Chronische Schleimbeutelentzündung – Ursachen, Diagnose und Behandlung


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Eine Schleimbeutelentzündung wird schnell chronisch, wenn sie zu spät oder falsch behandelt wird*

Bei jeder Bewegung werden Knochen, Haut, Muskeln, Gelenke und Sehnen bewegt. Ohne den sogenannten Schleimbeutel als Puffer würden sie bei diesen Bewegungen aneinander reiben und sich innerhalb kurzer Zeit schmerzhaft abnutzen. Der Schleimbeutel stellt hier also eine wichtige Schutzfunktion dar und besteht aus einem kleinen flüssigkeitsgefüllten Säckchen, das im Bereich der Bewegungsapparate sitzt und diese ständigen Reibungen abfangen und den Druck dort verringern soll. Im Fall einer Überbelastung entsteht eine Schleimbeutelentzündung, auch Bursitis genannt, die sich ohne Gegenmaßnahmen schnell zu einer chronischen Schleimbeutelentzündung entwickeln kann. Wie geht man nun am besten vor und wie lang kann die Heilung dauern? Viele Fragen, deren Antworten dem Leser in diesem Beitrag etwas näher gebracht werden sollen.

Schleimbeutelentzündung, chronische Schleimbeutelentzündung

Wenn sich die Schleimbeutel als Puffer vor allem der Gelenke entzünden tritt ein meist plötzlich auftretenden Schmerz ein, meist aber erst einige Zeit / einige Stunden nach der übermäßigen Beanspruchung. Ursächlich für eine solche Schleimbeutelentzündung, kann beispielsweise eine Abfolge von ungewohnten und kraftintensiven Bewegungen sein. Auch unsachgemäßes Joggen mit falscher Abrollbewegung oder plötzliches Oberarmtraining können sich bei zu später oder falscher Behandlung zu einer chronische Schleimbeutelentzündung entwickeln. Auch durch einen dumpfen Schlag, beispielsweise aufs Knie, kann ebenfalls eine solche Verletzung verursacht werden.

Zu den betroffenen Regionen gehören vor allem Hüfte, Knie, Ellenbogengelenk, Schultergelenk und Sprunggelenk, man unterscheidet je nach Einsatzgebiet zwischen Sehnen-, Haut- und Bandschleimbeutel.

Schleimbeutelentzündung: Symptome und Diagnose

Eine Schleimbeutelentzündung ist grundsätzlich mit Schmerzen verbunden, die bei einer chronischen Entzündung auch über Monate bis hin zu Jahren Probleme bereiten können. Begleiterscheinungen einer solchen Verletzung sind normalerweise eine Einschränkung der Bewegungen, erhöhte Sensibilität sowie eine Rötung der Haut, die durch die vermehrte Durchblutung des Schleimbeutels sowie der umliegenden Haut verursacht wird. Dies ist auch der Grund, aus dem sich die Haut über der benannten Stelle warm anfühlen kann. In wenigen seltenen Fällen liegt eine bakterielle Infektion bzw. eine Verletzung der Haut als Ursache zugrunde. Hier ist sofortiges Handeln gefragt und es kann von zusätzlichen Symptomen wie Fieber oder sonstigem Unwohlsein ausgegangen werden.

Die genaue Diagnose einer Schleimbeutelentzündung bzw. einer chronischen Schleimbeutelentzündung beginnt mit einem Gespräch, bei dem der behandelnde Arzt genaue Einzelheiten zu eventuellen Grunderkrankungen, der Art der Beschwerden sowie auch der bisherigen Krankengeschichte erfährt und daraus weitere Schlüsse zieht. Als nächster Schritt folgt die Begutachtung der betroffenen Stelle, wobei die bereits genannten Symptome wie Rötungen und Bewegungseinschränkungen zusätzlich einen wichtigen Hinweis dazu liefern, inwiefern es sich um eine Schleimbeutelentzündung handeln könnte. Wird eine bakterielle Infektion als Ursache vermutet, kann dies nun zusätzlich eine Blutuntersuchung erfordern. Einen finalen Hinweis können bei Unsicherheit jetzt noch eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Ultraschalluntersuchung liefern, um die Diagnose Schleimbeutelentzündung endgültig zu bestätigen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten einer Schleimbeutelentzündung gibt es?

Wurde die Diagnose Schleimbeutelentzündung final bestätigt und handelt es sich um einen normalen Verlauf (soll heißen, sie hat sich noch nicht bereits zu einer chronischen Schleimbeutelentzündung entwickelt), reicht es in vielen Fällen, das betroffene Gelenk für ein paar Tage ruhig zu stellen. Zusätzlich ist noch eine Kühlung der betreffenden Stelle hilfreich, um die Beschwerden zu lindern. Jedoch sollte diese Ruhephase auch nicht zu lange dauern, da es sonst ohne hinreichende Bewegung zu permanenten Einschränkungen im Bewegungsapparat kommen kann. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac können in Absprache mit dem Arzt zur Eindämmung der Schmerzen zusätzlich eingenommen werden. Bleibt die Einschränkung auch nach dem Abklingen der Entzündung noch bestehen kann es sinnvoll sein, den Schleimbeutel zu punktieren, um die Flüssigkeit ablaufen zu lassen, oder auch operativ zu entfernen.

Chronische Schleimbeutelentzündung: Prognose und Vorbeugung

Wie in vielen anderen Fällen gilt auch hier der Faktor Zeit: je eher eine Schleimbeutelentzündung erkannt wird, desto besser. Hat sich erst eine chronische Schleimbeutelentzündung entwickelt, ist diese unvergleichlich schwerer und auch langwieriger zu behandeln als eine akute Entzündung. Bei einem akuten Verlauf lässt sie die Entzündung normalerweise innerhalb einiger Wochen ohne Probleme ausheilen, hierbei ist Schonung die wichtigste Devise.

Um einer Schleimbeutelentzündung vorzubeugen kann es bereits hilfreich sein, einige kleine Faustregeln zu beachten. Beispielsweise kann es im Beruf oder privat immer wieder vorkommen, dass man sich auf den Boden knien oder mit dem Ellenbogen aufstützen muss. Es wird hierbei empfohlen, darauf zu achten, diese Haltung möglichst häufig zu verändern und sich wenn möglich nicht zu viel abzustützen, um die Gelenke zu schonen. Auch ist im Sport ein geeignetes Schuhwerk unerlässlich, um für eine ausreichende Federung und damit eine Entlastung der Gelenke zu gewährleisten. Auch ergonomisch geformte Stühle sowie entsprechende Schutzpolsterung können je nach Tätigkeit einen großen Beitrag zur Vorbeugung leisten. In jeder Position sind Pausen wichtig, um den Druck auf bestimmte Regionen zu verringern und die Haltung zu entspannen.

* Bildquelle: Unsplash / pixabay.com

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