Tinnitus Symptome, Diagnose und Behandlung


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Tinnitus Symptome: was ist ein Tinnitus? *

Meistens beginnt es ganz harmlos. Der Besuch einer Disco oder ein lauter Knall und es fängt an, im Ohr zu piepen oder zu brummen. Häufig reicht es für eine Genesung aus, sich zu erholen und den Ohren eine Beschallungspause zu gönnen. Manchmal dauert es jedoch über einige Tage oder Wochen an und für einige Menschen wird es zum lebenslangen Begleiter. Pro Jahr kommen etwa 270.000 Neuerkrankungen dazu. Die Ursachen und Heilungsmethoden sind äußerst unterschiedlich und es ist in jedem Fall wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und schnellstmöglich zu behandeln.

Was sind die typischen Tinnitus Symptome?

Der Tinnitus entsteht im Kopf: Der Betroffene „hört“ kontinuierlich oder aber in rhythmischen Abfolgen, manches Mal auch dem Puls folgend (sogenanntes pulssynchrones Rauschen) ein Klingeln, Pfeifen, Summen, Rauschen, Zischen oder Knacken. Dies kann einseitig oder auf beiden Ohren auftreten.

Der Fachbegriff lautet Tinnitus aurium und bedeutet übersetzt „Klingeln im Ohr“. Die Tinnitus Symptome sind eine Begleiterscheinung vieler Erkrankungen und sie definieren sich durch das Wahrnehmen dieser unangenehmen Ohrgeräusche ohne dass es eine erkennbare Geräuschquelle für sie gibt.

Gibt es unterschiedliche Tinnitus Arten?

Generell unterscheidet man zwei Arten von Tinnitus Symptomen, den akuten und den chronischen Tinnitus. Ein akuter Tinnitus kann zum ersten Mal auftreten und bis zu 3 Monaten andauern. Hier ist die Chance auf Heilung am größten, es ist jedoch immens wichtig, so schnell wie möglich einen Hals – Nasen – Ohrenarzt aufzusuchen, sollten die Ohrgeräusche nach ein paar Stunden oder einer durchschlafenen Nacht nicht abgeklungen sein. Je früher eine Behandlung begonnen wird, desto grösser ist die Chance auf eine vollständige Genesung. Dauern die Tinnitus Symptome bereits länger als drei Monate an, spricht man von einem chronischen Tinnitus. In diesem Fall ist es eher unwahrscheinlich, dass die Ohrgeräusche wieder verschwinden. Der Patient muss hier einen Weg finden, mit dem Geräusch zu leben.

Welche Auslöser eines Tinnitus sind bekannt?

Allgemein gilt: Tinnitus Symptome sind ein Warnsignal und keine Krankheit. Oftmals werden wir hierdurch gewarnt, dass wir uns übernommen haben. Körperliche und seelische Belastungen sind häufige Ursachen für die Ohrgeräusche. Weitere Ursachen können sein: Lärm- oder Knalltraumata, Schwerhörigkeit, Hörsturz, Tumore, Mittelohrentzündungen, Otosklerose, Verletzungen des Trommelfells, gestörte Funktion der Ohrtrompete oder auch die Drehschwindel auslösende Erkrankung Morbus Menière. Als Auslöser in Frage kommen außerdem: Arterienverkalkung, Borreliose, Erkrankungen der Halswirbelsäule, Gebissfehlstellungen, Verspannungen in den Kiefergelenken oder der Wirbelsäule oder auch Medikamente wie Antibiotika, Schmerzmittel oder Antidepressiva.

Möglichkeiten für eine Tinnitus Therapie

Während einige Therapiearten darauf ausgelegt sind, die Tinnitus Symptome zu behandeln und im Idealfall auszuheilen, dienen andere Therapien dazu, einen chronischen Tinnitus für den Patienten erträglich zu machen und es ihm zu erleichtern, mit dem Piepen oder Brummen in den Ohren zu leben.

Kurz nach Auftreten der Ohrgeräusche ist der Hals – Nasen – Ohrenarzt die erste Anlaufstelle. Dieser wird nach der Anamnese, sofern keine organischen Ursachen vorliegen, in der Regel eine Infusionstherapie einleiten. Diese hat das Ziel, die Durchblutung des Innenohres zu verbessern. Weitere Untersuchungen sind die Ohrmikroskopie, Gleichgewichtsprüfung und weitere Untersuchungen des Gehörs.

Verschiedene Kliniken können diverse Gesundheitsstörungen und weiterreichende Ursachen feststellen und beheben. Manchmal reicht es auch aus, sich Ruhe zu gönnen und fernab der täglichen Belastungen Stress abzubauen.

Begleitend zu ärztlichen Behandlungen ist es häufig sinnvoll, sich die Wirkung von Ginkgoblättern zunutze zu machen. Die Wirkung des Ginkgobaums bei Tinnitus äußert sich in der Verbesserung der Leistungsfähigkeit im Gehirn, der Reduzierung von Schwellungen im Gehirn, einer antioxidantischen Wirkung und der Förderung der Sauerstoff- und Blutzuckeraufnahme sowie der regenerierenden Effekte auf die Nervenzellen im Gehirn. Dies hat ebenfalls eine Verbesserung der Durchblutung und der Fließeigenschaften im Innenohr zur Folge. Ginkgokapseln sind frei verkäuflich in der Apotheke zu bekommen. Nicht empfehlenswert sind dagegen Tees und Nahrungsergänzungsmittel, die Methylpyridoxin enthalten, das dieses das Vitamin B6 im Gehirn blockiert.

Bringen die ersten Therapien keine Linderung, gibt es zusätzlich die Möglichkeit der Hyperbaren Sauerstofftherapie in der Druckkammer. Diese Therapie ist allerdings umstritten.

Dauern die Symptome bereits länger als 3 Monate an und es zeigt sich keine Besserung ist es vor allem wichtig, den Leidensdruck zu verringern und die Ohrgeräusche zu kompensieren. Hierbei ist vor allem ein psychotherapeutischer Ansatz sowie das Erlernen einer Entspannungstechnik sinnvoll, die die Einstellung der Patienten positiv beeinflussen, denn: Die innere Haltung entscheidet und eine positive und ruhige innere Einstellung fördert den Heilungsprozess.

Eine hilfreiche Technik, um mit den Tinnitus Symptomen leben zu können, sind verschiedene Hörsysteme, ähnlich wie Hörgeräte, die ein kontinuierliches Rauschen produzieren und von den Ohrgeräuschen ablenken. Sollte parallel ein zusätzlicher Hörverlust bestehen, ist das Einsetzen eines Hörgerätes sinnvoll. In vielen Fällen verschwindet der Tinnitus mit dem Wiedererlangen der Hörfähigkeit oder nimmt zumindest deutlich ab. Bei der deutschen Tinnitusliga gibt es außerdem die Möglichkeit, sich in einer Selbsthilfegruppe auszutauschen und den Kontakt zu Gleichgesinnten zu suchen. Schafft es der Betroffene, die Ohrgeräusche in den Hintergrund treten zu lassen und zu akzeptieren spricht man von einem kompensierten Tinnitus.

Schweregrade bei einem chronischem Tinnitus

Experten teilen die Belastung durch Tinnitus Symptome in vier Schweregrade ein.

  1. Bei Grad eins ist der Tinnitus gut kompensiert und der Betroffene ist nicht groß beeinträchtigt.
  2. Bei Grad zwei lebt der Betroffene weitgehend ohne Beeinträchtigungen, bekommt die Auswirkungen jedoch in Stresssituationen zu spüren.
  3. Bei Grad drei leidet der Betroffene in hohem Masse unter den Symptomen und erfährt neben Schlaf- und Konzentrationsstörungen eine erhebliche Belastung im Berufs- und Privatleben.
  4. Bei Grad vier ist die Lebensqualität massiv beeinträchtigt, da die Belastung so hoch ist, dass der Betroffene seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, unter Depressionen und/oder Ängsten leidet und sich aus dem sozialen Leben zurück zieht.

Fazit: Wichtig ist in jedem Fall bei beginnenden Symptomen Stress abzubauen, zur Ruhe zu kommen schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen und für eine positive Einstellung zu sorgen.

* Bildquelle: DoraZett / fotolia.com

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