Spielsucht beim Trading – Gibt‘s hier Parallelen zur klassischen Spielsucht?


Spielsucht durch Trading - apotheken-wissen.deSpielsucht durch Trading - apotheken-wissen.de

Spielsucht durch Trading? *

Wer schon einmal Lotto gespielt hat, kennt wahrscheinlich den Spruch „Glücksspiel kann süchtig machen”. Beim Traden ist das aber anders. Beim Traden wird man nicht davor gewarnt, dass man einer Spielsucht verfallen kann. Im Gegenteil: man wird sogar noch dazu aufgefordert, mehr und mehr zu investieren, weil es gerade jetzt der richtige Zeitpunkt sei. Doch beim Traden geht es im Endeffekt um nichts anderes als um das Spielen an der Börse. Und ja, auch das kann süchtig machen.

Professionelle Trader stehen ständig unter Strom. Kaufen! Sofort wieder verkaufen! Schnell wieder kaufen! Und wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. So die Devise. Aber auch hier ist es so, genauso wie bei anderen „Spielen“ mit dem Geld, dass man genauso viel wie verlieren kann, wie man auch gewinnen kann und noch mehr. Einige Trader hat das schon in den Bankrott geführt und nicht nur das. Psychische Probleme und vor allem eine Spielsucht können die Folge sein, wenn man sich hier nicht unter Kontrolle hat.

Die Phasen einer Spielsucht

Vorab sollte hier geklärt werden, dass dieser Artikel keine Beratung bei einem Arzt ersetzen kann. Diese Anleitung soll lediglich dabei helfen, gewisse erste Anzeichen richtig deuten zu können und vor allem, diese auch ernst zu nehmen. Natürlich reagiert jeder anders. Doch wie der allgemeine Vorgang einer Spielsucht verläuft, ist bei den Betroffen zumeist doch relativ ähnlich.

  1. Die Gewinnphase:

In dieser Phase sind die Trader, vor allem Anfänger an Optimismus nicht mehr zu toppen. Sie malen sich utopische Gewinnsummen aus und überschätzen sich und ihr Können. Somit werden die Einsätze immer weiter erhöht, um den eigenen Gewinn zu maximieren. Ein Verlust steht gar nicht zu Debatte. Die Betroffenen machen bereits Pläne, wie viel sie in so und so viel Zeit gewinnen werden und vor allem, was sie damit anstellen werden.

Grundsätzlich gilt zu erwähnen, dass an einem gesunden Optimismus garantiert nichts verkehrt ist. Allerdings darf man es nicht übertreiben. Und wer in dem glauben ist, dass er von 10.000 Euro Grundkapital leben kann, nur indem er 50 % Gewinn im Monat macht, muss dringend seine Strategie überdenken und vor allem seinen Realismus. Allerdings ist es in dieser Phase durchaus noch möglich, zu einem erfahrenen, verantwortungsbewussten und vor allem professionellen Trader zu werden. Es ist allerdings wichtig, selbst zu erkennen und einzusehen, dass am eigenen Handeln etwas schiefläuft. Und vor allem sollte man sich eine Trading-Plattform heraussuchen, welche seriös ist und über gute Erfahrungsberichte verfügt, wie diese hier zum Beispiel: https://www.deutschefxbroker.de/etoro-erfahrungen/

  1. Die Verlustphase

Auch hier werden mehr die Gewinne gesehen als die Menge an Verlusten. Verluste werden schön geredet oder sogar ganz verleugnet. Nicht zu selten kommt es vor, dass Verluste vor Freunden oder Partnern vertuscht werden, weil man sich die eigene „Niederlage“ nicht eingestehen kann und immer noch den großen Gewinn vor Augen hat. Denn, wenn es zu Verlusten kommt, dann nicht, weil man selbst einen Fehler gemacht hat, sondern weil es am Broker der Plattform liegt oder, weil eventuell sogar Manipulationen am Markt stattgefunden haben. Nicht zu selten kommt es auch vor, dass ein Trader aufgrund dessen den Anbieter wechselt und dann nicht mehr auf CFD´s tradet, sondern auf Futures oder Zertifikate statt Aktien. Eine beliebte Strategie ist es auch, auf mehreren Märkten gleichzeitig zu handeln.

Ein weiteres Zeichen für die zweite Phase ist die zunehmende Vernachlässigung von Freunden, Familie oder Hobbys. Betroffene reagieren des Öfteren gereizt. Sei es im privaten Sinne oder, wenn ein Außenstehender Fragen zum Thema Trading stellt und wie es denn so laufe.

Um die Verluste, welche erzielt wurden, wieder reinzuholen, geht der Trader oftmals aufs Ganze und erhöht seine Einsätze um ein Vielfaches, damit wieder einen Ausgleich entstehen kann. Auf eine realistische Risikoeinschätzung kann man hier lange warten. Der Zug ist abgefahren. Es werden teilweise sogar Kredite aufgenommen, um das eigene Tradingkonto wieder zu füllen.

  1. Die Phase der Verzweiflung

Einen richtigen Übergang von Phase zu Phase gibt es bei einer Sucht nicht, denn die Übergänge sind fließend. Irgendwann ist einfach der Zeitpunkt erreicht, in dem man sich seine Verluste und sein Spielverhalten nicht mehr schön reden kann. Auch Freund und Familie reden auf einen ein und haben längst durchschaut, dass der Handel nicht so läuft, wie er sollte. Dann kommt die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Der Betroffene ist gereizt, hat Schlafprobleme und kann sich nicht mehr fokussieren. Die Verluste sind mittlerweile so groß, dass man sie ohne Hilfe gar nicht mehr aufholen kann.

Wenn diese Phase erreicht ist, kann es auch gefährlich werden. Denn viele fangen ab diesem Zeitpunkt an, sich mit Alkohol oder Medikamenten zu betäuben. Und im Extremfall kommen sogar Suizidgedanken auf. Dann ist es wirklich aller höchsten Eisenbahn, sich Hilfe zu holen. Und es ist wichtig zu begreifen, dass es keine Schande ist, diese auch anzunehmen. Denn das Scheitern ist nicht das Gegenteil vom Erfolg, sondern es ist ein Teil davon!

Worin liegt die Gefahr?

„Spielsucht? Hier doch nicht. Wir Spielen nicht, wir handeln an der Börse!“. Das ist der Satz, welchen man häufig hört, wenn man mit Tradern über das Thema Spielsucht redet. Doch genau dieses Denken führt zu einer falschen Wahrnehmung der Gefahr, welche beim Handeln an der Börse auf einen lauert. Die Trader reden sich ein, die Märkte auswendig zu kennen und diese vorhersagen zu können. Dann werden viel zu hohe Geldbeträge gesetzt, weil es die Intuition so sagt, oder unsinnige Kriterien, welche gar kein Sinn ergeben erfüllt wurden. Aus purem Zufall kommt es dann immer wieder zu Treffern und man fühlt sich in seiner Strategie bestätigt. Man könnte es fasst Anfängerglück nennen. Doch dieses Anfängerglück hält meistens nicht lange. Und anstatt seine Strategie dann zu überdenken und Einsicht zu zeigen, wird darauf beharrt und immer mehr und mehr gesetzt.

Eine weitere Gefahr ist wohl, das unzureichende Wissen vieler Trader. Denn viele Anfänger haben nebenbei mal mitbekommen, was man mit dem Traden so alles erreichen kann, haben sich ein bis zwei Tutorials auf YouTube angesehen, dann noch einen Artikel durchgelesen und dachten, das wäre es dann. Doch das ist es lange nicht. Hinterm Traden, genauso wie beim Thema Sportwetten steckt eine ganze Menge mehr. Vor allem das Hintergrundwissen zu den verschiedenen Märkten ist essenziell. Da bringt es nichts, sich mal kurz angeschaut zu haben, wie das Traden generell funktioniert.

Fazit

Auch wenn Trader der Meinung sind, dass das, was sie tun, nichts mit Glücksspiel zu tun hat, weil sie ja an der Börse handeln, heißt das noch lange nicht, dass dort nicht auch eine Spielsuchtgefahr besteht. Und die Anzeichen dieser Sucht unterscheiden sich nicht von denen einer Spielsucht, resultierend aus Sportwetten oder einem Onlinecasino. Sobald man anfängt, mit Geld zu handeln und dieses auf bestimmte Ausgänge einer Situation setzt, ist immer auch Glück im Spiel. Und diesen Punkt darf man nie vergessen.

* Bildquelle: AhmadArdity / pixabay.com

Pin It

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte lösen Sie die Rechenaufgabe: * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.