Narkolepsie: Symptome, Ursachen, Auswirkungen, Behandlungen


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Die Schlafkrankheit Narkolepsie: nicht ganz ungefährlich … *

Kein alltägliches Erlebnis: Plötzlich sackt in nächster Nähe jemand zusammen und schläft ein. Hierbei könnte es sich um einen von 20.000 Betroffenen handeln, die in Deutschland unter der Schlafkrankheit Narkolepsie leiden. Diese Menschen werden in den unterschiedlichsten und unpassendsten Situationen von Schlafattacken übermannt, die von harmlos bis lebensgefährlich reichen können. Vergleichsweise harmlos sind beispielsweise Situationen, in denen lediglich beim Kochen Gewürze zu reichlich verwendet oder verwechselt werden. Lebensbedrohlich dagegen kann es enden, wenn jemand bei einem Spaziergang einschläft und einfach weiter auf die Straße läuft oder gar am Steuer eines Autos sitzt. Narkolepsiepatienten haben es aufgrund ihrer Erkrankung schwer, ein einigermaßen normales Leben zu führen und sind vielfach auf das Verständnis und die Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen.

Narkolepsie Symptome und Ursachen der plötzlichen Müdigkeit

Die Narkolepsie Symptome entstehen oft in Situationen, die die Betroffenen als monoton empfinden, etwa in Konferenzen oder im Theater. Ebenso können starke Emotionen wie Lachen, Ärger, Überraschung, Stress oder auch Gefühle wie beim Sex die Krankheitssymptome auslösen.

Bei Kindern kann es in verschiedenen Fällen zu Verwechslungen mit der sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) kommen, da diese aufkommende Schläfrigkeit häufig mit Hyperaktivität kompensieren. Ebenso besteht die Gefahr der Verwechslung mit den Symptomen von Epilepsie. Daher kann es in vielen Fällen Monate oder sogar Jahre dauern, bis Narkolepsie als die eigentliche Ursache diagnostiziert wird.

Neben dem plötzlich aufkommenden Schlafzwang gehören komplette Lähmungen, Halluzinationen und auch schlaffe Muskeln zu den Symptomen. Andere Patienten fahren einfach, ohne es zu merken, mit der Tätigkeit fort, die sie gerade ausgeübt haben. Diese Krankheitsmerkmale werden Kataplexien genannt und können zwischen ein paar Sekunden, einigen Minuten oder auch bis zu einer halben Stunde andauern. Im Falle einer sogenannten Narkolepsie handelt es sich um eine chronische, neurologische Erkrankung, bei der der Teil des Gehirns dauerhaft gestört ist, durch den der Schlaf – Wach – Rhythmus gesteuert wird. In diesem Fall produziert der Hypothalamus zu wenig von dem Botenstoff Hypocretin, der, gemeinsam mit weiteren Schlafhormonen, den Rhythmus von Schlaf – und Wachzustand bestimmt. Genauere Ursachen der Krankheit sind bisher noch ungeklärt, ebenso ist die Erkrankung bis heute unheilbar. Es ist lediglich möglich, die Narkolepsie Symptome zu lindern, um die Lebensqualität zu steigern.

Diagnose und Möglichkeiten einer Narkolepsie Behandlung

Besteht der Verdacht einer Narkolepsieerkrankung, empfiehlt es sich, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen. Dieser wird anfangs versuchen, in einem ausführlichen Gespräch, sowie anhand von Fragebögen und Tagebuchaufzeichnungen zu ermitteln, ob jemand wirklich an der Schlafkrankheit leidet. Der nächste Schritt ist die Beobachtung im Schlaflabor, bei der die Körper- und Gehirnaktivität in der Nacht gemessen werden. Mit einem Multiple Sleep Latency Test (MSLT) wird außerdem die Schläfrigkeit am Tag untersucht. Im Anschluss werden ggf. noch ein Reaktionstest sowie eine Nervenwasseruntersuchung durchgeführt.

Hat der Arzt aufgrund dieser Tests den Verdacht Narkolepsie bestätigt, gilt es, die Symptome in den Griff zu bekommen. Die erste Wahl, um die Konzentrationsfähigkeit zu stärken, ist das Medikament Modafinil, da es am besten verträglich ist. Gegen die Kataplexien helfen üblicherweise Antidepressiva wie zum Beispiel Clomipramin. Triazolam kann den Nachtschlaf verbessern. In manchen Fällen wird eine Kombination dieser Wirkstoffe verordnet.

Im Arbeitsalltag kann es sehr hilfreich sein, mit dem Chef vereinbarte Schlafpausen einzulegen, wenn die typischen Anzeichen einer plötzlichen Müdigkeit erkennbar werden. Durch diese Schlafpausen ist es vielen Patienten im Anschluss möglich, sich wieder voll auf die Arbeit zu konzentrieren.

Auswirkungen einer Narkolepsie und was tun bei Narkolepsie Symptomen?

Der Alltag ist für Narkolepsiepatienten nicht leicht zu meistern, da sie durch das plötzliche Hinübergleiten in den Schlaf immer wieder in bedrohliche Situationen geraten. Dies hat deutliche Einschränkungen zur Folge. Vielen ist das Autofahren oder auch bereits das Ausüben der beruflichen Tätigkeit nicht mehr möglich. Hinzu kommt, dass ein großer Anteil der Mitmenschen leider mit Unverständnis auf die für sie ungewohnte Situation reagieren, was das soziale Leben ebenfalls kompliziert. In vielen Fällen kommen daher für die Betroffenen noch verstärkte psychische Probleme dazu.

Deshalb gilt: Wird die Narkolepsie festgestellt, ist es wichtig, diese so offen wie möglich an Freunde, Verwandte und Chefs bzw. Kollegen zu kommunizieren. Nur auf diesem Weg können diese auf die Situation reagieren, Verständnis aufbringen und ggf. eine Lösung für mit der Krankheit verbundene Schwierigkeiten erarbeiten. So können beispielsweise Schlafpausen eingeplant und Handgriffe geübt werden, mit denen die Betroffenen beim Zusammensacken aufgefangen und sicher gelagert werden können. Wie in vielen Situationen ist das miteinander reden einer der Wichtigsten Faktoren.

Europäische Schlafkrankheit / Afrikanische Schlafkrankheit – Unterschiede und Merkmale

Im Gegensatz zur hier beschriebenen Europäischen Schlafkrankheit ist noch die Afrikanische Schlafkrankheit bekannt. Diese beschränkt sich jedoch auf West- und Zentralafrika. Während es sich bei der Europäischen Variante um eine chronische, neurologische Erkrankung handelt, stellt die Afrikanische Form der Schlafkrankheit eine parasitäre, durch die Tsetsefliege übertragene Infektionskrankheit dar, bei der sich die Erreger im Körper verbreiten und schwere Entzündungen auslösen. Unbehandelt verläuft die Afrikanische Erkrankung fast immer tödlich, während die Europäische Schlafkrankheit, abgesehen von der Unfallgefahr während einer Schlafattacke, keine Einschränkung der Lebenserwartung beinhaltet.

* Bildquelle: Sabphoto / fotolia.de

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