Feuermale: Hintergrund, Ursachen und Therapie


Feuermal Michail Gorbatschow - apotheken-wissen.de

Einer der bekanntesten Betroffenen: Feuermal auf der Stirn von Michail Gorbatschow *

Sie sind so auffällig wie ungeliebt und dabei in den meisten Fällen harmlos: Feuermale (Naevus flammus). Es handelt sich hierbei um eine gutartige Hautkrankheit, die durch Gefäßfehlbildungen in der Haut entsteht und sich vor allem in Kreuzbeinregion, Gesicht sowie der Nackenpartie zeigt, seltener an Armen und Beinen. Aufgrund der markanten Färbung trägt die bezeichnete Stelle auch den Namen Portweinfleck. Ein Feuermal ist bereits von Geburt an vorhanden, wird allerdings in vielen Fällen erst in den nächsten Wochen sichtbar und bleibt ohne Therapie ein Leben lang erhalten. Im Laufe der ersten Jahre nimmt die auffällige Hautverfärbung noch an Durchmesser zu und auch die Farbgebung verdunkelt sich nach und nach bis in ein tiefes Dunkelrot, betroffen sind ca. 2 von 100 Neugeborenen.

Varianten und Beschaffenheit der Feuermale

Im Gegensatz zum sogenannten Storchenbiss, einem dunkelroten Fleck mit ca. 5 – 10cm Durchmesser, der häufig bei Neugeborenen im Nacken zu finden ist und im Laufe des ersten Lebensjahres meist blasser wird oder auch komplett verschwindet, verschwindet ein Feuermal nicht so einfach. Im Gegenteil: Feuermale werden proportional zum Körperwachstum größer. Die Problematik der Feuermale variiert je nach Beschaffenheit und Lage, besonders belastend erweist sie sich jedoch im Gesicht, da dort nichts über das Vorhandensein einer farblichen Anomalie hinwegtäuschen kann. Genaue Erkenntnisse über die Ursachen liegen bisher nicht vor. Bei Neugeborenen gab es bisher keine Hinweise darauf, dass die Lebensweise der werdenden Mutter etwas mit der Ursache zu tun haben könnte, auch eine genetische Veranlagung wurde nicht erkannt. Bisher scheint es sich schlichtweg um eine Laune der Natur zu handeln, die für die Fehlbildung der Gefäße verantwortlich ist.

Diagnose und Therapiemöglichkeiten

Die Diagnose erfolgt durch eine Begutachtung des Arztes mit dem bloßen Auge, da bereits die Ausdehnung und Form des Feuermales charakteristisch sind. Um ganz sicher zu gehen und dieses von einer Einblutung zu unterscheiden wird er außerdem mit einem durchsichtigen Gegenstand auf die verfärbte Hautstelle drücken, um zu beobachten, ob die Verfärbung unter dem Druck hautfarben erscheint. Tritt hierbei Blut heraus, kann man davon ausgehen, dass es sich um ein Feuermal handelt.

Weitere Tests sind in den Fällen notwendig, wenn das Feuermal an kritischen Stellen wie beispielsweise am Auge, über dem Kreuzbein oder in Längsrichtung an Arm oder Bein verläuft. Hier muss abgeklärt werden, ob und inwiefern die Verfärbung auf eine zusätzliche Fehlbildung hindeutet. Wurde die Diagnose bestätigt und deutet auf ein harmloses Feuermal hin, gibt es drei Möglichkeiten, mit der auffälligen Stelle nun weiter umzugehen.

Die erste ist, einfach nichts zu tun. Hierbei passiert auch nichts, es ist einfach da und wird akzeptiert. Die zweite Variante ist der Einsatz eines Spezialmakeups, um den tiefroten Fleck unkenntlich zu machen. Dies ist vor allem im Gesicht ein probates Mittel, will man sich mit dem Feuermal nicht den Blicken der Öffentlichkeit auszusetzen. Bei der dritten Möglichkeit handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die erweiterten Blutgefäße mithilfe eines Lasers verödet werden. Diese Behandlung erfolgt in mehreren Sitzungen mit einem Abstand von ca. 6 bis 8 Wochen. In diesem Fall ist es möglich, Feuermale entweder komplett zu beseitigen oder zumindest deutlich aufzuhellen. Bei Säuglingen wird dieser Eingriff im Rahmen einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Eine Möglichkeit der Vorbeugung gegen Feuermale besteht nicht.

Feuermale: Besondere Aufmerksamkeit bei Neugeborenen

Speziell nach der Geburt wird keine Mutter mit dem Säugling alleine gelassen, besondere Auffälligkeiten werden im Laufe der sogenannten Neugeborenenscreenings sofort in Augenschein genommen und untersucht. Zusätzlich zu der Versorgung im Krankenhaus steht die Hebamme bei der Nachsorge jederzeit für Fragen zur Verfügung, ihr kann man sich ebenfalls anvertrauen wenn es um die Entscheidung geht, ein Feuermal frühzeitig entfernen zu lassen sowie mit welchen Risiken dieser Eingriff verbunden ist. Auch im Laufe der nachfolgenden Vorsorgeuntersuchungen werden eventuelle Auffälligkeiten oder Verfärbungen sowie deren Entwicklung begutachtet. Selbstverständlich möchte man bereits im Neugeborenenalter spätere Schwierigkeiten verhüten, die beispielsweise durch ein dunkles Feuermal entstehen könnten, jedoch sollte es im Falle einer harmlosen Hautverfärbung gut überlegt sein, inwiefern dieses wirklich entfernt werden sollte, da auch dieser Eingriff Schmerzen und Narbenbildung verursacht, die später evtl. auch nicht schön aussehen.

* Bildquelle: White House Photographic Office, via Wikimedia Commons, gemeinfrei

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