Fencheltee: Wirkung des bekannten Hausmittels


Fencheltee: Wirkung und Einsatzmöglichkeiten eines bewährten Hausmittels

Fencheltee: Wirkung und Einsatzmöglichkeiten eines bewährten Hausmittels *

Fencheltee kann bei zahlreichen Beschwerden hilfreich sein. Am bekanntesten ist die Wirkung des Fencheltees bei Bauchschmerzen oder Blähungen, speziell für Babys oder Kleinkinder wirkt der Fencheltee bei „Bauchweh“ beruhigend. Aber auch bei Erkältung, Husten und Kopfschmerzen bzw. Migräne kann Fencheltee helfen. Häufig ist der intensive, etwas bittere Fenchelgeschmack nicht jedermanns Sache, mit (Fenchel-)Honig gesüßt schmeckt er dann besser, sodass auch Kinder ihn mögen.

Grundlagen zum Thema Fencheltee und der Fencheltee-Wirkung

In der Phytotherapie, also der Pflanzenheilkunde, ist der Fenchel (lat. Foeniculum vulgare) als schleimlösend, auswurffördernd, verdauungsfördernd blähungslindernd, krampflindernd und entzündungshemmend bekannt. Fencheltee beruhigt die Nerven, lindert Bauchschmerzen aller Art, hilft bei Verdauungsproblemen und Unterleibsbeschwerden, löst den Schleim bei Erkältungen und Husten und hilft bei Schlafstörungen. Bei stillenden Müttern wird die Milchproduktion angeregt. Für medizinische Behandlungen kann die ganze Pflanze zum Einsatz kommen, vor allem die Fenchelsamen und Fenchelfrüchte enthalten ätherische Öle, Kieselsäure, Mineralsalze und die Vitamine A, B und C.

Zubereitung eines Fencheltees

Wird ein Fencheltee frisch zubereitet, wird ein Teelöffel gequetschter Fenchelsamen mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergossen. Diesen lässt man dann 5 Minuten ziehen, seiht ihn dann ab und trinkt ihn warm. Zwei Tassen täglich ergeben die empfohlene Tagesdosis von 7 g Heilkraut – gestreckt eignet sich der Fencheltee aber auch durchaus als Alltagsgetränk. Zur weiteren Unterstützung der entschleimenden Fencheltee-Wirkung bei Erkältungen kann und sollte man den Fencheltee mit Fenchelhonig süßen. Allergische Reaktionen können vorkommen, weitere Gegenanzeigen sind nicht bekannt. Bereits Hildegard von Bingen (1098-1179) empfahl  Fencheltee aus gekochtem Samen, um die Verdauung anzuregen, und setzte den entsprechend sehr bekömmlichen Fenchel darüber hinaus nicht nur als Tee, sondern auch zum Kochen, für Soßen, Obst- und Gemüsesäfte ein.

Fertige Fencheltees müssen zuckerfrei sein und auch Malz, Traubenzucker oder Eiweißextrakte sollten nicht enthalten sein.

Bitterstoffe: das Geheimnis der Fencheltee-Wirkung

Vor allem die Bitterstoffe des Fenchels sind von besonderer Wirkung. Erstaunlich, und trotz des „Bitteren“, ist der Fencheltee dennoch ein Getränk, dass auch von Kindern und Jugendlichen getrunken wird. Eine im Zweifel süße Zugabe wie Honig, am besten dann sogar Fenchelhonig, tut gegebenenfalls ein Übriges in Sachen Bitterstoffe und Geschmack. Was aber sind die besonderen Wirkungen dieser Bitterstoffe? Sie regen in erster Linie die Produktion der Sekrete in Magen und Galle an, so dass eine Appetitanregung erfolgt und die Verdauung unterstützt wird.  Trotz der Appetitanregung wird die Lust auf Süßes durch die Bitterstoffe blockiert. Darüber hinaus bekämpfen die Bitterstoffe Keime, lindern Entzündungen und wirken teilweise fiebersenkend. Neben Fenchel enthalten auch verschiedene Gewürzkräuter (Basilikum, Bohnenkraut, Rosmarin, Thymian), Kalmus, Kurkuma, Engelwurz, Liebstöckel, Galgant, Anis, Kümmel, Dill und Koriander einen besonders hohen Anteil an diesen aromatischen Bitterstoffen (lat. Arama aromatica).

Fencheltee: Wirkung und Einsatz

Verdauung: Fencheltee hilft bei Verdauungsschwierigkeiten, Blähungen, Magenschmerzen und -koliken. Bei Kleinkindern, die im Zuge der Ernährungsumstellung an Bauchweh und Übelkeit zu leiden haben, hat sich der Fencheltee besonders bewährt – er lindert Beschwerden und kann diesen auch vorbeugen. Häufig schmeckt den Kleinen der Fencheltee mit etwas Honig besser, da der Fenchelgeschmack recht intensiv ist und nicht immer gefällt. Für die gesunde Wirkung des Fencheltees sorgen ätherische Öle, hauptsächlich Anethol und Fenchon –  sie regen die Verdauung an und wirken krampflösend.

Menstruationsbeschwerden: Einen Teeaufguss aus je einem Drittel Teelöffel Fenchelfrüchte, Frauenmantelkraut und Pfefferminzkraut und einem Viertel Liter kochendem Wasser lässt man 10 Minuten ziehen und seiht ihn dann ab. Daraus ergeben sich drei Tassen dieses Aufgusses und damit eine Tagesration, denn während der Menstruation soll dreimal täglich vor jeder Mahlzeit eine Tasse getrunken werden.

Babys und Kinder: Erstaunlicherweise ist der Fencheltee bei Babys und Kindern sehr beliebt, trotz seiner Bitterstoffe oder diese umgangen durch etwas Süße aus dem Fenchelhonig. Man geht davon aus, dass Kinder sehr intuitiv die positive Fencheltee-Wirkung bei Bauchkrämpfen, Blähungen, Erkältungen und Husten erleben und den Fencheltee damit sehr positiv besetzen. Somit eignet sich der Fencheltee auch bei Babys und Kindern als durstlöschendes und sehr gut flüssigkeitsversorgendes Alltagsgetränk, das zudem reich an Mineralien und Vitaminen ist. Säuglinge sollten Fencheltee erst ab dem 6. Monat trinken und dabei jeweils 30-50ml vor den Stillmahlzeiten. Da die beruhigende Fencheltee-Wirkung eine gute Einschlaf- und Durchschlafhilfe ist, eignet sich Fencheltee sehr gut als Gute-Nacht-Getränk, zumal Babys und Kinder ein solches Ritual sehr gerne haben. Bei Babys mit Dreimonatskoliken sollte beim Kinderarzt oder der Hebamme nachgefragt werden, ob nicht auch bei diesen Schreikindern etwas Fencheltee früher zum Einsatz kommen darf.

Stillende Mütter: Auch stillende Mütter können Babys und auch Säuglingen mit der Fencheltee-Wirkung indirekt unterstützen – somit auch und vor allem Säuglinge vor dem 6. Lebensmonat und dies unterstütz vor allem Babys mit den sogenannten Dreimonatskoliken. Ein täglicher Fencheltee oder in diesem Falle noch besser ein kombinierter Fenchel-Anis-Kümmel-Tee transportiert seine Wirkstoffe über die Muttermilch in den kindlichen Organismus.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Auch die Traditionelle Chinesische Medizin kennt natürlich die Wirkung des Fencheltees bzw. des Fenchelsamens. Fenchelsamen werden in der TCM als warm und scharf beschrieben. Sie unterstützen Leber, Niere, Magen und Milz, vor allem der Lebermeridian wird gewärmt. Fencheltee und Fenchelsamen ist auch hier mit seiner Linderung von Unterleibsschmerzen bekannt. Im Darm entsteht in der Sichtweise der TCM ein Gleichgewicht, weil das Qi (die Lebensenergie) sich bewegt und vor allem in diesem Bereich sehr gut wirken kann: gegen Verdauungsprobleme, Magenschmerzen und Appetitverlust.

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* Bildquelle: © Andre Bonn / Fotolia.com

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