Zervikalsyndrom – Weit mehr als nur Nackenschmerzen


Unangenehmer Schmerz im Nacken, der in Arme und Brust ausstrahlt, kann vielfältige Ursachen haben*

Das sogenannte Zervikalsyndrom, auch HWS-Syndrom bzw. Halswirbelsäulensyndrom genannt, bezeichnet eine Form von Verspannungen, die sich nicht nur rein auf die Nackenregion bezieht, sondern teilweise sogar bis in Beine, Arme und Brust ausstrahlen und so für die Betroffenen eine große, belastende Einschränkung bedeuten kann. Hier sind vor allem Frauen betroffen, es gibt allerdings auch Männer, die über derartige Beschwerden klagen. Die Auswirkungen und Symptome unterscheiden sich in vielfacher Hinsicht bei den verschiedenen Patienten, in häufigen Fällen können auch neurologische Auswirkungen wie Sehstörungen, Schwindel, Ohrgeräusche oder auch Taubheitsgefühl in Händen und Armen dazu kommen. Dies kann bis zur Beeinträchtigung der Haltung, Durchblutungsstörung oder auch Kopfschmerzen führen.

Mögliche Ursachen und Formen des Zervikalsyndroms

Die Ursachen sowie der Verlauf sind vielfältig und können auf verschiedene Hintergründe wie beispielsweise Stress, Depression, Schwangerschaft, Übergewicht oder auch Verspannungen, Fehlstellungen oder auch Verschleiß zurückzuführen sein. Nur sehr selten deuten die Schmerzen wirklich auf eine ernste Erkrankung hin. Da es sich bei der Halswirbelsäule sozusagen um eine Schwachstelle unserer Wirbelsäule handelt, die durch verschiedenste Sitz- und Liegepositionen sowie die generelle Körperhaltung nicht selten in Mitleidenschaft gezogen wird, kann es gerade hier zu unangenehmen Beschwerden kommen, die im Normalfall nach ca. 3 Wochen Behandlung wieder behoben sind. Dauern die Schmerzen trotz Behandlung länger als 2 Monate an und kehren im Lauf eines Jahres mehrmals zurück spricht man von einem chronischen Verlauf.

Diagnose und Behandlung

Wichtig für eine genaue Diagnose des behandelnden Arztes ist einleitend zunächst einmal ein ausführliches Gespräch, in dessen Verlauf der Patient eine Reihe von Fragen beantworten muss. Diese beziehen sich beispielsweise auf Beginn und Dauer der Schmerzen, etwaige neurologische Auswirkungen, Stress, die eigene Wahrnehmung und Einschätzung des Patienten, oder auch weitere Symptome wie Fieber, übermäßigem Gewichtsverlust oder auch starkes Schwitzen, die auf zusätzliche Erkrankungen hindeuten können,

Im Anschluss daran erfolgt die körperliche Untersuchung, bei der beispielsweise Reflexe getestet sowie die Beweglichkeit des schmerzenden Bereichs überprüft werden, es wird außerdem nach äußerlich sichtbaren Veränderungen geschaut.

Aufgrund dieser Untersuchung kann festgelegt werden, wie die Therapie verlaufen soll und wie lange sie geplant ist. Liegt den Schmerzen eine besondere Stresssituation zugrunde kann eine sogenannte Entspannungstherapie verordnet werden, die die psychischen Ursachen beseitigen und somit langfristig für Linderung sorgen soll. Eine Physiotherapie soll dagegen durch wiederholte und gezielte Übungen Blockaden lösen und somit die Beweglichkeit der Halswirbelsäule wiederherstellen. Begleitend zu den Maßnahmen können außerdem verordnete Schmerzmittel für die Verbesserung des Gesamtbefindens sorgen. Eine Möglichkeit, die Schmerzen langfristig effektiv zu bekämpfen ist die Anwendung von Wärme anhand von Rotlicht, Wärmekissen oder auch Kompressen. Dies sorgt für eine bessere Durchblutung sowie die Weitung der Kapillare, so dass sich die Verspannungen langsam lösen können.

Wie kann man vorbeugen?

Eine der großen Gefahren für den Körper, die Muskulatur und den ganzen Bewegungsapparat stellt stundenlanges unverändertes Sitzen dar. Da sich hiervor niemand wirklich verschließen, schließlich müssen wir alle arbeiten und Geld verdienen, ist es wichtig, sich regelmäßig daran zu erinnern, aus dieser Position aufzustehen, die Glieder zu regen und sich kurz etwas Bewegung zu verschaffen, sei es nur der Gang zur Kaffeemaschine. Auf diesem Wege kann man die Schultern rollen, den Nacken entlasten und für etwas Entspannung sorgen, um so beispielsweise Verspannungskopfschmerzen zu vermeiden.

Auch die Wahl der Matratze sowie eine möglichst entspannte Schlafposition können für die Entlastung der Halswirbelsäule beitragen (auch wenn man sich im Laufe der Nacht wieder in eine andere Position begibt, auf die man selbstverständlich keinen Einfluss hat). Eine weitere Möglichkeit, unangenehmen Nackenschmerzen vorzubeugen, besteht in sportlichem Ausgleich wie beispielsweise Yoga, Schwimmen oder auch Joggen. Es gibt viele Wege, seinem Körper in Büro und Freizeit etwas Gutes zu tun, man muss ich nur immer wieder daran erinnern, dass gerade so empfindliche und strapazierte Regionen wie die Halswirbelsäule nicht unbegrenzt belastbar sind und zwischendurch dringend Entspannung und Erholung benötigen.

* Bildquelle: bykst / pixabay.com

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