Maßnahmen zur Verlängerung des Samenergusses


Vorzeitiger Samenerguss - apotheken-wissen.de

Hintergründe und Informationen zum Vorzeitigen Samenerguss *

Ärzte sprechen von einem Ejaculatio praecox (vorzeitigem Samenerguss), wenn ein Mann regelmäßig 
in weniger als 2 Minuten zum Samenerguss kommt. Die Bezeichnung „vorzeitig“ kann dabei aber nicht genau definiert werden, da es auf die Individualität eines jeden Mannes und den Sexualpartner ankommt. Dennoch gibt es Mittel und Wege, ein vorzeitiges Ejakulieren zu behandeln bzw. dem entgegen zu wirken.

Die Stopp-Start-Methode

Eine Maßnahme zur Herauszögerung des Samenergusses ist die Stopp-Start-Methode. Hierbei sollen die Männer lernen, wie sie ihre Erregung besser wahrnehmen und einschätzen können. Im ersten Schritt sollte der Mann für sich alleine masturbieren und kurz vor
 dem Samenerguss stoppen. Dieser Ablauf sollte über Länge von ca. 15 Minuten immer wieder
wiederholt werden.

Entwickelt sich dann eine „Selbstsicherheit“, kann im zweiten Schritt der Geschlechtsverkehr mit dem Sexualpartner vollzogen werden. Der Mann sollte dabei kurz vor dem Erguss, dem Partner ein sogenanntes Stoppsignal zu kommen lassen, damit dieser ihn nicht weiter
 erregt und der Spiegel der Erregung wieder abklingen kann.

Mit der Stopp-Start-Methode werden 
oftmals befriedigende Ergebnisse erzielt. Diese Maßnahme
 verspricht zudem auch einen langfristigen Erfolg, um den Ejaculatio praecox zu stoppen. Abhängig ist die Wirksamkeit der Übung jedoch auch von der Mitarbeit der Partnerin / des Partners, sodass die Offenheit in der Beziehung hier eine große Rolle spielt.

Die Squeeze-Methode

Ein Vorgänger der Stopp-Start-Methode ist die sogenannte Squeeze-Methode. Bei dieser Variante ist
 der Sexualpartner direkt von Anfang an in den Vorgang mit eingebunden, auch in der Vorbereitungsphase. Hierbei wird zunächst der sogenannte „Point of no return“, der Punkt an dem eine Ejakulation nicht mehr bewusst verhindert werden kann, erforscht. Wenn sich beide Partner diesem Punkt bewusst sind, kann die eigentliche Technik zum Einsatz kommen.

Ähnlich wie bei der Stopp-Start-Methode wird der Geschlechtsverkehr bzw. die Erregung kurz vor dem Samenerguss unterbrochen und der Partner wendet die Squeeze-Methode an. Hierbei wird das Glied des Mannes in die Hand genommen und der Daumen unterhalb des
 Bändchens positioniert, während Mittel- und Zeigefinger auf der Rückseite des Penis fest aneinander gedrückt ausharren. Hierdurch entwickelt sich ein Druck, der den Drang zur Ejakulation unterdrückt. Lässt die Erektion allerdings etwas nach, darf nicht zu fest gedrückt werden. Dabei lässt sich die Aktivität bzw. Bewegungen des Partners Schritt für Schritt steigern, je mehr Kontrolle über den Ejakulationsprozess erreicht wird.

Die PC-Muskel Übungen

Sowohl Männer als auch Frauen verfügen über den PC-Muskel (Pubococcygeus Muskel) und können ihnen beide gleichermaßen trainieren, um die Empfindungen im Bereich der Genitalien zu erhöhen. Die Übungen wurden vom Urologen Kegel erfunden und werden auch als „Kegelübung“ bezeichnet. Dem Mann wird eine bewusste Kontrolle über die Beckenbodenmuskulatur und damit dem Samenerguss ermöglicht. Es stehen zwei Übungs-Varianten zur Verfügung.

Variante 1:

Bei dieser Variante stärkt der Mann den Muskel, der den Urinstrahl kontrolliert. Während einer „Trockenübung“ (nie während des eigentlichen Urinierens) wird der Muskel so angespannt, als würde der Urinstrahl zurückgehalten werden.

Variante 2:

Hier wird der Schließmuskel des Gesäßes gestärkt, in dem die Gesäßbacken so angespannt werden als würde der Stuhlgang unterdrückt werden müssen.

Beide Muskelgruppen sollten jeweils etwa zwanzig Mal innerhalb eines Sets angespannt und sanft wieder entspannt werden. Bei regelmäßiger Durchführung stärken sich im Laufe der Zeit die zuständigen Muskeln. Die Übungen können mehrere Wochen in Anspruch nehmen, bevor dadurch Erfolge erzielt werden. Es ist dabei wichtig, nur die angestrebten Muskelgruppen anzuspannen und nicht mit anderen Muskeln zu arbeiten.

Gelingt es, ein Set von 20 Übungen ohne die Beanspruchung anderer Muskeln durchzuführen, sollte das Set auf 50 Durchgänge erhöht werden. Hernach empfiehlt es sich, die Anspannungszeit um einige Sekunden zu verlängern. Nach etwa vier Wochen sollte eine bewusste Kontrolle der Beckenbodenmuskulatur möglich sein. So kann während des Verkehrs kurz vor dem Höhepunkt dieser Muskelbereich angespannt und gelöst werden, um die Ejakulation zu verhindern.

Lokalanästhetika (Cremes, Sprays, Gels)

Lokalanästhetika zählen im Bereich Ejaculatio praecox zu den ältesten Behandlungspräparaten. Sensibilitätsreduktionsmittel gibt es in den Varianten Spray, Gel und Creme. Auch Kondome, die mit einem entsprechenden Gel versehen sind, sind erhältlich. Sie verursachen eine örtliche Betäubung wodurch der Zeitpunkt des Samenergusses hinaus gezögert werden soll.

Für gewöhnlich kommen die Wirkstoffe Lidocain, Benzocain und Prilocain zum Einsatz. Das Mittel wird im Bereich der Eichel aufgetragen, wobei bereits nach einigen Minuten die Wirkung einsetzt. Lediglich bei Lidocain kann dies bis zu 30 Minuten in Anspruch nehmen. Da die Mittel die Empfindlichkeit bei Hautkontakt herabsetzen, sollte die Lösung vor dem Verkehr entfernt oder ein Kondom verwendet werden, damit sich die Wirkung nicht auf den Partner überträgt.

Medikamente

Priligy bzw. Dapoextin ist eigens ein für den Ejaculatio praecox entwickeltes Medikament. Der Wirkstoff Dapoxetin gehört der Gruppe der Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) an und sorgt in einem Zeitraum von ein bis drei Stunden nach Einnahme für den maximalen Anstieg des Blutspiegels.

Serotonin ist ein Neurotransmitter, der als Bote zwischen Nervenzellen fungiert. Wird dieser zu früh vom Körper aufgenommen kann es zu Signalstörungen kommen, die einen vorzeitigen Samenerguss auslösen. Dapoxetin verhindert diese Wiederaufnahme, wodurch eine längere Kontrolle über den Samenerguss möglich ist. Die Funktion ist in umfangreichen Studien getestet und belegt worden, wobei eine Verbesserung um bis zu 300% zu erwarten ist. Jedoch sind Nebenwirkungen möglich, weshalb eine Verträglichkeit zuvor von einem Arzt abgeklärt werden sollte und das Präparat nur auf Rezept erhältlich ist.

* Bildquelle: ID 170170235, © Syda Productions – shutterstock.com

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