Tattoo-Entfernung: Wissenswertes, Möglichkeiten und Risiken


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Im Falle eines Falles: Optionen und Risiken einer Tattoo-Entfernung *

Die Tendenz ist weiterhin steigend und bereits jetzt tragen mehr als acht Millionen Deutsche Tattoos. Die 25- bis 34-Jährigen stellen mit über 20 Prozent die führende Altersgruppe: klar, denn letztendlich ist das Tattoo erst vor wenigen Jahren salonfähig und zur trendigen Mode geworden … Es hat sich dabei sehr schnell und sehr flächendeckend (im wahrsten Sinne des Wortes) aus seiner vielleicht vorherigen „Schmuddelecke“ verabschiedet und etabliert. Viele wirkliche Kunstwerke entstehen auf der Haut im natürlich und vornehmlich sichtbaren Bereich – nichtsdestotrotz stellt sich aber wie oft bei Mode und Trends die Frage nach der Nachhaltigkeit und nach einer irgendwann eventuell dann doch gewünschten oder gar notwendigen Tattoo-Entfernung.

Was tun, wenn doch: Tattoo-Entfernung

Manchen Oberarm, Rücken oder Unterschenkel ziert jedoch ein Tattoo, das dem Träger vielleicht längst nicht mehr gefällt. Das misslungene Schmetterlings-Tattoo, den Namen des Verflossenen oder den Rechtschreibfehler im Lebensmotto wollen Betroffene oft gerne wieder loswerden. Und vielleicht liebt dann doch nicht jeder sein Tattoo auch ein ganzes Leben lang. Wer eine Tattoo-Entfernung ins Auge fasst, sollte sich vorher genau informieren. Neue Technologien machen zwar es leichter, die Körperkunst wieder verschwinden zu lassen, dennoch bleiben Risiken. Was Tattoo-Träger über Möglichkeiten aber auch Risiken der Tattoo-Entfernung wissen müssen, findet sich hier nachfolgend.

Methoden einer Tattoo-Entfernung

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Tätowierung zu entfernen. Eine der Möglichkeiten der Tattoo-Entfernung ist beispielsweise das sogenannte Enttätowieren. Bei dieser Methode sticht der Arzt mit der Tätowiernadel eine spezielle Creme in die betroffene Stelle. Diese „spült“ die Tattoofarbe aus. Dabei entsteht eine dunkle Kruste. Sobald der Schorf abfällt, ist das Tattoo ein Stück weit verschwunden. Bei dieser Methode sind mehrere Sitzungen nötig.

Eine weitere, sehr oft eingesetzte Methode ist der Laser. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die sich je nach Beschaffenheit des Tattoos unterschiedlich gut eignen. Bei einer Behandlung mit einem Nanosekundenlaser zum Beispiel, schießt der Arzt aus kurzer Entfernung Laserimpulse auf das Tattoo. Der Laserimpuls ist ein nahezu unsichtbarer Lichtblitz. Da er dennoch sehr intensiv ist, müssen sowohl der Arzt als auch der Patient eine Schutzbrille tragen. Das Laserlicht dringt zwei bis drei Millimeter in die Haut ein. Durch die aufgenommene Energie zerplatzen die Farbpigmente. Die einzelnen Bruchstücke transportiert der Körper über Lymphe oder Blutbahn ab. Das braucht Zeit, deshalb sollte der Abstand zwischen den einzelnen Sitzungen vier bis sechs Wochen betragen. Insgesamt können je nach Größe und Farbe des Tattoos bis zu 15 Laser-Behandlungen bis zur vollständigen Tattoo-Entfernung nötig sein. Mit jeder Sitzung verblasst das Tattoo mehr.

Auch eine operative Entfernung des Tattoos oder die sogenannte Dermabrasion sind Möglichkeiten der Tattoo-Entfernung. Bei einer Dermabrasion schleift oder fräst der Arzt die oberste Schutzschicht der Haut, die Epidermis, ab.

Risiken und mögliche Folgen einer Tattoo-Entfernung

Eines vorweg und nahezu egal, für welche der oben genannten Methoden der Tattoo-Entfernung sich sich der Tattoo-Träger entscheidet: ähnlich wie mit dem Tattoo-Trend und der neuen und hoffähig gewordenen Körperschmuck-Mode allerorts Tattoo-Stdios und Tattoo-Künstler aus dem Boden schossen, ist gerade auch bereits der Trend der Dienstleistung der Tattoo-Entfernung vielerorts auf dem Vormarsch. Unser Rat jedoch: Alle Behandlungen einer Tattoo-Entfernung sollte in jedem Fall ein ausgebildeter Hautarzt übernehmen.

Seit 2009 verbietet eine Tätowiermittelverordnung die Verwendung von Farbstoffen, an deren gesundheitlicher Unbedenklichkeit Zweifel bestehen. Dazu gehören etwa Azo-Farbstoffe, die auch in Autolack vorkommen. Doch bei vielen älteren Tattoos oder solchen, die im Ausland angefertigt wurden, finden sich teilweise noch giftige Farben. Bei Laser-Behandlungen wichtig zu wissen: Bisher gibt es keine Langzeitstudien, die erforschen, ob der Laser durch das Zersprengen krebserzeugende Giftstoffe, wie etwa aromatische Amine, freisetzt oder sich ein Teil der gespaltenen Farbpigmente in Leber, Milz und Lymphknoten ablagert.

Generell gilt: Selbst bei optimaler Technik ist es nur in den seltensten Ausnahmefällen möglich, ein Tattoo spurlos verschwinden zu lassen. In der Regel bleibt selbst bei besten Bedingungen eine Veränderung der Oberflächenstruktur und der natürlichen Hautfarbe in dem betroffenen Areal zurück. Wie vollständig der Arzt ein Tattoo entfernen kann, hängt von mehreren Faktoren ab: Zum Beispiel von der Größe und Menge der Farbe, der Stelle am Körper sowie der Art der verwendeten Pigmente. Am besten lassen sich schwarze, blaue und rote Farbpigmente entfernen. An ihre Grenzen stoßen selbst modernste Laser bei violetten und gelben Farben.

Und: Selbst nach einer vollständigen Farbentfernung kann die Tätowierung manchmal als helles Nachbild (eine sogenannte Hypopigmentierung) vorübergehend weiterhin sichtbar bleiben. Der Grund: Neben dem Farbpigment des Tattoos ist es möglich, dass ungewollt auch das braune Farbpigment der Haut entfernt wird.

Nach dem Lasern können außerdem auf der Haut auch Narben sichtbar werden. Diese sind jedoch meistens bereits beim Stechen des Tattoos entstanden und kommen nun zum Vorschein. Das Lasern selbst verursacht nur in den seltensten Fällen bleibende Hautschäden. Alternative Methoden wie etwa die Dermabrasion tragen hingegen ein großes Risiko zur Narbenbildung.

Deshalb abschließend auch noch einmal der Hinweis: Wichtig ist, dass eine ärztliche Fachkraft die Tattoo-Entfernung vornimmt und im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt die Risiken der Behandlung sowie die Erfolgsaussichten der Tattoo-Entfernung besprochen werden.

* Bildquelle: fzofklenz / pixabay.com
Textauszüge: ERGO Versicherung – www.ergo.de, Weitere Verbraucherthemen – www.ergo.com/verbraucher

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