Brennnesseltee – der Kick für die Gesundheit vom Wegesrand


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Die Brennnessel kann viel mehr als nur ein unangenehmes Unkraut zu sein. Zum Beispiel als Brennnesseltee. *

Man kennt es bereits aus Kindertagen. Wer das erste Mal vom Fahrrad in die Brennnesseln fällt, schreibt diesen Gewächsen nichts Gutes zu. Und auch im Erwachsenenalter sehen die meisten nur das Unkraut und nicht die schmackhaften und gesunden Möglichkeiten dahinter. Dass die Brennnessel aber so viel mehr kann mögen einige ahnen, dennoch trauen sie sich aber oft nicht so recht an die Umsetzung. Zu sehr ist immer noch der Ruf als Unkraut verwurzelt. Aber: So unangenehm die Wirkung auf der Haut ist, wenn sie mit den feinen Härchen der Brennnessel in Berührung kommt, so wirkungsvoll sind die Eigenschaften in Bezug auf die Gesundheit. Vielleicht geht man mit offeneren Augen vorbei, wenn man weiß, dass es sich hierbei nicht nur um unnütz wucherndes Unkraut, sondern um eine wirkungsvolle Heilpflanze handelt.

Eigenschaften und Wirkung

Angewendet wird der Brennnesseltee beispielsweise bei verschiedenen Hautproblemen wie Akne oder Hautreizungen. Hierbei treten vor allem seine durchblutungsfördernden Stoffe in Kraft. Auch bei Harnwegserkrankungen, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Gicht oder auch Prostatabeschwerden wird der Brennnesseltee angewendet. Des Weiteren wirkt er schleimlösend und stellt einen wertvollen Vitamin C- sowie Eisenlieferanten dar. Damit trägt der Genuss des Brennnesseltees wesentlich sowohl zur Blutbildung als auch zur Stärkung des Immunsystems bei. Durch seine harntreibende Wirkung empfiehlt er sich besonders zum Durchspülen der Harnwege, hierzu sollte der Patient mehrere Tassen des heißen Teegetränks täglich zu sich nehmen. Viele nutzen diese Wirkung zusätzlich zur Entschlackung und zur Anregung des Stoffwechsels: eine Kombination, die vielfach auch als Ergänzung zur Gewichtsabnahme genutzt wird. Auch zur Behandlung von Rheumabeschwerden werden die Inhaltsstoffe der Brennnessel genutzt. Und darüber hinaus: in vielen Kulturen wird der Brennnessel gar bis heute eine spirituelle Wirkung zugesprochen.

Brennnesseltee kaufen oder selber machen?

Da die Brennnessel nahezu auf der ganzen Welt zu finden ist, sind die Bestände reichlich vorhanden. Bereits Hildegard von Bingen schwor auf die heilende Wirksamkeit der bis zu 150cm hoch wachsenden Pflanzen mit den kleinen, unscheinbaren Blüten. Brennnesseltee gibt es fertig als Beuteltee oder lose in Apotheken, Reformhäusern oder Drogeriemärkten zu kaufen.

Man kann ihn allerdings auch selber machen. Wichtigstes Gebot hierbei ist, dass die Blätter fernab von Straßen oder Spazierwegen gepflückt werden, um einen unbedenklichen Verzehr zu gewährleisten. Es werden nur die jungen, hellgrünen Blätter gepflückt und verarbeitet. Diese werden gewaschen und im Anschluss erst aufgekocht und anschließend noch weitere 5 Minuten auf kleiner Stufe geköchelt. Final wird der fertige Tee ohne Blätter in eine Tasse gegossen und warm getrunken. Da der Tee in dieser Form kaum Eigengeschmack hat empfiehlt es sich, hierbei leicht nachzusüßen.

Nebenwirkungen und Beachtenswertes

Aufgrund seiner stark harntreibenden sowie anregenden Wirkung ist der Genuss von Brennnesseltee für einige Personengruppen eher nicht zu empfehlen. So sollten beispielsweise schwangere Frauen besser darauf verzichten, da sie in dieser Zeit besonders viel Ruhe brauchen und sich sowohl die eventuell auftretende Schlafstörungen als auch die entschlackende Wirkung eher negativ als hilfreich auswirken können. Auch die Gefahr von Depressionen ist hierbei besonders gegeben. Patienten mit eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion sollten statt auf Brennnesseltees ebenfalls lieber auf andere Teevarianten zurückgreifen. Brennnesseltee bietet eine positive Möglichkeit, über den Tag verteilt mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen – besonders für diejenigen, die den herben Geschmack der Brennnessel bevorzugen. Jedoch müssen dann auch vermehrte Gänge zur Toilette in Kauf genommen werden, die sich mit der Zeit als lästig erweisen können. In seltenen Fällen kann es außerdem zu Nebenwirkungen wie Sodbrennen, Durchfall, Blähungen oder auch allergischen Reaktionen wie Hautreizungen kommen.

Wie hilfreich ist Brennnesseltee für die Gewichtsabnahme?

Brennnesseltee ist in erster Linie sinnvoll, wenn es um das Ausschwemmen von Giftstoffen aus dem Körper, das sogenannte Entschlacken geht. Hierzu sollte der Betreffende über den Tag verteilt mindestens vier bis sechs Tassen Tee zu sich nehmen. Wichtig ist jedoch, dass hierbei noch nicht der Abnahmeprozess beginnt, da der Körper bei dieser Prozedur vor allem an Flüssigkeit verliert, die dringend in Form von Wasser (ca. 3 Liter am Tag) wieder aufgenommen werden muss, um Gesundheitsschäden zu vermeiden. Der eigentliche Effekt der Gewichtsabnahme erfordert zusätzlich eine gesunde und ausgewogene Ernährung, idealerweise in Kombination mit Sport und Bewegung, um langfristig ein positives und gesundes Abnahmeergebnis zu erzielen. Sich lediglich auf den Verlust von Wassereinlagerungen und die damit verbundene Gewichtsabnahme zu konzentrieren bringt nicht nur gesundheitliche Probleme, sondern meist auch noch einen ordentlichen Jojo–Effekt mit sich.

* Bildquelle: zzzArt – pixabay.com

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