Leistenbruch – wenn eine kleine Ausstülpung starke Schmerzen bereitet


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Leistenbruch: Kleine Ausstülpung, die große Probleme bereiten kann*

Die Leiste bildet den Übergang zwischen Oberschenkel und Bauch. Sie ist tagtäglich hohen Belastungen ausgesetzt, jedes Heben, Husten oder Niesen bedeutet eine direkte Beanspruchung, weshalb sie mit starken Muskeln und Sehnen ausgestattet ist. Ist diese Belastung dauerhaft hoch und dann einmal zu hoch, kann sie reißen. Das Ergebnis stellt sich als sogenannter Bruchsack dar, der sich als Stück des Bauchfells identifizieren lässt und unter Umständen Teile des Darms oder auch Fettgewebe enthalten kann. Erst wenn dies der Fall ist, entstehen die typischen Schmerzen und unter Umständen auch Gefahren!

Hintergrundwissen Leistenbruch

Zunächst sei gesagt, dass der Begriff Leistenbruch eigentlich irreführend ist, da es sich um keinen wirklichen Bruch handelt sondern eine durch eine Schwachstelle in der Bauchdecke verursachte Lücke.

In der Regel kommt ein Leistenbruch bei Männern wesentlich häufiger vor als bei Frauen. Grund dafür ist, dass es bei Männern passieren kann, dass sich bei Ungeborenen, nachdem die Hoden durch den Leistenkanal in den Genitalbereich gewandert sind und sich hier festgesetzt haben, dieser Leistenkanal nicht mehr richtig schließt, was einen Leistenbruch später begünstigen kann. Deutlichstes Merkmal eines Leistenbruches, auch Leistenhernie genannt, ist eine deutliche Beule im Bereich der Leiste, die durch Druck meist schmerzempfindlich reagiert. Bei Kindern wird diese Wulst meist von den Müttern erkannt: Reagiert das Kind beispielsweise beim Windeln wechseln stark unter Schmerzen, sobald sie diese Beule berühren, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Formen und weitere Ursachen des Leistenbruchs

Man entscheidet hier zwischen zwei Arten: dem direkten und dem indirekten Leistenbruch. Während die sogenannte indirekte Form vor allem Kinder und junge Menschen betrifft und durch den inneren Leistenring verläuft, betrifft der direkte Leistenbruch eher ältere Menschen.

Bei diesem Krankheitsbild des direkten Leistenbruchs ist eine Bindegewebsschwäche im hinteren Bereich des Leistenkanals für den Leistenbruch verantwortlich. Ist das Bindegewebe an einem solchen Punkt zu großer Belastung ausgesetzt, gibt das Leistengewebe nach und der sogenannte Bruchsack kann sich durch die entstandene Öffnung zwängen. Eine Leistenhernie kann außerdem entweder angeboren oder erworben sein, wobei nur die indirekte Form zu den angeborenen gehören kann. Durch Schwangerschaft, Verstopfung, schweres Tragen, eine vergrößerte Prostata oder auch starkes Übergewicht kann ein Leistenbruch außerdem begünstigt werden.

Leistenbruch: Diagnose und Maßnahmen

Um einen Verdacht auf Leistenbruch zu erzeugen genügen oft schon eine entsprechende typische Wölbung in der Leistengegend oder auch die typischen Beschwerden. Der behandelnde Arzt wird daraufhin zunächst weitere Fragen zum Auftreten und auch Verweilen der Schmerzen stellen. Im Rahmen einer weiteren Untersuchung wird die Leistengegend nach Wölbungen abgetastet. Sind diese im Vorfeld noch nicht vorhanden genügt ein einfaches Husten, um den Druck zu erhöhen und die Ausstülpungen zutage zu bringen. Bei Männern empfiehlt sich außerdem das Abtasten der Hoden. Eine Ultraschalluntersuchung kann die Diagnose im Zweifelsfall noch festigen.

Hat sich der Verdacht auf Leistenbruch bestätigt, ist in den allermeisten Fällen eine baldige Operation angeraten. Denn: wenn unter Umständen Teile des Darms oder auch Fettgewebe in den Bruchsack gerutscht sind, können beispielsweise bei einer Abschnürung vor allem des Darms gefährliche Wirkungen auftreten. Bei einer Leistenbruch-OP wird zunächst der Bruchsack in die Bauchhöhle zurück gedrückt. Mithilfe verschiedener Verfahren wird nun die Bruchstelle vernäht und in manchen Fällen noch zusätzlich mit einem feinen Kunststoffnetz verstärkt. Prinzipiell kann jede Technik für die Operation verwendet werden, die Auswahl obliegt daher neben Alter des Patienten und Größe des Bruches auch den Vorlieben des entsprechenden Chirurgen.

Wichtig ist nach dem Eingriff eine drei- bis sechsmonatige Ruhephase um zu verhindern, dass die operierte Stelle erneut aufbricht.

Wie kann man einem Leistenbruch vorbeugen?

Nicht immer lässt sich ein Leistenbruch verhindern. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, mit denen man ihm zumindest vorbeugend entgegen wirken kann. Beispielsweise ist es auch hier sinnvoll, zu hohes Übergewicht zu vermeiden, um dem Gewebe keine zu schwere ganzheitliche Arbeit aufzubürden. Auch schweres bzw. falsches Tragen sollte weitgehend vermieden werden.

Im Fall einer Schwangerschaft kann ein solcher Bruch nicht unbedingt vermieden werden. Hier ist es jedoch generell angeraten, auf seine Gesundheit zu achten und schweres Heben sowie andere Anstrengungen zu vertagen. Durch die Aufnahme von genügend Flüssigkeit (zwei bis drei Liter am Tag) sowie ausreichend Ballaststoffe kann die Verdauung angeregt, Verstopfung abgewendet und der Körper damit zusätzlich entlastet werden. Genauso kann ausreichend Bewegung ein Übriges tun, um etwas für die Gesundheit zu tun.

* Bildquelle: bykst / pixabay.com

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