Schwaches Bindegewebe: Ursachen, Auswirkungen, Gegenmaßnahmen


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Schwaches Bindegewebe betrifft nicht nur Frauen. Was kann man tun? *

Wer denkt bei schwachem Bindegewebe nicht zuerst an Frauenprobleme? Cellulite, Orangenhaut, Faltenbildung: alles, was das Klischee hergibt, wird in dem Zusammenhang gerne erst einmal weiblichen Bevölkerung zugeschrieben. Ursachen und Auswirkungen sind zwar bei Frauen leider deutlich weiter verbreitet – nicht zuletzt durch die weibliche Konstitution – dennoch und was jedoch die wenigsten auf dem Schirm haben: Auch Männer können von einem schwachem Bindegewebe geplagt sein.

Symptome eines schwachen Bindegewebes

Die Symptome können in den verschiedensten Bereichen variieren, jedoch werden die Ursachen häufig an anderen Stellen gesucht. Des Weiteren kommen die berühmten Dehnungsstreifen am Bauch längst nicht nur bei Schwangeren vor, sondern vielmehr immer dann, wenn sich die Haut schneller dehnt als sie mitarbeiten kann. Dehnungsstreifen und Orangenhaut sind dabei tatsächlich im eher weiblichen Fokus, ebenso und durchaus auch psychologisch schwerwiegender sind dann richtiggehende Dellen an den Oberschenkeln bis hin zum Lipödem, landläufig auch Reiterhosen oder Reiterhosen-Syndrom genannt.

Schwaches Bindegewebe kann aber durchaus auch das männliche Geschlecht treffen, zum Beispiel in Fällen von Übergewicht. Ein gutgewachsener Bierbauch bei Männern überfordert das Bindegewebe mindestens genauso wie der Schwangerschaftsbauch bei Frauen, auch hier liegt eine Schwächung des Bindegewebes vor.

Was genau ist eigentlich das Bindegewebe?

Allgemein sorgt das Bindegewebe dafür, dass im menschlichen Körper alles an seinem Platz bleibt, jedes einzelne Organ ist von einer stützenden Bindegewebshülle umgeben, genauso wie Knochen, Sehnen und unzählige weitere Bestandteile. Diese Hülle setzt sich aus sogenannten Zell- und Zwischenzellsubstanzen zusammen, die von allerfeinsten Äderchen durchzogen sind. Sie enthält sowohl Nerven als auch Blutgefäße und Schweißdrüsen und nimmt bei normalgewichtigen Erwachsenen circa 18 Kilogramm des Körpergewichtes ein.

Durch die feinen Äderchen werden die Zellen mit wichtigen Aufbaunährstoffen versorgt, vor allem Aminosäuren liefern wichtige Nährstoffe, um für eine effektive Regeneration und Erneuerung der Zellen zu sorgen. Grundsätzlich kann zwischen lockerem, retikulärem und straffem Bindegewebe sowie Fettgewebe unterschieden werden, die jeweils wichtige Funktionen im Körper erfüllen.

Während das lockere Bindegewebe die Hohlräume zwischen den Organen ausfüllt und gleichzeitig als Wasserspeicher sowie auch als Abwehrmechanismus fungiert, kommt das straffe, faserige Bindegewebe vor allem in der Hirnhaut, der Lederhaut des Auges wie auch in den Organkapseln vor. Das artverwandte Fettgewebe als Sonderform dagegen dient sowohl als Nahrungsspeicher als auch zur Wärmeisolation, während retikuläres (übersetzt: netzartig“ bzw. „netzartig verzweigt) Bindegewebe in Knochenmark und in den lymphatischen Organen vorkommt.

Wie kommt es zu schwachem Bindegewebe und was sind die Folgen?

Zwar kann Bindegewebsschwäche sowohl Männer als auch Frauen betreffen, jedoch sorgen Hormone sowie die weibliche Konstitution dafür, dass Frauen hierbei tatsächlich häufiger betroffen sind. Ist bei Frauen, die sich beispielsweise in den Wechseljahren befinden, das Zusammenspiel von Östrogen und Progesteron gestört, können diese zusammen nicht mehr für ein festes Bindegewebe sorgen. Auch ist das Bindegewebe bei Männern längs und quer miteinander vernetzt, was von vornherein zu einer festeren und elastischeren Struktur beiträgt.

Die „gute“ Nachricht für Frauen ist jedoch, dass geschlechtsunabhängig auch Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung durchaus zu einer Bindegewebsschwäche führen können. Zugegeben: ein nur schwacher Trost für die weiblichen Betroffenen. Nichtsdestotrotz: Die männliche Bevölkerung ist hierbei alles andere als aus dem Schneider, Stichwort „Bierbauch“.

Ein Gendefekt, das sogenannte Marfan Syndrom, kann ebenfalls zu einer Bindegewebsschwäche führen. Die Folgen können von Gelenkbeschwerden über Rückenprobleme bis hin zu Hämorrhoiden führen. Auch Zwerchfell- oder Leistenbrüche können Auswirkungen sein.

Kann man etwas tun, um schwachem Bindegewebe entgegen zu wirken?

Ein Faktor, bei dem jeder selber Einfluss auf die Beschaffenheit des Bindegewebes haben kann, ist die Ernährung. Durch die feinen Äderchen findet ein Austausch zwischen Zellen und Blut statt, bei dem der Bindegewebszelle Nährstoffe zugeführt, Abfallstoffe jedoch nicht wieder abtransportiert werden können. Im Falle einer Überfüllung an sauren Abfallstoffen, beispielsweise durch zu viel Wurst, Fisch, Fleisch und Milchprodukte können diese sauren Abfälle nicht mehr neutralisiert werden und es kommt zu einer Übersäuerung, die sich neben anderen Beschwerden auf Dauer auch in einer Bindegewebsschwäche äußern kann. Es ist daher auch hier sinnvoll, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und sich vor allem an gesunde Lebensmittel wie frische Salate, Obst, Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte zu halten. Besonders die Zufuhr von Vitamin C Lieferanten wie Kohlarten, Paprika sowie Zitrusfrüchte wird hierbei empfohlen. Eine gelegentliche Nahrungsergänzung mit Aminosäuren kann zusätzlich etwas für die Stärkung beitragen. Alkohol, übermäßig viel Fett und Nikotin können sich hierbei kontraproduktiv auswirken.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Bekämpfung wie auch Vermeidung von schwachem Bindegewebe ist regelmäßig ausreichende Bewegung. Ausdauersportarten sind zur Festigung des Bindegewebes besonders geeignet. Vor allem Schwimmen und Radfahren haben sich bewährt, allerdings sollte dieses Vorhaben nicht nur gelegentlich umgesetzt werden, sondern sollte dreimal in der Woche mindestens 30 Minuten betragen. Im Fitnessstudio sollte man sich bei den Cardiogeräten vor allem mit Crosstrainer und Stepper befassen. Jedoch sollten hierbei generell die Gesundheit und das Wohlbefinden im Vordergrund stehen, schließlich will man nicht nur dem Bindegewebe etwas Gutes tun, sondern vor allem sich selbst. Wer ein wenig auf einen gesunden Lebenswandel achtet hat in vielerlei Hinsicht bereits eine ganze Menge für sich getan.

Neben gesunder Ernährung und ausreichender und richtiger Bewegung: auch mit Hilfe Dritter kann man, beispielsweise mittels manueller Lymphdrainage, einem schwachen oder schwächer werdenden Bindegewebe entgegen wirken.

* Bildquelle: stux / pixabay.com

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