sehr selten können die Hyaluronsäurespritzen auch zu Infektionen in den Gelenken führen.

Exkurs Synovialflüssigkeit

Um zu verstehen, wie wichtig die Gelenkflüssigkeit oder auch Synovialflüssigkeit für den menschlichen Körper ist, sollte ein Blick auf die Wirkungsweise geworfen werden. Wenn ein Gelenk sich bewegt, wird die Synovialflüssigkeit in den Knorpel gepresst. Das sorgt dafür, dass der Knorpel von genügend Nährstoffen zehren kann. Wird der Bewegungsablauf gestoppt, kehrt die zähflüssige Substanz aus dem Knorpel in den Gelenkspalt zurück. Dabei handelt es sich um einen fein aufeinander abgestimmten Vorgang, der sicherstellt, dass alle an der Bewegung teilnehmenden Gelenke ausreichend versorgt werden. Wenn die Gelenke nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden, zum Beispiel weil der Nährstoffgehalt oder die Menge an Synovialflüssigkeit abnimmt, werden die Gelenke nicht mehr gut geschmiert. Die Folge: die Knorpelsubstanz hungert und kann sich infolgedessen entzünden, schneller abnutzen und an Elastizität verlieren.

Hyaluronsäure soll mit ihrer einzigartigen Zusammensetzung einen positiven Einfluss auf die Gelenkflüssigkeit ausüben. Die körpereigene Substanz wird besonders häufig bei Arthrose und Gelenkbeschwerden in Form von Injektionen oder Kapseln empfohlen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass vermutet wird, dass Hyaluronsäure eine entzündungshemmende Wirkung besitzt.

Gesunde Gelenkflüssigkeit: Was Sie dafür tun können

Die Gelenkflüssigkeit kann auf natürliche Weise angereichert werden. Dafür ist es wichtig, dass Sie genügend trinken. Bei der Herstellung von Gelenkflüssigkeit nimmt der Körper das Blut zur Hilfe. Deshalb ist es notwendig, dass der Körper über ausreichend Flüssigkeit verfügt. Als Orientierungshilfe gilt die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Demnach sollten Erwachsene mindestens 1,5 Liter Trinkflüssigkeit täglich aufnehmen. Auch der Verzicht auf Tabak kann dabei helfen, die Gelenkflüssigkeit nährstoffreich zu gestalten. Schließlich führt das Rauchen dazu, dass sich die Durchblutung im Organismus verschlechtert. Darunter leidet auch die Gelenkflüssigkeit, die infolgedessen nicht mehr so gut mit Nährstoffen angereichert werden kann.

Hyaluronsäure Studien

Es gibt viele wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit der Wirkungsweise von Hyaluronsäure beschäftigt haben. Eine häufig zitierte Studie stammt aus dem Jahr 2015. Hier konnte gezeigt werden, dass Injektionen mit Hyaluron die Schmerzen von Patienten mit Kniegelenk-Osteo-Arthritis verringern konnte. Zudem konnte eine Verbesserung im Bereich Beweglichkeit und Stabilität der Kniegelenke erreicht werden. Überraschend war, dass die festgestellten Erfolge deutlich länger anhielten, als bei verabreichten Kortiko-Steroiden. Bis zu 12 Monate konnten Patienten von den positiven Effekten der Hyaluronsäureinjektionen profitieren. Wie lange eine Verbesserung eintritt, kann aber auch von der Molekülgröße abhängen.

Hyaluronsäure: auf die Molekülgröße kommt es an

Hyaluronsäure ist nicht gleich Hyaluronsäure. Scheinbar spielt die Molekulargröße eine große Rolle, wenn es um den Erfolg der Säure geht. Experten unterscheiden die langkettige (hochmolekulare) und die kurzkettige (niedermolekulare) Form der Hyaluronsäure. Beide können mithilfe einer Spritze injiziert werden, unterscheiden sich aber leicht in Hinblick auf ihre Wirkungsweise. So verabreichen Mediziner die niedermolekulare Hyaluronsäure vor allem bei akuter Arthrose, die von Schmerzen und Schwellungen gekennzeichnet ist. Die Hyaluronsäure soll dabei entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Die hochmolekulare Hyaluronsäure hingegen soll die Gleitfähigkeit im Gelenk erhöhen und wird daher eher in ein reizfreies Gelenk verabreicht.

Bei oral einzunehmenden Präparaten ist neben der Molekülgröße (im besten Fall zwischen 500 und 700 kDa) auch die Wirkstoffkonzentration entscheidend. Ein optimal angereichertes Produkt sorgt dafür, dass die positiven Eigenschaften auch vom Körper genutzt werden können.

Hyaluronsäure Nebenwirkungen

Hyaluronsäure kommt auf natürliche Weise im Körper vor und führt deshalb in der Regel nicht zu Nebenwirkungen. Um allergische Reaktionen zu vermeiden, sollten Produkte bevorzugt werden, die auf tierische Materialien verzichten. Übrigens: Hyaluronsäure kann auch in der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden.

Gelenkbeschwerden: dann ist ein Arztbesuch notwendig

Bei langfristigen Gelenkbeschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die zugrunde liegende Ursache festzustellen. Auch eine Fehlhaltung kann die unangenehmen Beschwerden auslösen. Krankengymnastik, orthopädische Einlagen oder eine Änderung der Lebensgewohnheiten können dazu beitragen, die Gelenkschmerzen zu lindern. Akute Schmerzen, die unter Umständen auch durch Entzündungsanzeichen wie Überwärmungen oder Rötungen begleitet werden, sollten schnellstmöglich von einem Arzt begutachtet werden. Wenn die Diagnose Arthrose bereits feststeht, können Präparate, die Hyaluronsäure enthalten, die Behandlung erweitern.

Fazit

Gelenkbeschwerden können auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Unbestritten ist, wie wichtig eine nährstoffreiche Synovialflüssigkeit für die Gelenkgesundheit ist. Bei jeder Bewegung sorgt sie dafür, dass ein reibungsloser Einsatz der Gelenke möglich ist. Ein wichtiger Bestandteil der Gelenkflüssigkeit ist die Hyaluronsäure. Sie verfügt über eine einzigartige Zusammensetzung und ist in der Lage, große Mengen an Wasser zu binden. Hyaluronsäure trägt in Verbindung mit den übrigen Bestandteilen der Gelenkflüssigkeit dazu bei, dass die Gelenke mit Nährstoffen versorgt und ausreichend geschmiert werden. Durch Entzündungen und Verletzungen kann der Zugriff auf das wichtige Schmiermittel eingeschränkt sein.

Zudem kann Rauchen den Nährstoffgehalt der Synovialflüssigkeit negativ beeinflussen. Hyaluronsäure ist Gegenstand der modernen Medizin und wird insbesondere bei Arthrose angewendet. Injiziert in das Gelenk soll sie Schmerzen lindern und für mehr Beweglichkeit sorgen. In vielen Studien konnte die positive Wirkung von Hyaluronsäure bei Arthrose bereits bestätigt werden. Wer die Verabreichung mittels Injektionen scheut, kann auf Kapseln mit Hyaluronsäure setzen. Beim Kauf von Hyaluronsäurekapseln sollte jedoch auf die Wirkstoffzusammensetzung und die Molekülgröße geachtet werden.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26806183
* Bildquelle: Angelo Esslinger, whitesession / pixabay.com

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