Muskelriss – Symptome und Behandlung


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Ein Muskelriss kann nicht nur Profi-Sportler ereilen … *

Es kann das abrupte Ende einer Trainingseinheit oder auch ein unglücklicher Unfall im Alltag sein. Ein scharfer, stechender Schmerz, die Unfähigkeit, den betreffenden Körperteil noch weiter zu belasten und schon hat man sich einen Muskelriss zugezogen. Dieser bezeichnet den Riss bzw. Abriss ganzer Muskelbündel oder sogar ganzer Muskeln und führt zu einer starken Einblutung in das Gewebe sowie das Zurückziehen der abgerissenen Muskelenden in die Richtung der jeweiligen Sehne. Eine Hautdelle an der Stelle des Abrisses bezeichnet die genaue Stelle der Verletzung, ist aber durch das sich schnell bildende Hämatom nach kurzer Zeit nicht mehr zu lokalisieren.

Definition Muskelriss

Man unterscheidet hierbei zwischen Stauchungsabriss, der das Ergebnis eines direkten Auf- bzw. Zusammenpralls bezeichnet und Zerrungsriss, der durch eine schnelle Richtungs- oder Bewegungsänderung sowie die Überforderung des Muskels auftreten kann.

Muskelriss: Erstversorgung und Therapie

Ist der Unfall passiert und es besteht der Verdacht auf eine Muskelverletzung wie den Muskelriss kommt es auf jede Minute an und es ist entscheidend, schnellstmöglich die sogenannte PECH – Regel anzuwenden, um eine Schwellung des Gewebes und ein Ausbreiten eines eventuell entstandenen Blutergusses zu verhindern. Diese besteht in der entsprechenden Reihenfolge aus Pause (sofort mit dem Training aufhören), Eis (Kühlung mit Wasser oder Kältebeutel), Compressionsverband und Hochlagerung.

Im Anschluss sollte sofort eine ärztliche Versorgung und Beurteilung erfolgen. Die darauf folgende Therapie richtet sich nach der Schwere bzw. dem Ausmaß des Muskelrisses. Bei einem Abriss von mehr als 75 Prozent des Muskelquerschnittes wird eine Operation erforderlich. Hierbei wird der Bluterguss entfernt und die abgerissenen Enden des Muskels wieder zusammengenäht. Auch die Regenerationszeit richtet sich nach dem Schweregrad des Muskelrisses und kann bei einem kompletten Muskelabriss schon einmal bis zu 6 Monate in Anspruch nehmen. Um die Genesung nicht zu gefährden, wird eine vollständige Ruhigstellung sowie, bei betroffenen Teilen des Unterkörpers, der Gebrauch von Krücken empfohlen.

Ursachen und Vorbeugung

Ursächlich für einen Muskelriss sind in der Regel ungenügendes Aufwärmtraining sowie Überdehnung oder plötzliche zu starke Belastung wie bei Start – Stop – Übungen. Auch rasche Richtungswechsel oder ein starker Aufprall können Auslöser für die Verletzung sein. Besonders häufig sind die Muskeln an Oberschenkel, Waden, Bauch oder auch Schultern betroffen, da diese oft verkürzt und damit für Muskelverletzungen am anfälligsten sind. Begünstig wird die Gefahr von Muskelrissen außerdem noch durch kalte, nasse Witterung sowie eine evtl. vorangegangene Verletzung.

Die beste Art der Vorbeugung besteht in regelmäßigem Krafttraining, Dehnungsübungen und vor allem in ausgiebigem Aufwärmen. Es sollte außerdem grundsätzlich die benötigte Regenerationszeit eingehalten werden. Sportanfänger sind besonders gefährdet, da sie sich schnell überschätzen und Warnsignale des Körpers leicht überhören können. Hier ist die Kontrolle eines erfahrenen Trainingspartners sinnvoll.

Mögliche Komplikationen nach einem Muskelriss

Eine Operation als Teil der Behandlung wird von Leistungssportlern weitestmöglich vermieden, da sie unter Umständen mit Funktionseinbußen des Muskels rechnen müssen.

Bei einer zu frühen Wiederaufnahme des Trainings kann es zu Nachblutungen sowie erneuten Muskelschädigungen und weiterer Bildung von Narbengewebe kommen. Da dieses weniger elastisch ist wird so die Leistungsfähigkeit des Muskels eingeschränkt. Ein erneuter operativer Eingriff, bei dem das Narbengewebe entfernt wird, kann das Problem beheben.

Kommt es durch Prellungen oder Quetschungen zu inter- und intramuskulären Blutungen und werden diese nicht behandelt, kann es zu einer Verkapselung um die Verletzung, sowie zu langsam verknöchernden Kalkeinlagerungen (Myositis ossificans) kommen. Diese Verknöcherungen müssen ebenfalls durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden.

Ein weiteres Problem kann entstehen, wenn der durch die Muskelverletzung gebildete Bluterguss nicht abklingt oder entfernt wird. Hier kann es durch die Verkapselung rund um das Hämatom zu einer Zystenbildung kommen. Auch diese kann operativ entfernt werden.

Unterschiede zu Muskelzerrung, Muskelfaserriss und Muskelkater

In der Gruppe der Muskelverletzungen ist der Muskelriss die schwerwiegendste Variante. Ursachen, Symptome und Behandlung ähneln denen bei einem Muskelfaserriss oder einer Muskelzerrung, allerdings sind die Schmerzen intensiver und die Regenerationszeit deutlich länger. In jedem Fall sollte schnellstmöglich nach dem Unfall die oben genannte PECH-Regel angewendet und im Anschluss sofort ein Arzt konsultiert werden, da nur er eine zuverlässige Diagnose über die Schwere der Verletzung stellen kann.

Der Muskelkater ist dagegen vergleichsweise harmlos und kann nach jedem intensiveren Training auftreten. Im Vergleich zu den anderen Muskelverletzungen, die einen sofortigen, scharfen Schmerz zur Folge haben, ist der Schmerz milder und stellt sich erst nach einigen Stunden ein.

* Bildquelle: Ben_Kerckx / pixabay.com

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