Auffrischung Tetanus Impfung – warum ist sie so wichtig?


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Die Schutzimpfung gegen Tetanus und ihre regelmäßige Auffrischung gehört zu den wirklich wichtigen Impfungen! *

Man kennt es von den ersten Impfungen bei Neugeborenen an: Der Kinderarzt untersucht, setzt zwei Spritzen, trägt diese in den Impfpass ein und damit ist es erledigt. Doch was steckt hinter diesen Impfungen und warum sind sie so lebenswichtig bis ins hohe Erwachsenenalter? Die Impfung gegen Tetanus (auch Wundstarrkrampf genannt) erfolgt nicht grundlos bereits in den ersten Lebensmonaten. Es handelt sich dabei um eine lebensbedrohliche Erkrankung, die aus scheinbar harmlosen kleinen Verletzungen wie z.B. durch einen Holzsplitter im Finger entstehen kann und ihrem Namen alle Ehre macht. Bei ungeimpften Patienten führt die Krankheit in 10 – 20% der Fälle nach wie vor zum Tod. Dies macht vor allem auch die Tetanus Impfung Auffrischung so ungemein wichtig.

Krankheitsbild Tetanus und Symptome

Die Infektion mit Tetanus erfolgt durch Bakterien, die vor allem im Erdreich sowie in Tierkot vorkommen und in die kleinste Wunde gelangen können. Selbst ein eingerissener Splitter kann die Bakterien in die entstandene Wunde gelangen lassen. Erfolgt die Behandlung nebst Impfung schnellstmöglich nach der Verletzung, kann der Ausbruch der Krankheit oft noch verhindert werden. Ist dies nicht mehr möglich, äußert sich die Erkrankung bald in schweren Muskelkrämpfen, die zuerst die Kaumuskulatur (äußert sich im sogenannten Teufelsgrinsen) sowie die Rückenmuskulatur betreffen. Schließlich ist die gesamte Körpermuskulatur betroffen. In besonders schweren Fällen ist auch die Atemmuskulatur betroffen, was zu Erstickungsanfällen, bis hin zum Tod führen kann. Verantwortlich für die Krämpfe sind nicht die Bakterien, sondern eines der beiden Toxine (das sogenannte Tetanospasmin), die durch den Erreger produziert werden. Die Inkubationszeit bei einer Tetanusinfektion beträgt zwischen 3 Tagen und 4 Wochen, wobei schwere Fälle oft eine kürzere Inkubationszeit haben. Zu den ersten Symptomen gehören Unruhe, Zittern, Schwitzen und Kopfschmerzen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Tetanuspatienten

Eine wirklich spezifische bzw. natürliche Behandlungsmethode im Falle einer Infektion mit Tetanusbakterien gibt es nicht. Bei leichteren Symptomen ist es unter Umständen möglich, die mittels optischer bzw. akustischer Reize ausgelösten Krämpfe durch das Abdunkeln des Raumes sowie das Anbringen eines Schallschutzes zu vermeiden. Handelt es sich jedoch um einen schwereren Verlauf ist der Einsatz eines Muskelrelaxans zur Muskelerschlaffung in Verbindung mit künstlicher Beatmung unvermeidbar. Diese Behandlung kann zwischen 4 und 8 Wochen andauern, bis sich der Zustand durch Bildung ausreichender Antikörper stabilisiert. Da auch nach überstandener Erkrankung keine körpereigenen Antikörper gebildet werden, ist auch hier eine erneute vorbeugende Impfung unerlässlich.

Tetanus Impfempfehlung

Mit dem dritten Lebensmonat erhält ein Neugeborenes normalerweise die erste Impfdosis der Grundimmunisierung. Diese besteht in der Regel aus einer Kombination gegen Tetanus, Diphterie, Kinderlähmung, Keuchhusten, Grippeschutz und Hepatitis B, um den Säugling nicht unnötig mit zu vielen einzelnen Injektionen zu belasten. Im Abstand von jeweils 4 Wochen erfolgen zwei weitere Injektionen. Mit der vierten Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Zwischen dem 5. und 6. Lebensjahr wird die erste Tetanus Impfung Auffrischung empfohlen, meist in einer Dreierkombination mit Diphterie und Keuchhusten. Die nächste Auffrischung in derselben Kombination sollte zwischen dem 9. Und 17. Lebensjahr erfolgen. Später ist die Impfung alle zehn Jahre aufzufrischen. Leider wird die Tetanus Auffrischung mit dem Alter immer mehr vernachlässigt, so dass gerade bei älteren Menschen oft kein ausreichender Impfschutz mehr gegeben ist.

Bin ich gegen Tetanus ausreichend geimpft?

Viele wissen nicht genau, wie weit die letzte Tetanus Impfung zurück liegt, oft sind die Impfunterlagen (Impfpass) nicht mehr zur Hand. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten.

Der Betroffene kann sich auf Verdacht nachimpfen lassen, hierbei gilt: besser doppelter Schutz mit der Möglichkeit einer Überimpfung, die jedoch in der Regel kaum Probleme bereitet, als gar kein Schutz. Die Ständige Impfkomission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) rät, die Impfung bei fehlenden Impfdokumenten generell nachzuholen, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.

Als zweite Variante gibt es die Möglichkeit, anhand einer Blutentnahme den Antikörperstatus testen zu lassen. Am besten bespricht man die einzelnen Varianten mit dem Hausarzt, um beim Thema Impfschutz auf der sicheren Seite zu sein.

Wer nicht für ausreichenden Impfschutz sorgt, spielt mit seinem Leben. Generell sollte man nie leichtfertig auf den Schutz einer Tetanus Impfung bzw. Tetanus Impfung Auffrischung verzichten. Auch die Kosten stellen hierbei kein Hindernis dar, da diese für grundsätzlich von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden. Auch werdende Mütter sollten rechtzeitig für einen ausreichenden Impfschutz sorgen, damit sich das heranwachsende Kind im Mutterleib nicht infizieren kann. Es handelt sich um einen kleinen Piekser mit minimalem Aufwand, der einen schweren bis tödlichen Krankheitsverlauf verhindern kann.

* Bildquelle: seedo  / pixelio.de

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