Die Zukunft der Augenlaser-Behandlung


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Wir erklären, um was es sich bei der Weiterentwicklung der Femto-Lasik Methode handelt.*

Entweder kann man die Speisekarte im Schummerlicht des Restaurants nicht mehr lesen oder man verpasst abends die Autobahnabfahrt, weil man das Geschriebene auf dem Verkehrsschild zu spät erkannt hat. Optische Fehlsichtigkeiten sind zahlreich und nahezu jeder von uns wird früher oder später davon betroffen. Dann kommt der Gang zum Augenarzt und plötzlich wird man mit Begriffen wie Femto-LASIK, Flap-Komplikationen und ReLex-SMILE konfrontiert. In diesem Beitrag erklären wir die Begriffe und schauen uns die Methoden dahinter etwas genauer an. Gibt es ein Korrekturverfahren, das bessere Resultate für die Patienten erzielt? Wenn ja, welches ist es und warum?

Wie funktionieren Augenlaser-Verfahren?

Diese Methoden korrigieren eine Sehschwäche, indem sie den Brechungsindex, also die Krümmung der Hornhaut ändern (die als Linse fungiert). Damit wird der Brennpunkt des Lichtes im Auge so verändert, dass er wieder auf der Netzhaut liegt. Nur dann sehen wir unsere Umwelt scharf und detailliert. An den Augen operiert zu werden, erzeugt bei vielen Menschen ein ungutes, defensives Gefühl. Wir schauen ja auch nicht direkt in die Sonne, sollen uns aber von einem Laser, der nur wenige Millimeter vor dem Auge platziert wird, die Hornhaut abhobeln lassen. Aber genau das passiert bei den zwei folgenden Verfahren nicht mehr. Sowohl Femto-LASIK als auch ReLex-SMILE hinterlassen keine Wundoberfläche auf der schmerzempfindlichen Hornhaut.

Femto-LASIK

LASIK ist der Name des Verfahrens und bedeutet Laser-in-situ-Keratomileusis. Femto beschreibt die Impulsdauer des hochpräzisen Lasers (ein Millionstel einer milliardstel Sekunde, = 0,000 000 000 000 001 Sekunden).

Bei dieser Methode wird ein Einschnitt per Laser in die Hornhaut gemacht und diese wie ein Deckel aufgeklappt (das Flap). Dann werden die notwendigen Korrekturen mit dem Laser am inneren (in-situ), schmerzunempfindlichen Teil der Hornhaut vorgenommen (dieser Vorgang wird Keratomileusis genannt). Nun wird der Deckel zurückgeklappt und der Patient kann nach der kurzen Behandlung die Praxis verlassen.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Ein Lasereinschnitt ist viel präziser, als der mit einem Skalpell.
  • Es entsteht keine schmerzende Wundoberfläche auf der Hornhaut.
  • Die Behandlung ist kürzer, schonender und schmerzfreier als andere Verfahren.
  • Die volle Sehschärfe stellt sich bereits nach etwa 3 Tagen ein.
  • Femto LASIK ist bei Kurz- und Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung geeignet.

Ein Nachteil dieser Behandlungsmethode ist die sogenannte Flap-Komplikation. Normalerweise heilt das Flap, also der hochgeklappte Hornhautdeckel in 1 – 2 Wochen. In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen, wie z.B. Entzündungen und einer längeren Heilungsdauer kommen.

Um Komplikationen zu umgehen, wurde das folgende Verfahren entwickelt.

ReLex SMILE

Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Femto-LASIK Methode, nur wurde das Verfahren verfeinert und optimiert. Anstelle des aufgeklappten Hornhautdeckels wird nur ein kleiner, etwa 2 mm großer Einschnitt gemacht. Der Femtolaser löst nun ein sehr dünnes Scheibchen (das Lentikel) aus dem Inneren der Hornhaut, welches durch den kleinen Einschnitt entnommen wird. Durch die Entnahme des Lentikels wird die Hornhaut angepasst und die Sehschwäche korrigiert. Bei dieser Weiterentwicklung der Femto-LASIK besteht das Risiko einer Flap-Komplikation nicht mehr, da diese Prozedur ohne Flap auskommt.

Die Vorteile dieser Methode sind:

  • minimalinvasive Schlüsselloch-Technologie
  • sehr kurze, schmerzfreie und schonende Behandlung der Augen
  • Entzündungen und Komplikationen sind extrem selten
  • eignet sich auch für Patienten mit trockenen Augen und sehr dünner Hornhaut, die sonst auf ein anderes Verfahren ausweichen müssten
  • bestens bei Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung geeignet; Weitsichtigkeit kann (noch) nicht behandelt werden
  • Autofahren, leichter Sport und Schminken sind bereits am nächsten Tag möglich.

Fazit: Was ist nun die Zukunft der Augenlaser-Behandlung?

Beide erläuterten Verfahren sind eine echte und risikoarme Alternative zu Kontaktlinsen und Brille. Es ist beruhigend zu wissen, dass sie schon tausendfach erfolgreich durchgeführt wurden. Sie haben den behandelten Menschen bessere Sehkraft und damit mehr persönliche Freiheiten und deutlich mehr Lebensqualität gebracht.

Und welches ist jetzt das bessere Verfahren?

Da jedes Auge und jede Fehlsichtigkeit etwas anders sind, lässt sich das pauschal nicht sagen. Für Patienten mit Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung ist das minimalinvasive ReLex SMILE Verfahren sicherlich komfortabler, schonender und risikoärmer als alle anderen Eingriffe. Bei weitsichtigen Menschen erzielen wir aber auch hervorragende Ergebnisse mit der Femto-LASIK Methode.

Letztendlich entscheidet die Voruntersuchung in der Augenklinik und das Budget des Patienten über die Behandlungsmethode.

* Bildquelle: 422737 / pixabay.com

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