Sind Zecken auch im Herbst eine Gefahr?


Zeckengefahr im Herbst - apotheken-wissen.de

Achtung Zecken! Gefahr auch im Herbst! *

Viele Menschen genießen im September und Oktober noch einmal die letzten warmen Tage des Jahres und machen Ausflüge in die Natur. Was sie dabei oft vergessen: auch im Herbst sind Zecken noch aktiv und können gefährliche Krankheiten übertragen.

Mehr zum Thema, warum Zecken auch im Herbst auf der Jagd sind und was Sie gegen Zecken unternehmen können, erfahren Sie hier.

Zecken sind nicht nur im Sommer auf der Jagd

Viele Menschen sind davon überzeugt, dass Zecken nur in den warmen Sommermonaten aktiv sind. Dabei handelt es sich jedoch um einen Mythos: Zecken sind bis weit in den Herbst hinein auf der Suche nach neuen Wirten, von denen sie Blut saugen können. Bei sehr milden Wintern, wenn die Temperatur nicht unter sieben Grad Celsius fällt, sind sie sogar noch länger aktiv.

Bevorzugt halten sich Zecken im Herbst an den gleichen Orten auf wie im Frühling oder Sommer: hohes Gras, Gebüsch oder dichtes Laub sind beliebte Plätze. Dabei laufen Menschen nicht nur bei Wanderungen oder Picknicks im Freien Gefahr, von den kleinen Blutsaugern gestochen zu werden:

Auch im heimischen Garten fühlen sich Zecken häufig wohl. Wenn im Herbst routinemäßig Blätter zusammengekehrt oder Äste gekürzt werden, bieten sich ihnen viele Möglichkeiten, auf den Menschen zu gelangen.

Wussten Sie schon?

Zecken sind gar keine Insekten – sondern Spinnen. Genauer gesagt gehören sie zur biologischen Ordnung der Milben. Zudem gibt es von den kleinen Blutsaugern mehr als 800 verschiedene Arten. In Deutschland am häufigsten anzutreffen ist der „Gemeine Holzbock“.

Was hilft gegen Zecken im Herbst?

Wie zu jeder anderen Jahreszeit auch können Zecken im Herbst gefährliche Krankheiten übertragen: Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose. Die beste Vorsorge besteht dabei in einem guten Zeckenschutz.

Da die Zecke ihre potentiellen Wirte anhand des Geruchs erkennt, zielt ein Zecken Spray drauf ab, den Geruchssinn des Parasits zu stören. Ein bewährter Wirkstoff ist hierbei beispielsweise Icaridin. Spezielle Präparate können sogar auf der Kleidung aufgetragen werden und bis zu sechs Stunden vor Zecken schützen.

Daneben gibt es noch eine Reihe von Tipps und Tricks, mit denen gegen Zecken vorgegangen werden kann. Ein Überblick:

  • nicht querfeldein wandern

Sowohl draußen in der Natur als auch in kleinen Stadtparks gilt: Bleiben Sie auf den befestigten Wegen. Dort ist die Gefahr geringer, Zecken bei einem Spaziergang im Herbst von Gebüsch oder Unterholz abzustreifen.

  • geschlossene Schuhe tragen

Im Herbst tragen witterungsbedingt die meisten Menschen eh schon festes, geschlossenes Schuhwerk. Doch auch bei der Gartenarbeit an wärmeren Tagen sollte der Versuchung widerstanden werden, barfuß durchs Gras zu laufen.

  • lange, helle Kleidung anziehen

Helle Kleidung hat einen entscheidenden Vorteil gegen Zecken: sie sind darauf leicht zu entdecken. Langärmelige Anziehsachen bieten zusätzlich Schutz vor den Blutsaugern, denn sie gelangen dadurch schwieriger auf die Haut des Wirts. Wer möchte, kann auch die Hosenbeine in die Socken stecken.

  • Zecken gezielt suchen

Nach jedem Aufenthalt in der Natur – auch im Herbst – sollte Kleidung und Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden. Häufig stechen sie nicht sofort zu, sodass sie unter Umständen sogar noch davor gefunden werden können. Haustiere sollten ebenfalls gründlich abgesucht werden, denn oft verstecken sich Zecken im Fell.

Sollte Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch eine Zecke erwischt haben, gilt es Ruhe zu bewahren und den Parasiten so zügig wie möglich zu entfernen. Dazu eignet sich eine spezielle Zeckenzange, die es beispielsweise in der Apotheke zu kaufen gibt. Wichtig ist, die Zecke gerade aus der Haut herauszuziehen, so dass kein Teil zurückbleibt. Wer sich unsicher ist, kann einen Arzt zurate ziehen.

Auf Hausmittel gegen Zecken wie Öl oder Klebstoff sollte dringend verzichtet werden; sie können im Zweifelsfall dazu führen, dass die Zecke seinen Darminhalt in den Wirt entleert. Das würde wiederum das Infektionsrisiko erhöhen.

* Bildquelle: Dieter Schütz  / pixelio.de

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