Gesundheitsrisiko Schimmel


Gesundheitsrisiko Schimmel in den eigenen vier Wänden - apotheken-wissen.de

Gesundheitsrisiko Schimmel: soweit darf es erst gar nicht kommen *

Ein Schimmelbefall in den eigenen vier Wänden ist nicht nur hässlich und schädigt das betroffene Material – gegebenfalls bis zu seiner völligen Zerstörung. Und: bereits in vielen Stadien vor einem offensichtlichen Schimmelbefalls kann Schimmel sehr ernsthafte gesundheitliche Risiken und Folgen haben. Ist der Schimmelbefall bereits weit fortgeschritten, kann eine Behebung sehr aufwändig und teuer sein. Dieser Ratgeber informiert über das Gesundheitsrisiko Schimmel: Was ist Schimmel, wie ensteht er, welche gesundheitlichen Folgen kann er haben und welche Maßnahmen sind vorbeugend und zur Entfernung die richtigen?

Über Schimmel, Schimmelpilze und Schimmelpilzsporen

Eigentlich hat sich die Natur für den Schimmel eine sehr sinnvolle Aufgabe ausgedacht: er dient dazu, organisches Material zu zersetzen. Und auch andere, sehr nützliche Eigenschaften des Schimmels kennen wir: zum Beispiel den Edelschimmel am Camembert oder der Salami, als vegetarischen Fleischersatz, als Veredelungsmöglichkeit beim Weinbau oder bei der Herstellung von Antibiotika. Schimmelpilze zeichnen sich durch Pilzfäden und winzige, mikroskopisch kleine Sporen aus, über die sich der Schimmelpilz verbreitet. Diese Sporen befinden sich zum Beispiel in der Luft und können jahrelang überleben. In zu feuchter oder in einer dauerhaft feuchten Umgebung lassen sie sich nieder und beginnen zu wachsen.

Gesundheitsrisiko Schimmel: mögliche Folgen


Das direkte Risiko durch einen Schimmelbefall in den eigenen vier Wänden entsteht in erster Linie nicht aus dem direkten Kontakt der Haut mit dem Schimmelpilz selbst, sondern es ist eine unsichtbare Gefahr. Die winzigen Schimmelsporen und andere Stoffe, die der Schimmelpilz durch seinen Stoffwechsel produziert, befinden sich in der Luft und werden eingeatmet. Dies oftmals stetig und über einen langen Zeitraum – bspw. wenn sich der Schimmelbefall nicht offen zeigt, sondern sich unter dem Bodenbelag, hinter Fußleisten, Bildern oder Möbeln versteckt. Die Folgen betreffen somit in erster Linie die Atemwege, die zunächst mit Beschwerden, Schmerzen oder allergischen oder reizenden Reaktionen antworten: laufende Nase, Augenreizungen, Niesen. Es besteht ein erhöhtes Risiko für neu aufkommende Atemwegserkrankungen und Atemwegsinfektionen. Bestehende Krankheiten wie zum Beispiel Asthma oder ein chronisch geschwächtes Immunsystem können durch Schimmel deutlich verstärkt werden. Darüber hinaus gibt es auch Schimmelarten, deren Bestandteile, Stoffwechselprodukte und Sporen weit schlimmere Reaktionen auch jenseits der Atemwege hervorrufen können. Die „Belastungsgrenze“ durch Schimmel ist sehr individuell, nicht zuletzt durch die vielen verschiedenen Schimmelpilzarten – einen anerkannten „Grenzwert“ gibt es aus diesem Grunde bis heute nicht.

Wie Schimmel entstehen kann

Wo immer organische Materialien vorhanden sind, gibt es Schimmelpilzsporen. Also auch in den eigenen vier Wänden. Damit sie sich als Schimmelpilze festsetzen und vermehren können, bedarf es aber Feuchtigkeit. Dies bedeutet: haben Innenräume aus verschieden möglichen Gründen ein hohes Maß an Feuchtigkeit, fühlt sich der Schimmelpilz hier wohl, lässt sich nieder und vermehrt sich. Gründe für ein solch erhöhtes Maß an Innenraumfeuchtigkeit können sein:

  • Neubauten oder vor allem Altbauten nach Bau- oder Renovierungsmaßnahmen sind nicht ausreichend getrocknet
  • direktes Eindringen von Feuchtigkeit (bspw. durch ein defektes Dach, eine verstopfte Dachrinne,  Risse im Mauerwerk, durch Feuchtigkeit, die durch die Wände aufsteigt etc.)
  • als Folge von Wasserschäden wie Rohrbrüchen. Tückisch hier: zur Durchfeuchtung von Wänden oder Böden reichen bereits sehr kleine Lecks, deren Ursprung und Folgen sehr lange unentdeckt bleiben können.
  • durch zu wenig Lüftung, das heißt die Raumluftfeuchte kann nicht entweichen
  • durch Kondensationseffekte im Bereich von Wärmebrücken, durch unzureichende Wärmedämmung oder durch falsches Heizen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen das Gesundheitsrisiko Schimmel

Die oben genannten Gründe ergeben dann auch die vorbeugenden Maßnahmen. Wenn wir einmal nicht von Bau- oder Renovierungsfehlern oder von einem offensichtlichem Schadensfall wie einem  Wasserrohrbruch ausgehen gibt es vier sehr wichtige und hilfreiche Maßnahmen, um ein Gesundheitsrisiko durch Schimmel zu minimieren:

1. Ausreichende Trocknung

Nach größeren Maßnahmen bei Bau, Renovierung und/oder Reparatur für eine ausreichende Trocknung sorgen, bevor Bodenbeläge verlegt, Wandbeläge angebracht und Möbel aufgestellt werden.

2. Regelmäßige Kontrollen

Auch ohne einen sichtbaren Verdacht auf Schimmelbildung: hin und wieder ist eine kleine Inspektion sinnvoll. Beispielsweise hinter großen Möbeln / Schränken, die direkt vor einer Wand oder gar Außenwand stehen oder hinter den Fußleisten. Woran erkenne ich ein Gesundheitsrisiko Schimmel? Er bildet beim Wachstum farbige (meist braune, grünliche oder schwarze) Flecken an Wänden, Decken, Böden, Möbeln und Textilien. Ein erster Hinweis auf Schimmel an nicht immer sichbaren Stellen kann auch ein modriger, muffiger Geruch sein.

3. Lüften, lüften, lüften: Richtiges Lüften und Heizen

Lüften und Heizen sind die wichtigsten Maßnahmen gegen ein Gesundheitsrisiko durch Schimmel in Innenräumen. Die Feuchtigkeit, die in Küche, Badezimmer, Waschküche und letztendlich durch den Menschen selbst auch in jedem anderen Raum abgegeben wird, muss entweichen können – gemeinsam mit den Sporen, die sich in der Luft befinden. Die wichtigsten Tipps hierbei:

  • Fenster auf und Stoßlüften: Drei bis viermal am Tag die Fenster komplett öffnen. Am besten dafür sorgen, dass ein kleiner Durchzug entsteht und es zu einem guten Luftaustausch innen / außen kommen kann. Ein Dauerlüften mit „Fenster auf Kippe“ kann einen solchen Austausch trotz des längeren Zeitraums nicht erreichen.
  • Schnell lüften: nach Kochen, Backen, Duschen, Baden und Waschen befindet sich sehr viel Feuchtigkeit in der Luft, die möglichst schnell durch ein Stoßlüften entweichen können sollte.
  • Richtiges Heizen: Die Temperatur an der Oberfläche von Bauteilen wie Wänden, Böden, Decken sollte nicht mehr als vier Grad Celsius unter der Raumtemperatur liegen. Insofern gilt hier: Für eine ausreichende Temperatur sorgen, aber nicht überheizen. Denn kühlere Raumluft nimmt weniger Wasser auf als wärmere. Demzufolge gilt auch: Unbenutzte Räume eher kühl lassen und die Türen von ungenutzten Räumen schließen. Die Heiztemperatur nachts oder bei längeren Abwesenheiten drosseln.

4. Wärmedämmmaßnahmen

Maßnahmen zur Wärmedämmung / verbesserten Isolierung können das Problem von Wärmebrücken mit kalten Wandtemperaturen reduzieren. An Stellen mit Wärmebrücken kondensiert besonders viel Feuchtigkeit aus der Luft auf/an der kalten Seite der Wärmebrücke. Wenn bei einer energetischen Sanierung zum Beispiel dicht schließende Fenster eingebaut werden, muss hier besonders viel gelüftet werden, um die Feuchte im Raum und damit die Schimmelgefahr zu reduzieren.

Im Falle eines Falles …

Bei größeren Ereignissen wie Wasserrohrbrüchen oder Überschwemmungen sollten alle betroffenen Materialien schnellstmöglich enrfernt oder ausreichend getrocknet werden, damit ein Schimmelwachstum verhindert wird.

Wird ein Schimmelpilz entdeckt ist es vor seiner Beseitigung wichtig, seine Ursache festzustellen. Ohne eine Behebung der Ursache macht eine Schimmelentfernung und Sanierung wenig Sinn, denn natürlich wird er sich wieder zeigen. Nach der Ursachenbehebung sollten alle Materialien, auf den sich Schimmelpilz befindet, gereinigt und/oder entsorgt werden. Ein nur oberflächlicher Befall mit einem Schimmelpilz kann kann gereinigt oder mit Alkohl abgerieben werden. Vorsicht bei einem Einsatz von chemischen Anti-Schimmel-Mitteln, denn sie sind zwar für eine oberflächliche Entfernung sinnvoll und zielführend, enthalten aber oftmals nicht ungefährliche Chlorverbindungen. Ebenso Vorsicht: ob der Befall letztendlich wirklich nur oberflächlich ist oder nicht, mag der Laie nicht unbedingt exakt erkennen. Somit wird oftmals nur eine oberflächliche Entfernung und Reinigung vorgenommen, auch um Kosten zu sparen und/oder nur die Optik wieder zu verbessern. Beide Motive sind jedoch nicht geeignet, einem schleichenden Gesundheitsrisiko Schimmel nachhaltig entgegen zu wirken und den Schimmel dauerhaft von bereits betroffenen Stellen zu entfernen – inklusive der Forschung nach seiner Ursache. Denn: Sitzt der Schimmel nicht nur an der Oberfläche, müssen alle betroffenen Materialien und Schichten abgetragen werden (Entsorgung gut verpackt über den Hausmüll). Im Zweifel und mit Blick auf die Gesundheit lohnt auf jeden Fall, zunächst einen Fachmann zu befragen. Dies empfiehlt sich auf jeden Fall und immer für Allergiker, Betroffene von häufigen Atemwegserkrankungen oder chronischen Erkankungen der Atemwege oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

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* Bildquelle: Thorben Wengert  / pixelio.de

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