Asperger-Syndrom bei Erwachsenen – Krankheitsbild, Diagnose und Therapie


Asperger-Syndrom bei Erwachsenen - apotheken-wissen.de

Was tun, wenn ein soziales Miteinander nicht möglich ist? *

Was ist Autismus? Es handelt sich hierbei um ein Sammelspektrum an verschiedenen Entwicklungsstörungen, die sich vor allem bei Kindern in den ersten fünf Lebensjahren ausbilden. Charakteristisch ist dabei die Unfähigkeit, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und Gefühlsregungen wahrzunehmen sowie zu interpretieren. Auch stereotype und sich wiederholende Verhaltensweisen sind typische Symptome für diese Art der Störungen. Eine der Störungen, die der Begriff Autismus umfasst, ist das sogenannte Asperger-Syndrom. Dieses Syndrom wurde 1944 durch den Kinderarzt Hans Asperger das erste Mal beschrieben, was ihm seinen Namen einbrachte. Es galt ebenfalls als typische Erkrankung bei Kindern – bis sich herausstellte, dass das Asperger-Syndrom bei Erwachsenen mindestens ebenso häufig vorkommt.

Symptome des Asperger-Syndroms

Zu den Symptomen gehören häufig neben einem gestörten Sozialverhalten auch eine sehr klare und sachliche Aussprache, fehlende Empathie sowie die Neigung zu Wutanfällen. Die Betroffenen haben oft eine sehr kühle und distanzierte Art, auch die Entwicklung von Partnerschaften erweist sich oft als sehr schwierig, genauso wie das Schließen von Freundschaften.

Wie sieht die ärztliche Diagnose aus?

Im Gegensatz zum Asperger-Syndrom bei Kindern kann sich beim Asperger-Syndrom bei Erwachsenen die Diagnose unter Umständen als schwierig erweisen, da sich hier die Erinnerung an eventuelle Symptome in der Kindheit oft sehr lückenhaft gestaltet. Zum anderen lernen es die Erwachsenen mit dem Alter immer besser, die Symptome zu verschleiern und leben häufig unauffällig bzw. möglichst normal, suchen nur bei stärkeren Symptomen einen Arzt auf. Deutlich werden die Symptome meist erst, wenn der Patient bei der Untersuchung beispielsweise zurückhaltend und unaufmerksam reagiert oder eine monotone Verhaltensweise an den Tag legt.

Zusätzlich verfügen Menschen mit dem Asperger-Syndrom häufig über eine besonders ausgeprägte Intelligenz sowie ein sehr gutes Sprachverständnis, was ihnen auch wieder ermöglicht, ihre Rolle von einem normalen Leben noch perfekter zu gestalten. Besteht bereits ein berechtigter Verdacht, kann der behandelnde Arzt diesen durch einen sogenannten Asperger-Syndrom-Test bestätigen. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung verschiedener Fragebögen und Beurteilungsskalen, deren Ergebnisse für Kinder und Erwachsene unterschiedlich ausgewertet werden.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es und wie sieht das Leben mit der Störung aus?

Wurde die Diagnose Asperger-Syndrom durch den Arzt bestätigt, bedeutet dies die Einstellung auf eine neue Lebensweise. Denn heilbar ist diese Störung bisher nicht. Es muss jedoch nicht in jedem Fall zu einem Leben mit Krankheitscharakter kommen, da die Symptome nicht immer so stark und ausgeprägt sind, dass die Lebensqualität eingeschränkt wird. Vielmehr kommt es hierbei auf die jeweiligen Symptome und auch die Leidensfähigkeit der beteiligten Personen an. In vielen Fällen ist für die Betroffenen durchaus ein relativ normales Leben möglich. Als Teil eines festen Therapieplans erhalten Patienten mit stärkeren Symptomen wie zum Beispiel Zwangsstörungen oder Aufmerksamkeitsdefiziten entsprechende Medikamente, um die Störungen in den Griff zu bekommen.

Einen weiteren sehr wichtigen Teil der Therapie stellt ein Training für soziale Kontakte sowie die Klärung der eigenen Lebenssituation dar. Hierbei muss die Bewältigung alltäglicher Probleme sowie auch ggf. eine Änderung der jeweiligen beruflichen Situation in Angriff genommen werden. In vielen Fällen sind passendere Berufsziele vorhanden, in denen zu enge soziale Kontakte vermieden und die eigenen Stärken optimal eingebracht werden. Das Leben allein in einer Wohnung ist für die meisten Betroffenen nicht möglich, in vielen Situationen ist jedoch eine Partnerschaft möglich und in manchen Fällen stellt sich im Laufe der Jahre sogar eine Verbesserung ein.

Was können Freunde und Bekannte tun?

Gerade bei einer Störung wie dem Asperger-Syndrom spielt ein stabiles Umfeld eine entscheidende Rolle. Häufig sind die Symptome bei einer guten Integration wesentlich weniger ausgeprägt als in der Rolle des Aussenseiters. Wichtig ist hierbei, dass alle Beteiligten über den Zustand des Patienten informiert sind und in kritischen Situationen wie Konflikten den Überblick bewahren können. Dies ist jedoch nicht immer leicht da der Umgang mit Betroffenen eine große Belastung darstellen kann.

In Selbsthilfegruppen erhalten Patienten aber auch Freunde und Familienmitglieder die Möglichkeit, sich über Symptome und Umstände zu informieren sowie Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Seite der Selbsthilfegruppe Autistische Beeinträchtigung.

* Bildquelle: gpalmisanoadm / pixabay.com

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