Wirkstoffcheck Vardenafil: Definition, Wirkung und Hinweise


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Wirkstoffcheck Vardenafil bei erektiler Dysfunktion *

Vardenafil ist unter den Markennamen Levitra, Staxyn oder Vivanza bekannt und zählt zu den gefäßerweiternden Substanzen. Der Wirkstoff gehört zur Medikamentenklasse der PDE5-Inhibitoren, welche zur Behandlung von männlicher erektiler Dysfunktion eingesetzt werden.

Der Wirkstoff gilt als verlässliche Alternative zu verwandten Medikamenten wie beispielsweise Viagra und ist vor allem für seine gute Verträglichkeit bekannt.

Auf welche Weise entfaltet Vardenafil im Körper seine Wirkung?

Wie alle PDE-5-Inhibitoren (Phosphodiesterasehemmer) verbessert Vardenafil die Durchblutung des Penis zur Verbesserung der erektilen Funktion. Der Wirkstoff beeinflusst vor allem die biochemischen Prozesse, welche im Penis während der Erregung auftreten. Entgegen vieler Annahmen entsteht durch die bloße Einnahme von Vardenafil keine Erektion, sondern es benötigt eine gewisse sexuelle Stimulation, bevor diese eintreten kann.

Auf biochemischer Ebene verstärkt Vardenafil den endogenen Effekt von Stickstoffmonoxid, welches durch sexuelle Stimulation freigesetzt wird und dadurch zu einem erhöhten Spiegel an zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) im Schwellkörper führt. Hierdurch entsteht eine Entspannung der glatten Penismuskulatur, wodurch ein erhöhter Blutzufluss ermöglicht wird.

Die gefäßerweiternde Wirkung von Vardenafil tritt etwa 30-60 Minuten nach der Einnahme ein. Zum Einen führt die Einnahme von Vardenafil dazu, dass sich die Blutgefäße im Penis entspannen, was zu einer stärkeren Durchblutung führt und somit eine Erektion als Reaktion auf sexuelle Erregung wesentlich wahrscheinlicher macht. Zum Anderen hemmt Vardenafil gezielt das Enzym PDE-5, welches im Schwellkörper des Penis dafür sorgt, dass eine Erektion zurück geht. PDE-5 baut den körpereigenen Botenstoff cGMP ab, dessen Funktion in der Erweiterung von Blutgefäßen (Vasodilatation) besteht. Durch die Hemmung von PDE-5 kann sich die glatte Muskulatur im Penisschwellkörper länger entspannen, wodurch eine zuverlässige Erektion entstehen und auch aufrecht erhalten werden kann.

Bei Männern mit erektiler Dysfunktion wird cGMP zu schnell durch das Enzym PDE-5 abgebaut, wodurch keine zufriedenstellende Erektion entstehen kann. Durch die Wirkung von Vardenafil ist temporär mehr cGMP in den Schwellkörpern verfügbar, wodurch somit die Entstehung einer Erektion begünstigt wird.

Welche Nebenwirkungen können bei Vardenafil auftreten?

Bei der Einnahme von Vardenafil treten wie bei allen Medikamenten unter Umständen einige Nebenwirkungen auf. Diese können, müssen aber nicht zwangsläufig auftreten und sind zudem von Person zu Person verschieden.

Sehr häufige Nebenwirkungen (treten bei mehr als 10% der Anwender auf)

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen von Vardenafil sind Kopfschmerzen (tritt im Schnitt bei 15% der Anwender auf), sowie eine Rötung der Haut (vor allem Gesicht) oft verbunden mit Hitzewallungen (11% der Anwender).

Häufige Nebenwirkungen (treten bei weniger als 10% der Anwender auf)

Weniger häufige Nebenwirkungen sind eine verstopfte/laufende Nase, Verdauungsstörungen, grippeähnliche Symptome, Übelkeit.

Weniger relevante Nebenwirkungen (treten bei weniger als 2% der Anwender auf)

In seltenen Fällen kommt es zu einer Veränderung im Farbensehen, einem erhöhten Herzschlag oder Rückenschmerzen. In sehr seltenen Fällen kann es vorkommen, dass eine Erektion länger als 4 Stunden anhält. Hierbei sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Zu beachten ist weiterhin, dass die Kombination von Vardenafil mit Alkohol die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen erhöhen, oder die Intensität dieser verstärken kann.

Wichtige Wechselwirkungen von Vardenafil mit anderen Medikamenten

Dadurch, dass PDE-5-Hemmer wie Vardenafil in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten oder Substanzen treten können, sind Präparate dieser Wirkstoffgruppe generell verschreibungspflichtig. Vor der Einnahme von Vardenafil sollte demnach stets mit einem Arzt abgeklärt werden, ob die Einnahme bedenkenlos erfolgen kann.

Folgende Medikamente und Substanzen können mit Vardenafil in gefährliche Wechselwirkungen treten und sollten niemals in Kombination eingenommen werden:

  • HIV-1-Proteasehemmer wie Ritonavir oder Indinavir: Beeinflussen den Leberstoffwechsel und können die Häufigkeit von Nebenwirkungen erhöhen
  • Medikamente gegen Pilzerkrankungen oder bakterielle Infektionen wie Itraconazol, Ketoconazol und Erythromycin: Gleiche Risiken wie HIV-Medikation
  • Gefäßerweiternde Mittel auf Nitro-Basis oder Alphablocker (Yohimbin, Terazosin): Eine gegenseitige Wirkstoffverstärkung kann auftreten, was zu einer gefährlichen Verringerung des Blutdrucks, erhöhtem Puls sowie einer gestörten Blutgerinnung führen kann
  • Arzneistoffe zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (z.B. Chinidin, Procainamid, Amiodaron, Sotalol): In Kombination mit Vardenafil können gefährliche Herzrhythmusstörungen auftreten
  • Enzyminduktoren (Rifamicin, Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin) können die Wirkungsstärke von Vardenafil verringern
  • Grapefruitsaft in jeglicher Form verhindert den Abbau von Vardenafil im Körper, wodurch die Intensität und Dauer von Nebenwirkungen erhöht werden kann
  • Livestyle-Droge „Poppers“ (Amylnitrit und Butylnitrit)

Warnhinweise und Gegenanzeigen von Vardenafil

Vor der Einnahme von Vardenafil sollten einige wichtige Hinweise beachtet werden. So ist zum Beispiel die gleichzeitige Anwendung von Vardenafil mit Nitraten sowie Stickstoffmonoxid-Donatoren kontraindiziert.

Die Einnahme von Vardenafil kann außerdem bei bestimmten gesundheitlichen Problemen bzw. Vorbelastungen ernsthafte Risiken bergen. Im Allgemeinen ist von der Einnahme bei folgenden (bereits vorliegenden) gesundheitlichen Beeinträchtigungen abzusehen:

  • Überempfindlichkeit gegen Vardenafil oder einen der weiteren Bestandteile des jeweiligen Präparats
  • angeborene Herzerkrankungen (Angina Pectoris, Herzmuskelschwäche etc.)
  • Nieren- und oder Lebererkrankungen
  • Schlaganfall- oder Herzinfarktpatient
  • Erkrankung oder Deformation des Penis
  • Störung der Blutgerinnung
  • Bestehender Sehkraftverlust
  • Veränderung der roten Blutkörperchen (Sichelzellenanämie)
  • Knochenmarkkrebs (Multiples Myelom)
  • Blutkrebs (Leukämie)

Falls eines der folgenden Symptome nach der Einnahme von Vardenafil während des Geschlechtsakts auftreten sollte, ist die sexuelle Aktivität sofort zu stoppen und es sollte schnellstens ärztliche Hilfe aufgesucht werden:

  • Schmerzen in der Brust
  • Schwindel oder
  • Übelkeit

Sexuelle Aktivität kann vor allem dann eine zusätzliche Belastung für das Herz darstellen, wenn das Herz von einem Herzinfarkt oder einer Herzkrankheit bereits geschwächt ist.

Weitere Punkte, die vor der Einnahme von Vardenafil zu berücksichtigen sind:

  • Die Einnahme führt zu einem leichten Blutdruckabfall
  • Vardenafil sollte nicht mit anderen PDE-5-Hemmern kombiniert werden
  • Falls Sehstörungen oder Schwindel eintritt ist das Bedienen von Maschinen oder Autofahren unter Umständen nicht mehr möglich

Das Medikament Levitra zur Behandlung von erektiler Dysfunktion

Das Medikament Levitra wird in Deutschland von der Firma Bayer vertrieben und ist der geläufigste Markenname für den Wirkstoff Vardenafil. Im Jahr 2003 wurde Levitra in Deutschland als verschreibungspflichtiges Medikament zur Behandlung von Erektionsproblemen zugelassen. Als besonders nebenwirkungsarmes Medikament wird Levitra vor allem Diabetikern mit Erektionsstörungen verschrieben.

Neben Viagra und Cialis zählt Levitra zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten zur Behandlung von erektiler Dysfunktion. Levitra ist das einzige Medikament mit dem Wirkstoff Vardenafil und unterscheidet sich daher im Vergleich zu anderen PDE-5-Inhibitoren auch leicht in der Wirkungsweise (Dauer, Wirkungseintritt, Erektionshärte und Nebenwirkungen). Zu den Haupteigenschaften von Levitra zählen ein schnellerer Wirkungseintritt und sehr seltene sowie mäßige Nebenwirkungen.

Die therapeutische Behandlung von erektiler Dysfunktion mit Levitra wurde bereits in zahlreichen Studien erforscht und die Wirkung belegt.

Recherchequellen:
Onmeda – Wirkung und Wirkdauer von Levitra
121doc – Fragen & Antworten zum Medikament Levitra
Gelbe Liste – Fachinformationen zu Levitra 10mg

* Bildquelle: Levitra (Vardenafil) 20mg – healthtrader.com

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