West-Nil-Virus / West-Nil-Fieber – noch keine Gefahr für Deutschland


apotheken-wissen.de: West-Nil-Fieber wird von Stechmücken übertragen

apotheken-wissen.de: West-Nil-Fieber wird von Stechmücken übertragen *

Eine (noch?) nicht ganz so große Welle, da bisher noch nicht in Deutschland angekommen, schlägt derzeit auch das West-Nil-Fieber, eine Virusinfektion – verursacht durch den West-Nil-Virus. Auch er wird über die Stechmücken übertragen und somit sind auch Menschen nicht vor ihm gefeit. Und er ist mittlerweile eben nicht mehr, wie sein Name zu sagen scheint, auf Afrika oder das Nilgebiet in Afrika beschränkt.

apotheken-wissen.de berichtete bereits über das Usutu-Virus, das es mittlerweile bis nach Deutschland geschafft hat und hier nicht nur für ein ungewöhnliches Amsel-Sterben verantwortlich ist, sondern auch den Menschen gefährden kann.

Ursprung und Übertragung des West-Nil-Virus

Das West-Nil-Fieber ist eine Infektionskrankheit, verursacht durch den im Jahr 1937 erstmalig isolierten West-Nil-Virus. Dies geschah in Uganda und dort im westlichen Gebiet des Nils – woher entsprechend auch sein Name stammt. Der West-Nil-Virus gehört zur Gattung Flavivirus. Ebenfalls zur Gattung Flavivirus gehört der derzeit auch in Deutschland (leider) bekannt gewordene Usutu-Virus, und zu ihm hat der West-Nil-Virus mehr als nur eine gattungsbedingte Verwandtschaft.

Auch der West-Nil-Virus wird über Stechmücken, also von Wirt zu Wirt über Blut, das mit dem West-Nil-Virus infiziert ist, übertragen. Oftmals wird es dabei über einen sogenannten Zwischenwirt übertragen, vor allem über Vögel, die ein besonders gutes Reservoir darstellen. Nicht infizierte Stechmücken werden dann wiederum durch den Wirt infiziert und es setzt eine entsprechende Multiplikation und Verbreitung ein.

Als Erst-Überträger kommen somit vor allem die Stechmückenarten in Betracht, die sowohl Vögel, Tiere (hierbei oftmals Pferde) als auch den Menschen stechen.

Verbreitung des West-Nil-Virus


Anders als sein Name es besagen mag: das West-Nil-Virus ist nicht allein in Afrika zu Hause. Es hat mittlerweile von seinen vermuteten Ursprungsorten Uganda, Mosambik und Sudan seine Reisen nach Ägypten, der demokratischen Republik Kongo, Algerien, Israel, in den Mittleren Osten, nach Indien und Südostasien angetreten.

In Europa, vor allen in den Ländern Ost- und Südeuropas, ist das West-Nil-Virus auch bereits nachgewiesen worden:  in Russland, in Griechenland, Rumänien, der Türkei, in Ungarn und Italien, der Tschechischen Republik, in Österreich. Hier und da sind es Einzelfälle, anderswo sind es kleinere Epidemien. Nichtsdestotrotz: das West-Nil-Virus hat auch in Europa bereits für Todesopfer gesorgt.

Vor allem der Nachweis in den USA, erstmalig 1999 in New York und aktuell mit einer Häufung von Krankheitsfällen und Todesopfern vor allem in den Bundestaaten Louisiana, Texas, Mississippi, Oklahoma, South Dakota und Michigan, sorgte für weltweite Schlagzeilen. Auch wenn die Zahlen der Infektions- und Todesopfer noch klein sind: das West-Nil-Virus ist da und verbreitet sich – ausgehend von den USA auch nach Kanada, Mittel- und Südamerika.

In Deutschland sind bisher nur sehr wenige Fälle nachgewiesen, und wenn dann hauptsächlich durch Fernreisende und Urlauber. Aber auch hier gilt: das Wests-Nil-Virus kann und wird seinen Weg auch nach Deutschland finden und sich über die Stechmücken ausbreiten können.

West-Nil-Virus Symptome

Ähnlich wie beim Usutu-Virus sind die Symptome auch beim West-Nil-Fieber / West-Nil-Virus ähnlich denen eines fieberhaften grippalen Infekts, in schwerwiegenderen Verläufen kann es zu Hirnentzündungen (Enzephalitis) kommen und bis zum Tode führen. Die Inkubationszeit beträgt 3-14 Tage.

Da nicht jeder grippale Effekt gleich den Verdacht einer „besonderen“ Infektionskrankheit erregt, ist mit einer hohen Dunkelziffer bei den Infektionsfällen zu rechnen, die durch Flaviviren wie den Usutu-Virus oder den West-Nil-Virus verursacht sind. Beim West-Nil-Virus bzw. dann beim West-Nil-Fieber geht man darüber hinaus davon aus, dass selbst der fieberhafte Infekt (in Verbindung mit Müdigkeit, Muskelschmerzen, Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen) nur beim jedem fünften Infizierten auftritt und dass nur bei jedem 150. – 200. Infizierten der Krankheitsverlauf deutlich schwerwiegender wird. Hier sind vor allem immungeschwächte Menschen, ältere Menschen und Kinder gefährdet.

Bei einem schwerwiegenderem Krankheitsverlauf sind in erster Linie Hirnentzündungen (Enzephalitis), Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) zu nennen, die durchaus zum Tode führen können. Im bisherigen Verlauf des Jahres 2012 registrierte das US-amerkanische Zentrum für Seuchenkontrolle bei über 1.000 nachgewiesenen Infektionsfällen nahezu 50 Todesfälle.

Wie kann ich dem West-Nil-Fieber vorbeugen?

Einen wirksamen, immunisierenden Schutz gegen eine Infektion mit dem West-Nil-Virus gibt es bislang nicht. Da aber der Überträger bekannt ist, muss man den Kontakt mit ihm – und zwar in diesem Fall mit der Stechmücke bzw. besser gesagt die Stiche der Stechmücke – meiden. Die so genannte Expositionsprophylaxe meint hier also, Mückenstichen bestmöglich vorzubeugen. Als vorbeugende Maßnahmen gelten somit: halten sie sich fern von mückenträchtigen Gebieten, vor allem Vorsicht in den oben genannten Ländern, in denen die Existenz der West-Nil-Virus belegt ist. Tragen sie entsprechende Kleidung, die wenig freie Haut anbietet, im Innenbereich und in der Nacht sind Mückennetze (für Türen, Fenster, Bett) angebracht. Mückenvertreibende Mittel (Repellents) wie beispielsweise Hautsprays gegen Mücken sind ebenfalls ratsam und wirksam und sollten ohnehin in jede Reiseapotheke gehören.

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* Bildquelle: Frank Hollenbach  / pixelio.de

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