Heller Hautkrebs: Hintergrund, Ursachen, Symptome, Therapie


apotheken-wissen.de: Heller Hautkrebs durch UV-Strahlung

apotheken-wissen.de: Heller Hautkrebs durch UV-Strahlung *

In manchen Ländern zählt der Helle Hautkrebs (auch Weißer Hautkrebs genannt) zu den häufigsten Krebserkrankungen. Auch in Deutschland gibt es pro Jahr weit über 200.000 neue Fälle des Hellen Hautkrebses – und die Tendenz ist steigend, siehe dazu auch die Zahlen in unseren Bericht „Hauterkrankungen durch UV-Strahlung„. Unter anderem trägt zu dieser Entwicklung  bei, dass wir gerne gut erholt und gut aussehend im Sinne einer gebräunten Haut aussehen möchten: und hier, nämlich durch die ultraviolette Strahlung auf der Haut beim Sonnenbaden oder dem Solarium, liegt der Hauptausgangspunkt für eine Erkrankung am Hellen Hautkrebs – und diese Hauptursache gilt übrigens nicht nur für den Hellen Hautkrebs, sondern für alle Arten der Hautkrebses,  beispielsweise auch für den deutlich bösartigeren Schwarzen Hautkrebs (Melanom). Nebenbei bemerkt, aber alles andere als unwichtig: Frauen ab 20 Jahren und Männer ab 45 Jahren können einmal im Jahr eine Krebsvorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen, zu der auch ein entsprechendes Hautscreening gehört.

Hintergrund des Hellen Hautkrebses

Der Helle Hautkrebs (auch Weißer Hautkrebs genannt) ist ein Hauttumor, der in den Oberschichten der Haut, den sogenannten Basalzellen, entstehen kann. „Heller Hautkrebs“ ist dabei Sammelbegriff für die Hauttumore Basalzell-Hautkrebs (Basaliom) und Plattenepithelkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkrebs) und ihrer Frühformen als Präkanzerosen (Aktinische Keratose). Im Gegensatz zum deutlich bösartigeren Schwarzen Hautkrebs (Melanom) ist er in der Regel „nur halb-bösartig“, in der Fachsprache bezeichnet man ihn daher als einen semi-malignen Hauttumor. Seine „Halb-Bösartigkeit“ lässt sich wie folgt zusammenfassen: Als Hauttumor ist der Helle Hautkrebs in der Lage, die Zellen der um ihn liegenden Hautpartie zu zerstören, bis hin zu tiefer liegenden Schichten, Muskeln oder sogar Knochen und Knorpel. Jedoch bildet er mit Ausnahmen bei den Spinaliomen keine Metastasen, die dann an andere Körperstellen streuen. Insgesamt ist der Helle Hautkrebs, nur langsam wachsend und vor allem an seinem Ursprungsort verbleibend – wenn auch sich dort sukzessive ausdehend, relativ gut therapierbar. Natürlich ist dazu auch eine möglichst frühe Entdeckung und Diagnose sehr wichtig.

Heller Hautkrebs: die Ursachen


Als Ursache für den Hellen Hautkrebs kommt in selteneren Fällen erbliche Vorbelastungen in Frage. Ebenfalls und auch eher selten sind der Kontakt mit Arsen oder Medikamente, die das Immunsystem hemmen sollen, zu nennen. Die Hauptursache für den Hellen Hautkrebs ist jedoch sehr eindeutig erwiesen: es ist die UV-Strahlung (ultraviolette Strahlung), sei aus durch die UV-Strahlung im natürlichen Sonnenlicht oder sei es durch künstliches UV-Licht, beispielsweise ist hier das der Solarien zu nennen. Ausschlaggebend ist dabei die sich stetig summierende Menge an UV-Strahlung, der die Haut insgesamt ausgesetzt ist. Soll heißen: unsere Haut ist diesbzüglich sehr erinnerungsstark und sehr nachtragend. Ist das Quantum an UV-Strahlung und/oder an Sonnenbränden über Monate, Jahre oder gar für das bisherige Leben (Stichwort „UV-Lebenszeitkonto“) erreicht, erhöht sich das Risiko, an einem Hautkrebs zu erkranken, um ein Vielfaches.

Hautkrebs Selbstkontrolle nach der ABCD-Haut-Analyse

Eine gute Faustregel für die regelmäßige Selbstkontrolle der Haut ist die ABCD-Regel oder ABCD-Analyse der Haut:

A = Asymmetrie: Ein Muttermal / eine Hautveränderung ist asymmetrisch, das heißt, es sind keine deckungsgleichen Hälften zu erkennen.

B = Begrenzung: Die Hautveränderung ist nicht einheitlich begrenzt, ihr Rand hat eher eine Zackenform.

C = Color = Farbe: Die Hautveränderung hat unterschiedliche Farben, soll heißen helle, bräunliche oder schwarze Bereiche.

D = Durchmesser: Besonders auffällig sind Hautveränderungen mit einem Durchmesser größer als von 0,5 cm.

Ergebnis der ABCD-Hautkontrolle: Sind mindestens zwei der vier oben genannten ABCD-Punkte positiv, sollten Sie unverzüglich einen Hautarzt aufsuchen.

Heller Hautkrebs: Risikofaktoren und Prävention

Mit Bezug auf die UV-Strahlung als Hauptursache für einen Hellen Hautkrebs sind sowohl die Risikofaktoren als auch die vorbeugenden Maßnahmen recht leicht abzuleiten.

Der Risikofaktor insgesamt heißt UV-Strahlung (Sonnenlicht, Solarien) und bezieht sich damit auf alles, was mit einer übermäßigen Aussetzung der Haut in Sachen UV-Strahlung in Verbindung steht. Dementsprechend sind sonnenlichtempfindliche Menschen, beispielsweise Menschen mit heller Haut, gefährdeter, denn ihre Haut ist auch langfrsitig weniger abwehrrestistent gegen die UV-Strahlung. Heller Hautkrebs entsteht somit vornehmlich an Hautbereichen, die grundsätzlich oder besonders häufig und intensiv der UV-Strahlung ausgesetzt sind (zum Beispiel Handrücken, Arme, Gesicht, Lippen, Nase, Ohren, Stirn). Oder aus einzelnen Situationen, die einen besonders intensiven Schutz erfordern, weil die Haut – wenn auch vielleicht nur relativ kurzfrsitig – besonders hohen und nicht alltäglichen Dosen an UV-Strahlung ausgesetzt ist: dies gilt für Aufenthalte an oder auf dem Meer, Seen und Gewässern ebenso wie für Aufenthalte in den Bergen und im Schnee. Betrachtet man dann noch den Aspekt, dass die Haut eine grundsätzlich begrenzte Gesamtmenge an UV-Strahlung kompensieren kann, steigt das Risiko für einen Hellen Hautkrebs zudem mit steigendem Alter.

Die vorbeugenden Maßnahmen sind mit Bezug auf das Stichwort UV-Strahlung ebenso leicht abzuleiten: alle Maßnahmen, die die Haut vor kurzfristig-intensiven oder dauerhaften, langfristig  hohen Dosen an UV-Strahlung schützen, sind hier richtig und ratsam. Angefangen bei nicht allzu häufigen und nicht zu intensiven Besuchen des Solariums bis hin zu den Maßnahmen rund um ein möglichst gut dosiertes Sonnenbaden. apotheken-wissen.de gibt dazu an anderen Stellen viele gute Informationen und Tipps:

Aber auch im normalen Alltag oder bei einem bewölkten Himmel kann und sollte man darauf achten, die Haut vor einer am Ende zu hohen UV-Strahlungsdosis zu schützen.

Symptome und Arten des Hellen Hautkrebses

Man unterscheidet unter dem Sammelbegriff Heller oder Weißer Hautkrebs drei Arten von Hautkrebstumoren: die Aktinische Keratose, das Spinaliom und das Basaliom.

  •  Aktinische Keratose

apotheken-wissen.de: Aktinische Keratose an der Lippe

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Sie ist ein immer häufiger auftretender Hauttumor und stellt das frühe Stadium eines Spinalioms (Plattenepithelkarzinom) dar. Ihre Ausprägungsformen können dabei sehr unterschiedlich sein und sind für den Laien durchaus schwer zu erkennen. Oftmals handelt es sich um gerötete Flecken mit einer etwas fester haftender Schuppung, die nicht richtig abheilen. Die bösartigen Veränderungen der Hautzellen bleiben bei der Aktinische Keratose jedoch auf die oberen Hautschichten beschränkt. Somit streut die Aktinische Keartose keine Metastasen. Sie ist dennoch nicht ungefährlich, denn es handelt sich bereits um eine Hautkrebsart und aus ihr kann, mit Ausweitung in tiefere Hautschichten und umgebendes Gewebe, ein Spinaliom entstehen.

  • Spinaliom

apotheken-wissen.de: Spinaliom

apotheken-wissen.de: Spinaliom ***

Das Spinaliom (Plattenepithelkarzinom, Stachelzellkrebs) ist die zweithäufigste Art des Hellen Hautkrebses. Zumeist entstehen sie aus der Aktinische Keratose. Das Spinalium tritt erst in höheren Lebensaltern auf (im Schnitt bei einem Alter von ca. 70 Jahren) und dann eher bei Frauen als bei Männern. Das Spinaliom kennt verschiedene Stadien und wird unter dem Mikroskop in unterschiedliche Formen eingeteilt. Äußerlich beginnt es oftmals unauffällig mit einem eher kleinen, schmerzlosen Knoten oder einem geröteten, schuppenden Fleck. Der Tumor wächst jedoch zusehends in die Tiefe und bereits nach kurzer Zeit kann es zu Geschwüren und ausgedehnter Verletzung benachbarter Gewebe kommen. Spinaliome haben – normalerweise im Gegensatz zu der Aktinische Keartose oder einem Basaliom – die Eigenschaft,  Tochtergeschwülste (Metastasen) über die Lymphbahnen auszusenden.

  • Basaliom

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apotheken-wissen.de Basaliom ****

Das Basaliom (Basalzellkarzinom) ist die häufigste Form des Hellen Hautkrebses. Auch das Basaliom kann sehr unterschiedliche Erscheinungsformen haben. Zumeist zeigen sich Basaliome als knotige Hauttumore, es können aber auch oberflächliche Basalzellkarzinome sein. Das knotige Basaliom beginnt meist als kleines, derbes hautfarbenes Knötchen, das einen perlschnurartigen Randwall und eine zentrale Krustenbildung entwickelt. Im weiteren Verlauf bildet sich ein nicht abheilendes, zur Blutung neigendes Geschwür, welches langsam in die Tiefe und in die Umgebung wächst. Ein Basaliom kann auch einem Ekzem oder einer Narbe ähnlich sehen, wodurch es oft gar nicht als Tumor erkannt wird. Das Basalzellkarzinom bildet zwar keine Tochterabsiedlungen in anderen Körperteilen (Metastasen), kann  aber durch das Wachstum umgebenes Gewebe (z.B. tiefer liegende Hautschichten bis hin zu Muskeln, Knochen und Knorpel) zerstören.

Heller Hautkrebs: Therapiemöglichkeiten

Da sich ein rechtzeitig erkannter und diagnostizierter Heller Hautkrebs unabhängig seiner Hautkrebsart in der Regel noch an der Hautoberfläche befindet ist er relativ leicht therapierbar – soll heißen, er kann mit relativ einfachen Mitteln entfernt werden. Die verschiedenen Arten der Hauttumore ermöglichen auch verschiedene Therapieformen.

Die Aktinische Keratose kann mit nicht-operativen Verfahren entfernt werden: zum Einsatz kommen neben immunologisch oder ätzend wirkenden Cremes auch die Lasertherapie oder die Photodynamische Therapie (PDT). Bei der PDT werden die betroffenen Stellen mit speziellen Wirkstoffen vorbehandelt, die vor allem von den Krebszellen und weniger von den gesunden Zellen aufgenommen werden. Ist dies geschehen, erfolgt eine spezielle Lichttherapie, die für eine Reaktion der zuvor verabreichten Wirkstoffe in den Zellen sorgt, die diese dann abtötet. Aber auch kleine chirugische Eingriffe wie die oberflächliche Abtragung (Kürettage) kommen bei der Entfernung einer Aktinische Keratose in Frage.

Bei einem Spinaliom oder Basaliom sollten die chirugischen Eingriffe erste Wahl sein. Die Krebszellen können bei diesen Formen des Hellen Hautkrebses bereits großflächiger sein und vor allem das tiefer liegende Gewebe befallen haben – vor allem gilt diese Empfehlung für ein Spinaliom, das Metastasen aussenden kann. Dementsprechend wird die Entfernung immer mit einer histologische (mikroskopisch kontrollierter) Schnittrandkontrolle und Kontrolle des umliegenden Bereichs durchgeführt, zur Sicherstellung, dass die Krebszellen auch vollständig entfernt und der gesamte Bereich gesäubert wurde. Bei großen oder bei nur schwer operablen Spinaliomen oder Basaliomen oder bei Patienten höheren Alters kann mit einer Strahlentherapie therapiert werden. Als weitere Behandlungsverfahren kommen die Kürettage (Abtragung, Ab- oder Ausschabung) mit einer lokalen chemochirurgischen Nachbehandlung, eine Vereisungsbehandlung (Kryotherapie), eine örtliche, medikamentöse Krebsimmuntherapie und die oben bereits beschriebene Photodynamische Therapie (PDT) in Frage.

Wichtig nach einer erfolgreichen Therapie: In regelmäßigen und gemeinsam mit dem Arzt festgelegten Zyklen sollten entsprechende Nachkontrollen stattfinden. Diese betrachten dann nicht nur die therapierte(n) Stelle(n), sondern erfolgen wieder als Ganzkörper-Hautscreening.

Literatur zum Thema Hautkrebs



Bildquellen:
*: © RioPatuca Images – Fotolia.com
**: Actinic keratosis on the lip, Wikipedia / Eray Copcu1, Nazan Sivrioglu1m and Nil Culhaci, Lizenz: gemeinfrei
***: Epithelioma spinocellulare (75-year-old man), Wikipedia / Klaus D. Peter, Wiehl, Germany, Lizenz: Creative Commons-Lizenz Namensnennung 2.0 Deutschland
****: Basal_cell_carcinoma, Wikipedia / John Hendrix, MD, Lizenz: gemeinfrei

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