Wenn Heuschnupfen zu Asthma wird


Gräser als Heuschnupfenauslöser - apotheken-wissen.de

Aus einem ohnehin unangenehmen Heuschnupfen kann ein Asthma Bronchiale entstehen! *

Eine laufende Nase, juckende Haut und arge Niesanfälle sollten nicht unterschätzt werden! Bei der Hälfte der Allergiker tritt eine Verschlimmerung der Symptome ein. Nicht selten entwickelt sich aus einem harmlos wirkenden Heuschnupfen ein Asthma bronchiale. Gerade bei Kindern ist das Risiko einer solchen Entwicklung bei unbehandelter Allergie sehr hoch. Die Forschung schätzt aktuell, dass jeder zweite Mensch in Industrienationen im Jahr 2040 an einer Allergie leiden wird.

Der Verlauf  von Allergie zu Asthma

Der Verlauf einer Heuschnupfenallergie wird gemeinhin mit einem Etagenwechsel beschrieben. Dabei ist gemeint, dass alle bekannten Symptome wie Niesen, Hautjucken, sogar Husten und trockene oder triefende Augen die oberen Atemwege tangieren; und mit den Jahren werden die unteren Atemwege in Mitleidenschaft gezogen. Die unteren Atemwege sind vor allem die Lunge und die Bronchien.

Tatsächlich ist das gesamte Atemwegssystem als eine Einheit zu sehen. Während im frühen Stadium einer Allergie eine Entzündung vorliegt, kommt es im fortschreitenden Stadium bereits oft zu sichtbaren Schädigungen im tieferen Gewebe der Bronchien.

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem des Körpers auf Stoffe, die bei einem gesunden Menschen keine Reaktion auslösen würden. Diese Abwehrreaktion führt zu einer Entzündung der Atemwege. Ist das Allergen lange oder oft präsent wie es zum Beispiel bei Hausstaubmilbenkot der Fall ist, kann diese Entzündung chronisch werden.

Diese Entzündung der Atemwege führt ihrerseits zur vermehrten Schleimproduktion und damit zur Verengung der Bronchien. Es entwickelt sich Asthma Bronchiale.

Erste Anzeichen von Asthma

Zu Beginn der Asthmaausbildung zeigen sich erste Symptome, die zusätzlich zu den bekannten Heuschnupfensymptomen auftreten. Darunter fällt vor allem das Problem, in Gegenwart der Allergene Luft zu bekommen. Hier ist vor allem das Ausatmen erschwert. Zum Teil wird auch oder nur das Ausatmen von einem pfeifenden Geräusch begleitet. Ebenfalls häufiges Anzeichen für ein sich entwickelndes allergisches Asthmaleiden ist die abschwächende Belastbarkeit, wenn der Trigger präsent ist.

Die Forschung zeigt, dass bereits bei einer ständig laufenden Allergienase, der sogenannten allergischen Rhinitis, bereits eine Veränderung der Lunge vorliegen kann. Weiter kann es sowohl vor der Reaktion der unteren Atemwege auf das Allergen zur Ausbildung weiterer Allergien kommen und die Anzeichen der entzündeten oberen Atemwege haben sich verschlimmert.

Bei vielen Patienten kommt es zur Entwicklung von Kreuzallergien; das heißt, obwohl der Betroffene eigentlich nur auf Birkenpollen allergisch reagiert, wird eine Reaktion nun auch vom Verzehr von bestimmten Lebensmitteln, wie zum Beispiel eines Apfels, ausgelöst.

Bei Kindern sind die Anzeichen für Asthma bronchiale nicht so klar ausgeprägt. Hier gilt es, vor allem auf Geräusche beim Ausatmen, sportliche Belastbarkeit und Hustenverhalten zu achten. Mediziner haben weiter beobachten können, dass in vielen Fällen eine Asthmaentwicklung stattfindet, wenn der Säugling nach der Geburt Milchschorf hatte und danach Heuschnupfen folgte.

Atemprobleme bis hin zur Atemnot können auch in Abwesenheit des Allergens auftreten. Häufig sind stattdessen kalte oder rauchige Luft, sowie Nebel, Essensdunst oder eine Infektion vorhanden. Der Begriff Allergie scheint im Volksmund zu einer Bagatelle geworden zu sein; ähnlich undramatisch wie eine leichte Erkältung. Dabei ist eine Allergie eine Entzündung, verursacht durch die permanenten Abwehrversuche des Körpers auf ein (oder mehrere) Allergene.

Entstehung von Asthma verhindern

In der ernsthaften Begegnung mit einer Allergie liegt die Chance, eine Asthmaausbildung zu verhindern. Die entzündeten Atemwege müssen behandelt werden. Sogar bei kurzen Allergieperioden kann ein Arzt eine Überempfindlichkeit feststellen und das Allergen exakt benennen.

Unbehandelter Heuschnupfen oder andere Allergien führen bei einem Drittel der Grundschüler später zu Asthma bronchiale. Bei 40 % der betroffenen Erwachsenen ist eine durchschnittliche Entwicklung zu einem Asthmaleiden in Folge einer Allergie binnen acht Jahren erforscht worden. Dabei bilden neuste Behandlungsmethoden eine solide Basis dafür, diese Entwicklung aufzuhalten.

Medikamentöse Therapie

Als Erstes werden mit Antihistaminika und Kortisonpräparaten die Symptome gelindert. Dabei ist eine Heuschnupfen-Kortison-Therapie heutzutage gar nichts abwägiges mehr. In einem weiteren Schritt erfolgt die genaue Betrachtung des einzelnen Patienten. Für Allergiker, die noch nicht oder erst im Anfangsstadium an Asthma leiden, kommt in den meisten Fällen eine spezifische Immuntherapie in Frage. Diese Hyposensibilisierung dauert bis zu vier Jahren und wird von der Krankenkasse übernommen.

Ist das Asthma schon sehr stark ausgeprägt, hilft diese SIT nicht mehr. Aber mit Hilfe von der neuen Therapie mit monoklonalen Antikörpern werden die Antikörper im Organismus neutralisiert und so die Abwehrreaktion unterdrückt. Diese neuartige Therapieform kommt momentan allerdings nur in wenigen Fällen zur Anwendung.

Trigger vermeiden

Um den Körper bei einer Allergie nicht weiter zu belasten, kann es sinnvoll sein, Urlaub abseits der Trigger zu suchen, damit die Entzündung abklingen kann. Außerdem sollten Heuschnupfen geplagte auf körperliche Anstrengung an der frischen Luft bei starkem und mäßigem Pollenflug verzichten.

Pollenfilter und extra hypoallergene Bettwäsche ist eine Hilfe für Hausstaubmilbenallergiker. Dicke, schwer zu reinigende Teppiche sollten gemieden werden. Haustierhaarallergiker, die trotz allem nicht auf einen felligen Mitbewohner verzichten wollen, tun gut daran, nach hypoallergenen Rassen Ausschau zu halten.

Alle diese Tipps schonen die Atemwege und verhindern so die Verschlimmerung der Entzündung und damit die Entwicklung von Asthma. Auch wenn sowohl Heuschnupfen als auch Asthma bronchiale bei Kleinkindern schwer zu diagnostizieren sind, lohnt sich ein Besuch beim Facharzt. Hier gibt es mittlerweile sehr gute Analyseverfahren. Eine Früherkennung kann die Weichen dafür setzten, dass sich das Lungenleiden nicht manifestiert. Übrigens können negative psychosoziale Umstände Allergien und Asthma begünstigen. Stillen ist grundsätzlich eine gute Prävention vor einem gestörten Immunsystem.

Neben der Behandlung von Heuschnupfen und anderen Allergien, lassen sich Stoffe wie Tabakrauch und Ausdünstungen von Plastik, Lack und Co vermeiden. Diese können als eine Art Katalysator wirken.

* Bildquelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

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