Heuschnupfen-Hilfe


Hilfe bei Heuschnupfen: Vorbeugung und Behandlung - apotheken-wissen.de

Hilfe bei Heuschnupfen: Vorbeugung und Behandlung *

Bereits ab Januar und Februar sind die ersten Pollen unterwegs und damit beginnt der alljährliche Pollenflug-Zyklus, unter dem viele Heuschnupfen-Allergiker jedes Jahr leiden: es jucken die Auge, das Atmen fällt schwerer, es läuft die Nase, die Schleimhäute sind gereizt.

apotheken-wissen.de berichtet in diesem Artikel über mögliche Hilfen bei Heuschnupfen: was sich als Heuschnupfen-Vorbeugung bewährt hat und wie man einer akuten Heuschnupfen-Situation einigermaßen Herr werden kann.

Heuschnupfen-Hintergründe

Ein Heuschnupfen kann sich in sehr unterschiedlichen Formen darstellen. Demzufolge sind sowohl in einer Vorbeugungsphase als auch in einer akuten Phase sehr verschiedenen Therapien und Hilfen gegen den Heuschnupfen möglich und notwendig. Dabei kommen sowohl einfache Tipps und Hausmittel als auch medizinische und pharmazeutische Mittel in Betracht. Aus der Welt der Homöopathie hingegen ist es nicht ganz so einfach, „das Mittel“ gegen einen Heuschnupfen zu definieren. Über die homöopathischen Anwendungsmöglichkeiten bei Heuschnupfen wird apotheken-wissen.de in einem separaten Artikel berichten und stellt in diesem Artikel hier die Möglichkeiten vor, die zum einen auf einfachen Tipps und Hausmittel gegen Heuschnupfen beruhen und zum anderen auf klassisch-medizinischer Hilfe bei Heuschnupfen: Also vom einfachen Hausmittel über spezielle Medikamente bis hin zur sogenannten Desensibilisierung / Hyposensibilisierung.

Hilfe bei Heuschnupfen mit einfachen Tipps und Hausmitteln


Information: Ein in der Vorbeugung und als Vorbereitung sehr einfacher Tipp ist die Information. Für einen Allergiker ist es gut zu wissen, gegen welche Blüten und Pollen er allergisch reagiert. Denn eine Heuschnupfen-Allergie ist meistens nur auf bestimmten Pollen begründet, und es ist gut wissen, ab wann sie auftreten. Der Pollenflugkalender kann als Übersicht über die Pollen-Zeiten helfen und kennt dabei auch die Vor-, Haupt- und Nachblühte-Zeiten.

Häufiges Duschen, Haare waschen: Was sich zunächst vielleicht ein bisschen seltsam anhört, hat dennoch seinen Grund. Die Pollen sammeln sich auf der Haut und in den Haaren und dieser Sammlung tritt man mit häufigem Duschen, Händewaschen und Haare waschen am besten entgegen. Vor allem vor der langen Nachtruhe empfiehlt sich diese Anti-Pollen-Maßnahme als ausgesprochen wichtige Hilfe bei Heuschnupfen.

Richtiges Lüften: Auch diese Maßnahme zielt darauf ab, den in der Luft befindlichen und sich ablagernden Pollenstaub einzugrenzen. Wichtig ist dabei, die Zeiten so zu wählen, dass draußen möglichst wenig Pollenflug herrscht. In der Stadt empfehlen sich dabei die Zeiten von sechs bis acht Uhr morgens, während auf dem Land eher die Abendzeiten von zwanzig bis vierundzwanzig Uhr sinnvoller sind. Die dabei beste Hilfe bei Heuschnupfen ist übrigens ein gut gelüftetes und möglich pollenstaubarmes Schlafzimmer. Wird ein Ventilator bspw. zur Kühlung eingesetzt, wird er die Pollen eher ständig aufwirbeln und verteilen als für Linderung zu sorgen. Hilfreicher hingegen sind Pollen-Schutz-Gitter für Fenster und Außentüren.

Kleidung: Auch auf und in der Kleidung lagert sich viel Pollenstaub ab. Deshalb ist ein regelmäßiger Kleidungswechsel angeraten. Dabei sollte die Kleidung in der Heuschnupfenzeit nicht im Schlafzimmer gewechselt und abgelegt werden, da durch das Umziehen die Pollen in die Luft abgegeben werden. Besser sind das Umziehen und auch die Aufbewahrung der getragenen Kleidung bspw. im Badezimmer.

Nasendusche: Eine Nasendusche mit Salzwasser ist vielleicht nicht sehr angenehm, aber reinigt und beruhigt die empfindlichen Schleimhäute – vor allem die, die neben der Haut und den Augen am intensivsten mit den allergieauslösenden Pollen konfrontiert sind. Ein Teelöffel gewöhnliches Kochsalz wird in einem Viertelliter lauwarmem Wasser aufgelöst und die Lösung in der Nase hochgezogen. Dadurch werden die Pollen aus der Nase gespült, die Nasenschleimhaut desinfiziert und gegen die Wirkung der Pollen gestärkt.

Ätherische Öle: Auch die Anwendung und Inhalation von ätherischen Ölen helfen Haut und Atemwegen, mit einer reinigenden und beruhigenden Wirkung für Entlastung zu sorgen. Zum Beispiel als Badezusatz: 10 Tropfen Eukalyptusöl oder Teebaumöl, dazu 5 Tropfen Pfefferminzöl und 5 Esslöffel Speiseöl. Oder die direkte äußere Anwendung, in dem die ätherischen Öle wie Arzneiminze, asiatischer Tiger Balsam, Pfefferminzöl auf Stirn, Schläfen, Schulter, der Nasenwurzel oder dem Nacken eingerieben werden. Ebenso hilfreich ist das Einreiben der Naseninnenwand mit Eukalyptusöl.

Inhalieren: Sowohl für die oberen Atemwege als auch und besonders für die Bronchien sind Inhalationen sehr wirksam. Beispielsweise kann folgendes Rezept mehrfach täglich angewendet werden: 3 Liter Wasser zum Kochen bringen und mit 4-6 Tropfen Dill- oder Fenchelöl vermischen. Durch Mund und Nase ca. 10 Minuten lang die Dämpfe einatmen.

Kalter Gesichtsguss: Sehr schnell treten bei akuten Heuschnupfenattacken Spannungskopfschmerzen auf. Eine schnelle Linderung versprechen dabei neben den ätherischen Ölen auch ein kalter Gesichtsguss: denn der „Schock“ der Kälte wirkt stoffwechsel- und kreislauffördernd und löst die Spannungen.

Augenschutz, Augendusche und Augenauflage: Die Augen sind bei Heuschnupfen sehr häufig betroffen. Sie jucken, tränen, sind entzündet. Als erste Gegenmaßnahme empfiehlt sich das Tragen einer Brille / Sonnenbrille, denn sie schützt die Augen vor Licht und senkt den direkten Kontakt mit den Pollen. Das oben bei der Nasenspülung beschriebene Vorgehen kann auch für die Augen genutzt werden, in dem man den Kopf seitwärts hält und die Kochsalzlösung über die Augen laufen lässt. Wattepads, die mit einem Tee aus Augentrost (Eupharasia officinalis) oder Kamille getränkt sind, können sehr lindernd auf die Augen gelegt werden.

Bewegung, frische Luft und Sport: Frische Luft ist für Heuschnupfen-Allergiker sehr wichtig, auch wenn sich mancher in seiner Pollenflug-Hochzeit möglichst nur in geschlossenen Räumen mit möglichst geringer Pollenbelastung aufhalten möchte. Nein, das „Durchlüften“ mit Frischluft und Bewegung für den Körper und speziell der Haut, der Augen und der Atemwege ist eine sehr wichtige Hilfe bei Heuschnupfen! Einen Kompromiss wird man dabei so finden: Frische und pollenarme Luft gibt es zum Beispiel in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr am Morgen und auf dem Land eher am Abend zwischen 20 und 24 Uhr. Vor allem aber empfiehlt es sich, die Zeit nach einem Regen zu nutzen: dieser hat die Luft auch von den Pollen weitestgehend befreit und Aktivitäten an der frischen Luft sind hier am geeignetsten – egal zu welcher Uhrzeit. Bei der Pollenflug-Hochzeit empfiehlt es sich hingegen, generell größere sportliche Anstrengungen zu vermeiden.

Verreisen mit dem richtigen Ziel: Kennt der Allergiker sowohl die bei ihm die Allergie auslösenden Pollen und deren Hauptjahreszeiten sollte er schauen, ob vielleicht eine „Flucht“ möglich ist. Kombiniert er dann seine besonders empfindliche Zeit bspw. mit einem Urlaub und dem richtigen Urlaubsziel, kann er seine Allergie oftmals fast aussetzen oder zumindest über einen längeren Zeitraum pausieren und abklingen lassen. Die richtigen Urlaubsziele sind hierbei windige Küsten, denn hier ist die Pollenbelastung deutlich geringer. Zudem ist eine möglichst jodhaltige Seeluft ein ohnehin anerkannter Helfer für angeschlagene Atemwege. Last but not Least: das Auto sollte – und nicht nur für längere Reisen – mit einem Pollenfilter ausgestattet sein.

Die medizinischen Hilfen bei Heuschnupfen

Desensibilisierung / Hyposensibilisierung: Sie kommt für diejenigen in Frage, die möglichst ganz ohne Hausmittel oder Medikamente durch die Heuschnupfenzeit zu kommen. Seit vielen Jahren und mit gutem und oftmals anhaltendem Erfolg wird durch den Arzt die Desensibilisierung / Hyposensibilisierung durchgeführt. Diese erfolgversprechende, vorbeugende Therapie muss jedoch regelmäßig und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. Im Herbst / Winter, also nach der Heuschnupfen- und Pollen-Saison und deutlich vor der nächsten Saison, werden dem Betroffenen, nach einer intensiven Untersuchung und Diagnose des auslösenden Allergens, regelmäßig kleinste Mengen der Allergie auslösenden Stoffe gespritzt. Auf diese Weise wird der Organismus an diese Stoffe gewöhnt und baut seine körpereigenen Abwehrkräfte dagegen auf und/oder verstärkt sie.

Augentropfen und Nasentropfen: Bei leichteren bis mittleren Heuschnupfenbeschwerden helfen bereits Augen- und Nasentropfen, das Jucken der Augen und den Angriff auf dei Schleimhäute der oberen Atemwege nachhaltig zu lindern.

Antihistaminika: Bei schweren Auswirkungen des Heuschnupfens können Antihistaminika eingesetzt werden. Bei den Antihistaminika handelt es sich um medizinische Wirkstoffe, welche die Effekte der körpereigenen Substanz Histamin aufheben. Histamin ist ein Naturstoff und spielt als Botenstoff eine Rolle bei der Abwehr körperfremder Stoffe. Ein Antistaminikum beeinflusst diesen Botenstoff und wirkt somit antiallergisch, entzündungshemmend und juckreizstillend. Antihistaminika lösten als unerwünschte Wirkung oftmals Müdigkeit aus, dieser negative Nebeneffekt ist aber bei den heutigen Präparaten weitestgehend verschwunden. Ein Antihistaminikum kann sowohl vorbeugend – sofern der Betroffene „seine“ Heuschnupfen-Saison kennt – als auch bei akuten Heuschnupfen-Auswirkungen eingesetzt werden.

Kortison: Kortison ist ein Sammelbegriff für Hormone, die in der Nebennierenrinde produziert werden. Es unterbindet Entzündungen und die Schleimproduktion, auch lindert sie den Reiz, der sich durch die Pollen auf die Atemwege und Schleimhäute auswirkt, sodass die typischen Heuschnupfensymptome deutlich gelindert werden. In besonders schweren Fällen kann Kortison auch bei Heuschnupfen nicht nur eine wichtige und erfolgreiche Heuschnupfen-Hilfe sein, sondern hat in den Kortison-Präparaten der jüngeren Generationen weitestgehend auch seine altbekannten Nebenwirkungen und damit seinen bisher oftmals schlechten Ruf verloren.

Buchtipps zum Thema Heuschnupfen

 

* Bildquelle: Susanne Schmich / pixelio.de

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