Therapie einer Schlaganfall Sprachstörung – Wichtige Station auf dem Weg zurück ins soziale Leben


Die Therapie einer Schlaganfall Sprachstörung stellt einen wichtigen Schritt zurück ins soziale Leben dar*

Die Therapie einer Schlaganfall Sprachstörung stellt einen wichtigen Schritt zurück ins soziale Leben dar*

Bei einem Schlaganfall ist vor allem erst einmal eine schnelle Akutbehandlung wichtig, um den lebensbedrohlichen Zustand zu stabilisieren, Schädigungen des Gehirns zu vermeiden oder zumindest zu verhindern, so dass schwerwiegende Behinderungen zurück bleiben. Hierbei kommt es auf jede Minute an und es geht faktisch um Leben und Tod. Ist die Erstversorgung geschafft und liegt der Untersuchungsmarathon hinter dem Patienten, gilt es, den Ist-Zustand festzustellen und auch Ruhe einkehren zu lassen. Nun liegt der Fokus darauf, den Betroffenen langsam und gemächlich ins Leben zurück kehren zu lassen. Diese Phase schließt unter anderem die Rehabilitation bzw. Wiederherstellung eventuell verloren gegangener Fähigkeiten ein, so zum Beispiel die der Sprachfähigkeit.

Hintergründe von Sprachstörungen

Ca. 80 Prozent der Sprachstörungen (Aphasie) in Deutschland lassen sich nachweislich auf einen Schlaganfall zurück führen, insgesamt sind fast 100.000 Menschen von Sprachstörungen als Folge eines Schlaganfalls betroffen. Gerade eine Einschränkung der Fähigkeit, seine Sprache zu gebrauchen stellt für Betroffene häufig eine große Belastung dar, weil es sich bei der Sprache um unser wichtigstes Kommunikationsmittel handelt, mit dem wir uns verständigen, Gefühle ausdrücken, Probleme lösen und ganz einfach in der Gesellschaft verständlich machen.

Was passiert bei einer Sprachstörung durch Schlaganfall?

Schlaganfall Sprachstörungen entstehen durch Lähmung der am Sprechen beteiligten Gesichtsmuskeln. Solche Lähmungen sind häufige Folgen eines Schlaganfalls und betreffen neben der Sprechgeschwindigkeit auch Sprachmelodie, Sprachbewegungen sowie die Atmung beim Sprechen. Diese Störungen können dazu führen, dass die Sprache langsam, schwerfällig und eintönig wirkt und in vielen Fällen auch die Stimme betroffen ist.

In weiteren Fällen kann es sich um eine Störung in dem Teil des Gehirns handeln, der durch den Schlaganfall in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dies bedeutet, dass der Sprechapparat durchaus intakt und einsatzfähig ist, die schriftliche und mündliche Sprachfähigkeit sowie das Verstehen jedoch nicht oder nur eingeschränkt funktionieren können. Im schwersten Fall kann eine Verständigung hierbei nur noch auf schriftlichem Wege stattfinden.

Es gibt vier Untergruppierungen der Aphasie, die die Art und Ausbildung der Sprachstörung beschreiben. Hierbei handelt es sich um die Globale Aphasie, bei der Sprachverständnis und Wortbildung der Patienten gestört sind, die Broca-Aphasie, die einen verlangsamten und verkürzten telegrammartigen Sprachstil beinhaltet, die Wernicke-Aphasie, infolge derer das Sprachverständnis in der Form gestört ist, dass die Bezeichnung eines Wortes nicht mit diesem in Beziehung gebracht werden kann und zuletzt die Amnestische Aphasie, bei der vor allem die Wortfindung gestört ist.

Ablauf der Sprachtherapie (Logopädie)

Eine Sprachtherapie ist in jedem Fall sinnvoll – selbst dann, wenn sich die Sprachfunktion in den ersten Wochen nach dem Schlaganfall wieder verbesserte. Denn diese schnelle Verbesserung ist oft nicht von Dauer sondern geht nach ein paar Wochen wieder deutlich zurück.

Ziel jeder Schlaganfall Therapie ist es vor allem, nach und nach wieder so normal und selbständig wie möglich leben zu können. Bis zu sechs Monate nach dem Schlaganfall (postakute Phase) sollte die Sprachtherapie in einer Tagesklinik oder auch ambulant möglichst drei bis viermal in der Woche ca. eine Stunde lang durchgeführt werden, idealerweise auch unter Einbezug von Angehörigen. In dieser Zeit werden bestimmte einzelne Symptome der Aphasie behandelt. Je nach Schwere der Störung kann dieser Intervall auch weitere sechs Monate durchgeführt werden, um die bestmöglichen Heilungschancen zu wahren. Im fortschreitenden Verlauf der Therapie werden zusätzlich Alltagssituationen geübt, bei der auch non-verbale Techniken wie Mimiken und Gestiken trainiert werden, um sich möglichst unabhängig wieder in das normale Leben eingliedern zu können.

Zusätzlich werden Angehörige im Umgang mit den Betroffenen trainiert, damit sie ihnen die Hemmungen nehmen und die Verständigung so weit wie möglich erleichtern können. Sie werden beispielsweise darauf geschult, den Patienten nicht zu unterbrechen oder Sätze für ihn zu beenden. Auch sollte darauf geachtet werden, non-verbale Kommunikationsmittel auszuschöpfen, langsam und in kurzen Sätzen zu sprechen sowie den Blickkontakt zu wahren sowie nicht auf Fehler in Lauten und Artikulationen zu achten, sondern den Inhalt im Vordergrund zu sehen. Es ist oft sehr hilfreich, anderen Personen im Vorfeld die Scheu vor der Kontaktaufnahme zu nehmen und sie zu ermutigen, denjenigen anzusprechen. Das wichtigste ist, den Patienten stets mit Liebe und Respekt zu begegnen sowie ihnen das Gefühl zu vermitteln, nach wie vor ein wichtiger Teil der Familie bzw. der Gesellschaft zu sein.

Wissenswertes und Prognose der Therapie einer Schlaganfall Sprachstörung

Die Schwere einer Schlaganfall Sprachstörung hängt im Wesentlichen vor allem von der Größe des betroffenen Gehirnareals sowie der Schwere des Schlaganfalls an sich ab. Auch der Zeitfaktor spielt hier eine große Rolle. Je eher der Patient erstbehandelt und später auch therapiert wird desto besser stehen die Chancen auf eine entsprechende Rehabilitation. Statistiken zufolge behalten ca. 60 Prozent der Betroffenen nach sechs Monaten ein mehr oder minder schweres Handicap zurück, mit dem lernen muss zu leben. Eine generelle Hilfe stellen beispielsweise Selbsthilfegruppen dar, die es ermöglichen, sich auszutauschen, über alltägliche Probleme zu sprechen und auch eventuelle Missverständnisse durch Verständnisprobleme zu lösen.

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* Bildquelle: Thacreations / pixabay.com

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