Vasektomie – wenn die Familienplanung abgeschlossen ist


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Vasektomie: in vielen Fällen das Verhütungsmittel der Wahl, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist *

Das Thema der Verhütung ist ein Thema, das grundsätzlich zwischen Mann und Frau eine Rolle spielen sollte. Teils um sich vor Krankheiten zu schützen, teils aber auch, um mit dem Thema Familienplanung verantwortungsvoll umzugehen. Irgendwann kommt bei fast jeder Familie, in der sich die Frau noch vor den Wechseljahren befindet, die Frage auf, ob und inwiefern die Familienplanung abgeschlossen ist. Dieser Ratgeber informiert über die grundsätzlichen Möglichkeiten zum einen und über die Vasektomie beim Mann im besonderen.

Verhütungsmöglichkeiten, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist

Wenn sich ein Paar entscheidet, dass ein weiterer Familienzuwachs nicht mehr stattfinden soll, stellt sich unter anderem daraufhin die Frage nach der geeigneten und sichersten Verhütungsmethode. Entscheidet man sich, diese weiter auf die Einnahme der Pille, die Verwendung einer Spirale und/oder eines Kondoms zu beschränken, hat man hier bereits mögliche Verhütungsmethoden gewählt. Doch es bleibt ein Restrisiko für eine nunmehr nicht mehr gewünschte Schwangerschaft, wenn sich die Frau noch vor den Wechseljahren befindet.

Die als die sichersten Verhütungsvarianten geltenden Methoden, aber damit auch die endgültigen Varianten, sind die Sterilisation der Frau oder die Vasektomie beim Mann. Sie bedeuten in jedem Fall einen operativen Eingriff, auf den jedoch die Gewissheit folgt, in Zukunft ohne die Möglichkeit einer Schwangerschaft Verkehr haben zu können. Mit Blick auf den Mann wird eine Vasektomie beim Urologen durchführt. Im wichtigen vorherigen Beratungsgespräch erfahren die Patienten eine ausführliche Beratung und können in Ruhe entscheiden, ob sie diesen Weg gehen und den Eingriff vornehmen lassen möchten.

Was passiert bei einer Vasektomie und wie läuft der Eingriff ab?

Bei einer Vasektomie wird der Eingriff meist ambulant und mit örtlicher Betäubung durchgeführt. Die Dauer beträgt ca. eine halbe Stunde und es wird keine umfangreiche Vorbereitung benötigt. Der Eingriff wird allgemein als unkompliziert beschrieben.

Es werden hierbei drei Schritte durchgeführt. Zuerst wird anhand von zwei kleinen Schnitten der Samenleiter frei gelegt, dies erfolgt entweder konservativ mit Skalpell oder mit Hilfe spezieller Instrumente ohne Skalpell (minimalinvasiv). Im Anschluss werden auf beiden Seiten die Samenleiter durchtrennt und vernäht, zusätzlich erfolgt eine sogenannte Kauterisation (Zerstörung des Gewebes) der Samenleiterstümpfe. Zu guter Letzt wird noch der Zugang am Hodensack verschlossen. Entgegen verschiedener Eindrücke hat dieser Eingriff weder den Verlust der Männlichkeit noch eine Beeinflussung des Hormonhaushaltes zur Folge: es wird lediglich erreicht, dass das Ejakulat des Mannes ab diesem Zeitpunkt keine Spermien mehr enthält.

Heilungsphase und Wissenswertes

In der Regel ist davon auszugehen, dass der Eingriff bei der Vasektomie erfolgreich verlaufen ist. Fälle, in denen eine Vasektomie dahingehend schiefgelaufen ist, dass der Patient im Anschluss weitere Kinder zeugt, sind extrem selten und kommen lediglich bei ca. einem von 1.000 Paaren vor. Allerdings kann es einige Monate dauern, bis der Mann nach der Heilung des eigentlichen Eingriffs zuverlässig unfruchtbar ist, da es im Anschluss an die Vasektomie noch ca. 20 Samenergüsse dauert, bis die Spermien auch aus den oberen Abschnitten der Samenleiter entleert sind.

Daher ist eine sorgfältige Nachkontrolle einschließlich der Prüfung der Samenflüssigkeit wichtig, um eine ungewollte Schwangerschaft der Partnerin zuverlässig zu verhüten. Die reine Heilungszeit der Wunde beträgt normalerweise ca. 1 bis 2 Wochen, der genaue Verlauf kann von Patient zu Patient variieren. In verschiedenen Fällen ist eine spätere Umkehrung der Vasektomie möglich, sie beinhaltet jedoch einen langwierigen chirurgischen Eingriff in Vollnarkose und führt nur in vergleichsweise wenigen Fällen zum Erfolg, da sich oft im Laufe der Zeit die Produktion der Spermien verschlechtert hat.

Die Qual der Wahl: Welcher Urologe ist der geeignete?

Bei der Wahl des Urologen für den Eingriff sollte man vor allem auf eine kompetente Beratung sowie eine ausführliche Aufklärung achten. Wurde man ausreichend über die entsprechenden Umstände und Risiken informiert? Auch das Bauchgefühl sollte eine übergeordnete Rolle spielen, stimmt die Chemie und fühlt man sich in der Praxis gut aufgehoben? Des Weiteren ist es möglich, im Voraus Erkundigungen über die jeweiligen Ärzte einzuholen. Wie viele Vasektomien wurden hier bereits durchgeführt und besitzt speziell der Facharzt eine ausreichende Erfahrung auf diesem Gebiet? Kann man all diese Fragen für sich selber befriedigend beantworten ist ein wichtiger Schritt getan. Nun kann man sich in aller Ruhe für oder gegen den Eingriff entscheiden und befindet sich dann in den richtigen Händen.

* Bildquelle: bykst / pixabay.com

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