Zahnlücke schließen: nicht nur aus ästhetischen Gründen!


Zahnlücken sollten nicht nur aus ästhesischen Gründen geschlossen werden - apotheken-wissen.de

Zahnlücken sollten nicht nur aus ästhetischen Gründen geschlossen werden *

Angehende Schulkinder sind stolz auf ihre Zahnlücken, wenn sich die Milchzähne verabschieden und Platz für die sogenannten bleibenden Zähne machen. Zeigen sie doch, dass hier ein neuer Lebensabschnitt beginnt, den man voller Stolz und Neugierde angeht. Wenn Zahnlücken zwischen den bleibenden Zähnen entstanden sind, ist es im Teenageralter gang und gäbe, dies durch den Kieferorthopäden korrigieren zu lassen. Was aber, wenn Zahnlücken durch Unfall, Karies, Parodontitis, andere allgemeine Erkrankungen wie Diabetes, rheumatische Gelenkentzündungen, Osteoporose oder auch durch bakteriell bedingte Erkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem entstehen? Die Zahnlücke sollte geschlossen werden, und zwar nicht nur aus ästhetischen Gründen. Darüber informiert apotheken-wissen.de in diesem Gesundheitsbeitrag.

Ursachen eines Zahnverlustes und Zahnlücken

Das menschliche Gebiss besteht aus 32 Zähnen. Eine Zahnlücke ist entweder eine Lücke zwischen zwei Zähnen oder kann durch einen Zahnverlust entstehen. Ein Zahnverlust, der zu einer entsprechenden großen Zahnlücke führt, kann einen oder gleich mehrere Zähne betreffen und vielfältige Ursachen haben. Abgesehen von dem natürlichen Verlust der Milchzähne kommen für einen Zahnverlust in Frage: Unfall, Sturz- und Schlageinwirkungen, die Teile eines oder mehrere Zähne oder auch ganze Zähne betreffen können. Karies entsteht bei nicht ausreichender Mundhygiene durch die Ansammlung von Zahnbelag, dessen Bakterien mit der Zeit selbst durch den harten äußeren Zahnschmelz dringen können und dann Schäden bis zu einem Zahnverlust auch in der weicheren Zahnsubstanz, dem Zahninneren und der Zahnwurzel verursacht.

Die Parodontitis wiederum ist zwar auch bakteriell bedingt, betrifft aber nicht den Zahn als solchen, sondern zerstört sein umgebendes Fundament, also das Zahnfleisch, die knöcherne Umgebung, in der der Zahn sitzt (genannt Zahnfach) und die Zahnwurzel. Aber nicht nur Erkrankungen des Zahns oder seiner direkten Umgebung können zu Zahnausfall, Zahnverlust und Zahnlücken führen: Schwere und chronische Allgemeinerkrankungen (zum Beispiel Diabetes, rheumatische Gelenkentzündungen, Osteoporose) können Zähne, Zahnfleisch, und den gesamten Zahnhalteapparat nachhaltig schwächen. Auch an ganz anderen Stellen existierende bakteriell bedingte Erkrankungen, ggf. in Kombination mit einem geschwächten Immunsystem, können das Zahnfleisch erreichen und entsprechende Schädigungen auslösen.

Einem Zahnverlust vorbeugen

Betrachtet man die oben genannten, möglichen Ursachen eines Zahnverlustes und damit den möglichen Ursachen des Entstehens einer Zahnlücke, wird man einige Ursachen finden, die man nicht unbedingt aktiv oder sehr direkt beeinflussen kann. Aber das Thema Mundhygiene zur Abwehr von Karies und Parodontitis ist eines, das man zur Vorbeugung eines Zahnverlustes sehr wohl aktiv beeinflussen kann. Mangelnde Zahnreinigung und/oder eine schlechte Zahnputztechnik leisten dem Risiko einer Zahnerkrankung oder Zahnfleischerkrankung sehr deutlichen Vorschub. Aber auch Stress und Nikotinkonsum erhöhen dieses Risiko.

Probleme, die durch Zahnlücken entstehen können

Ist eine Zahnlücke im sichtbaren Bereich entstanden, stellt sich aus ästhetischen Gründen oftmals gar nicht die Frage, ob diese geschlossen werden sollte oder nicht. Aber: unabhängig der Ästhetik und auch unabhängig der Stelle der Lücke (im sichtbaren oder auch im nicht sichtbaren Bereich) sollte eine Zahnlücke geschlossen werden. Grundlegend sind hierbei festzuhalten, dass zwei Schwerpunktprobleme durch Zahnlücken entstehen, wenn sie nicht geschlossen werden: Zähne bewegen sich, nicht wirklich merkbar, aber dennoch verändern sie ihre Position, Lage und Ausrichtung.

Darüber hinaus braucht jeder Zahn zu seiner eigenen stabil bleibenden Position und Ausrichtung seine Zahnnachbarn. Und dabei nicht nur die direkten und indirekten Nachbarn, sondern auch den gegenüber liegenden Zahn im anderen Kiefer. Hat ein Zahn bedingt durch eine Zahnlücke keinen Kontakt zu seinem (fehlenden) Gegenzahn, wächst er stetig weiter, bis er wieder einen Gegenkontakt findet. Fehlt der Kontakt zu seinen Zahnnachbarn, kippt er immer weiter in die Zahnlücke.  Darüber hinaus kann es nicht nur zu diesen deutlichen Änderungen im Zahnapparat und bei den Zahnfunktionen und somit zu direkten Schmerzen und Beschwerden an den Zähnen und am Zahnfleisch kommen, sondern auch zu intensiven anderen Folgeerscheinungen: verspannte Kaumuskeln, schmerzende Kiefergelenke, Kieferknochenabbau, Fehl- und Überbelastung der verbliebenen Zähne, Verstärkung und Nachhaltigkeit der Entzündungsherde mit weiterer Gefahr für Karies und Parodontitis, Verspannungen im Nacken, Kopf- und Rückenschmerzen, nächtliches Zähneknirschen (Bruximus), Schwindel bis hin zu Tinnitus.

Zahnlücken schließen

In den vorangegangenen Kapiteln haben wir erkennen können, dass es nicht allein ästhetische Gründe sein können und sollten, die die Notwendigkeit, eine Zahnlücke zu schließen, begründen. Die recht intensiven Änderungen des gesamten Zahnapparates und Kiefers und ihrer Muskeln fragen eben nicht, ob es ein Schneidezahn im sichtbaren Bereich oder ein Backenzahn ist, den man nicht sehen kann. Um eine Zahnlücke zu schließen, gibt es verschiedene Wege unter dem Oberbegriff Zahnersatz:

  • Die Zahnbrücke wird an den Nachbarzähnen, die dafür entsprechend vorbereitet, aber auch belastet werden, befestigt.
  • Die Zahnprothese (als Teilprothese oder Vollprothese) ist ein herausnehmbarer Zahnersatz.
  • Bei Zahnimplantaten handelt es sich nicht um das Schließen einer Zahnlücke, ohne die Zahnnachbarn in Mitleidenschaft zu ziehen und sie zusätzlichen Belastungen auszusetzen. Das Implantat wird im Kieferknochen verankert, deshalb sind sie meistens mit einem deutlich höheren (operativem) Aufwand und deutlich höheren Kosten verbunden. Auf dieses Fundament wird eine künstliche Zahnkrone fest fixiert. Auf diese Weise entsteht ein künstlicher Zahn, der nicht nur im Aussehen, sondern vor allem in seinen Funktionen und Mechaniken dem nicht mehr vorhandenen Zahn sehr natürlich und sehr nahe kommt. Auch (ggf. herausnehmbare) Teil- oder Vollprothesen können an Implantaten befestigt werden, wenn diese einer zusätzlichen Halterung bedürfen.

Die Spanne bei den Kosten und auch ihrer Übernahme durch die gesetzlichen und privaten Krankenkassen bzw. der zu tragende Eigenanteil ist groß. Sie definiert sich vornehmlich durch die Wahl des Zahnersatzes und seinem Material.

* Bildquelle: © contrastwerkstatt – Fotolia.com

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