Schambeinentzündung


Häufig hören wir – vor allem bei Sportlern und dort speziell bei Leistungssportlern – von einer Schambeinentzündung. Was ist damit gemeint?

Menschliches Becken, Schambein, Schambeinfuge

Das Schambein (lat. Os pubis) ist ein platter, winkelförmiger Knochen, der sich auf beiden Seiten im vorderen Bereich des Beckens befindet. An ihm sind zahlreiche Bauchmuskeln, die Aduktoren und die hintere Oberschenkelmuskulatur befestigt. Spricht man von einer Schambeinentzündung ist hingegen fast immer die Schambeinfuge (lat. Symphysis pubica) gemeint:

Die beiden linken und rechten Beckenhälften sind durch die Schameinfuge verbunden. Sie ist mitnichten ein Knochen, sondern besteht aus elastischen Knorpelfasern und kann durch diese Elastizität einen Teil der hohen Belastungen an dieser neuralgischen Stelle wie ein kleiner Stoßdämpfer auffangen.
Als Verbindungsstelle der beiden Beckenhälften und durch die Befestigung vieler  kleiner und großer Muskeln (Bauch, Aduktoren, Oberschenkel) ist das Schambein / die Schambeinfuge ganz besonderen Belastungen ausgesetzt und damit eine neuralgische Stelle unseres Körpers. Überlastungen führen dann sehr schnell zu entsprechenden Entzündungen. Den normalen Alltagsbelastungen  sind Schambein und Schambeinfuge in der Regel gewachsen. Bei Sportlern und speziell bei Leistungssportlern hingegen gehen die Belastungen darüber hinaus: kurze, schnelle Bewegungen, Haken und Sprints sind eine enorme und immer wieder zu große Belastung dieser Stelle.


Schambeinentzündungen bzw. Schambeinfugenentzündungen sind somit keine bakteriellen Entzündungen, sondern sind eine reine Überlastungsreaktion. Die Schmerzen können auf Bauch, Leiste und den Oberschenkel ausstrahlen, was die erste Diagnose oftmals nicht eindeutig macht. In der Therapie erweisen sich Schambeinentzündungen bzw. Schambeinfugenentzündungen als langwierig und hartnäckig: eine längere Ruhephase mit dem entsprechenden Stop der Belastungen sind unabdingbar, Physiotherapie und ggf. die Einnahme entzündungshemmender Medikamente bilden die Therapie-Ergänzungen. Wird keine Therapie oder diese nicht rechtzeitig eingeleitet, besteht die Gefahr einer chronischen Entzündung.

Bildquelle:
*: arsdigital  / de.fotolia.com

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